02.03.2021, 09.01 Uhr

Royal-Experte im Interview: Warum Prinz George vielleicht niemals König wird

V.l.n.r.: Prinz Louis (2), Herzogin Catherine (39), Prinzessin Charlotte (5), Prinz William (38) und Prinz George (7).

V.l.n.r.: Prinz Louis (2), Herzogin Catherine (39), Prinzessin Charlotte (5), Prinz William (38) und Prinz George (7). Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Aaron Chown

Von Saskia Weck

Wird Prinz George (7) niemals König? Diese Behauptung äußerte jüngst jedenfalls der Royal-Experte Clive Irving, Autor des Buches "The Last Queen: How Queen Elizabeth II saved the Monarchy".

Aktuell ist Prinz George Dritter in der Thronfolge. Nach Queen Elizabeth II (94) wird deren Sohn Prinz Charles (72) regieren. Ihm folgt Prinz William (38), bevor dessen Sohn Prinz George an der Reihe ist. Das wird voraussichtlich noch einige Jahrzehnte dauern, schließlich liegen somit noch drei königliche Regierungszeiten dazwischen.

Queen Elizabeth II. am längsten regierende Monarchin - Prinz Charles ältester Thronerbe

Niemand regierte jemals länger als Queen Elizabeth II. Im nächsten Jahr kommt die Monarchin auf stolze 70 Regierungsjahre - Platin-Jubiläum. Aktuell macht sie keine Anstalt, den Thron für ihren Sohn zu räumen. Prinz Charles ist somit tatsächlich der älteste Thronerbe in der Geschichte Großbritanniens.

Während der Regierungszeit der Königin habe sich die britische Gesellschaft stark verändert, so Clive Irving. Viele Briten halten die Monarchie für überholt und nicht mehr zeitgemäß. "Alle Umfragen zeigen, dass jüngere Briten die Monarchie nicht für relevant halten", so der Experte.

Warum Prinz George vielleicht niemals König wird

"Was diese Haltung auszeichnet, ist der Eindruck, dass die Windsors zu viele, zu viele Schmarotzer und Palastbewohner sind. Zusammen besetzt die königliche Familie 15 Schlösser und Paläste, die mit öffentlichen Geldern zu einem Preis von mindestens 82 Millionen Pfund (95 Millionen Euro) pro Jahr bezahlt werden - im Gegensatz dazu teilt Dänemark seiner königlichen Familie beispielsweise rund neun Millionen Pfund (10 Millionen Euro) zu", erklärt Clive Irving.

Die Monarchie könnte abgeschafft werden, bevor es der siebenjährige Prinz George auf den Thron schafft. Entscheidend sei, wie die Monarchie unter König Charles und später König William aussehen wird, so der Adelsexperte.

Wie könnte die Monarchie in Großbritannien in Zukunft bestehen?

Dass die Monarchie so lange überlebt habe, sei den Führungsqualitäten der Königin zu verdanken. Sie sei, wie auch ihr verstorbener Vater König George VI, eine vorbildliche Herrscherin, lobt der Autor im Gespräch mit "express.com". Weiter heißt es: "Die Königin und ihr Vater George VI waren Ausnahmen in der Windsor-Linie, die Königin Victoria folgte, die einzigen, die in dieser Rolle vorbildlich waren." Prinz Charles habe diese "außergewöhnliche Regierungsfähigkeit" nicht von seiner Mutter geerbt.

Was die Monarchie Irving zufolge retten könnte? Eine "reduzierte Monarchie" - weniger Paläste, weniger von der Öffentlichkeit gesponserte Royals und moderne Familienoberhäupter im Königshaus. Die Zukunft wird zeigen, ob Prinz Charles und Prinz William dieser Spagat während ihrer Regierungszeiten gelingt.

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saw/bua/news.de