11.10.2020, 12.15 Uhr

Boxen in der ARD-Mediathek: Ko-Niederlage in Runde 3! Dominic Bösel geht gegen Robin Krasniqi Ko

Domic Bösel verliert seine WM-Gürtel gegen Robin Krasniqi durch krachendes KO in der 3. Runde

Domic Bösel verliert seine WM-Gürtel gegen Robin Krasniqi durch krachendes KO in der 3. Runde Bild: picture alliance/Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Dominic Bösel war gut vorbereitet für den WM-Kampf im Halbschwergewicht. Ein Jahr ist es her, dass er den WM-Gürtel im Halbschwergewicht nach Version der IBO erobern konnte. Er war sich sicher, einen KO erzielen zu können. Aber es kam anders. Robin Krasniqi war hungriger und ging sehr konzentriert zu Werke. Nach zwei eher abwartenden Runden nutzte Robin Krasniqi seine Chance. Nach einem ersten Niederschlag in der letzten Minute der 3. Runde feuerte Krasniqi eine krachende Rechte ab, die Bösel final auf die Bretter schickte. KO in Runde 3 bei 0:42 Restzeit! Nach dem ersten Niederschlag war Bösel schon so wackelig auf den Beinen, dass er eigentlich nur noch eingeschränkt verteidigungsfähig war. Zum Glück hat er den dann unvermeidlichen KO wohl ohne gesundheitliche Schäden überstanden. Gefährlich für die Gesundheit der Athleten alleerdings ohne Frage. Schon beim ersten Niederschlag, hätte man Bösel aus dem Kampf nehmen können.

Henry Maske saß auch am Ring, musste aber eine Niederlage des besser eingeschätzten Boxers mitansehen. Bereits in der Vorbereitung versorgte er Dominic Bösel mit Tipps, da aber noch gegen den ursprünglich geplanten Gegner Zac Dunn. Jetzt ist der aus dem Kosovo stammende Robin Krasniqi der einzige deutsche Box-Weltmeister. Ein Rückkampf soll schon vereinbart sein.

Dominic Bösel gegen Robin Krasniqi: So sehen Sie den WM-Kampf im Boxen in der Wiederholung

Nach dem sich die ARD längere Zeit nicht mehr groß im Boxsport engagiert hat, lief am Samstag, 10.10.2020, wieder Boxen im Hauptprogramm.

Eine Wiederholung der TV-Übertragung der IBO-Box-WM im Halbschwergewicht wird es nicht geben. In der Mediathek der ARD können Sie sich aber den Kampf bis zum 10.10.2021 im re-live ansehen.

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Dominic Bösel gegen Robin Krasniqi: SO war die Ausgangslage des WM-Kampfes im Halbschwergewicht

Bösel erzielte im November 2019 einen taktisch gut vorbereiteten KO-Sieg gegen Sven Fornling

Bösel erzielte im November 2019 einen taktisch gut vorbereiteten KO-Sieg gegen Sven Fornling Bild: picture alliance/Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa


Für seine erste Titelverteidigung betritt Weltmeister Dominic Bösel die ganz große Bühne. "Das ist für mich die Chance, national gesehen zu werden und Boxen wieder zu einem großen Sport zu machen. Wir müssen abliefern", sagte Bösel vor dem Duell mit Robin Krasniqi am Samstag (23.15 Uhr) in Magdeburg. Gut 2000 Fans dürfen trotz Corona-Beschränkungen in der Getec-Arena dabei sein.

Bösel ist IBO-Weltmeister und Interims-Champion der WBA. Es geht aber um mehr als die Titelverteidigung. Der ähnlich wie einst Maske strategisch und klug boxende Bösel will einem erhofften Millionen-Publikum beweisen, dass das deutsche Boxen noch lebt. Und so wagt der vom Naturell her eher zurückhaltende Mann aus der Sektstadt Freyburg eine für ihn seltene Ansage: "Ich bin sehr optimistisch, dass der Kampf vorzeitig vorbei ist." Seine bisherige KO-Quote rechtfertigt diesen Optimismus nicht wirklich. 39 % KO-Quote bei 31 Kämpfen ist eher mager und 30 Siegen zeigt sie, dass er eher strategisch boxt und nicht unbedingt ein Puncher ist.

Auch bei Robin Krasniqi ist die KO-Quote mit 32 % eher sehr niedrig. Dafür musste der 3 Jahre ältere Routinier in 56 Gefechten selbst auch nur einmal vorzeitig aus Kampf genommen werden. Der Kampf gegen den ebenfalls bei SES-Boxing unter Vertrag stehenden Bösel dürfte für Krasniqi die letzte Chance sein. Einen Reichweiten-Vorteil hat Krasniqi nicht gegen Bösel aber er ist sicher kein leichter Gegner, der schon oft Stehvermögen bewiesen hat. Mit dem Sieg hat er bewiesen, dass er den Sieg wollte, mehr als sein Kontrahent.

Dominic Bösel mit ewig langer Vorbereitung auf WM-Titelverteidigung

Weil der Australier Zac Dunn seine Heimat coronabedingt nicht verlassen darf, sprang Routinier Krasniqi als Gegner ein. Ursprünglich war die Titelverteidigung für März 2020 geplant, musste dann aber verlegt werden. Da Dunn auch im Herbst nicht antreten konnte, geht es jetzt eben gegen Robin Krasniqi. Für den 33-Jährigen ist es bereits die dritte WM-Chance. Bisher verlor er sowohl 2013 gegen Nathan Cleverly als auch 2015 gegen Jürgen Brähmer. Viele Möglichkeiten auf diesem Niveau werden nicht mehr kommen. "Mir ist klar, dass dies einer meiner größten Kämpfe wird", sagte Krasniqi. "Man kann einen Kampf aber nie planen, deshalb rede ich auch nicht von einem K.o. Aber jeder kann große Träume haben."

Für Krasniqi hat Bösel die längste Vorbereitung seines Lebens hinter sich gebracht. Er war bereits im März topfit, als wenige Tage vor dem Duell mit Dunn das Coronavirus alles stoppte. Bösel trainierte erst normal weiter, gönnte sich dann einige Pausen. Er entspannte im Kroatien-Urlaub, probierte sich während eines Trainingslagers in Mecklenburg-Vorpommern im Golf und erwarb die Platzreife.

"Jetzt wird es Zeit, dass ich in den Ring darf", sagte Bösel. Krasniqi sollte mit seinem bisweilen unorthodoxen Stil keine große Hürde darstellen. Trainer Dirk Dzemski warnt allerdings eindringlich vor Nachlässigkeiten. "Eigentlich sollte das machbar sein, aber er ist manchmal wie ein Überraschungs-Ei", sagte der Ex-Profi über Krasniqi. "Er kann nach fünf Runden klar zurückliegen - und dann kann er mit einer Aktion wieder da sein. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben." Bösel muss den Kampf klug und routiniert abspulen. Ganz so, wie es Maske einst in Perfektion zeigte. 

Dirk Dzembski hat mittlerweile viel Erfahrungen als Trainer gesammelt. Unter anderem betreute er Robert Stieglitz bei seinen Gefechten gegen Ulli-Wegner-Schützling Arthur Abraham.

Neuer Deutscher Meister im Schwergewicht

Vor dem Hauptkampf ging es um die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht. Der Hamburger Peter Kadiru stand gegen den Titelverteidiger Roman Gorst aus Bayern in den Ring.  Mit einer souveränen Leistung über 10 Runden konnte sich Kadiru durchsetzen und den Meistertitel holen. Jetzt stehen für den Hamburger Boxer weitere Schritte auf der Karriereleiter an. Eine Einladung zum Sparring mit Anthony Joshua in Sheffield (GB) soll wohl angenommen werden. Das wäre ein Chance, die den 23 Jahre jungen Hünen weiter voran bringen kann.

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