08.04.2021, 09.16 Uhr

Baby kurz nach Hausgeburt gestorben: Mutter (21) versteckt totes Neugeborenes in Gebüsch

Eine junge Mutter versteckte ihr totes Baby in einer Hecke - vor Gericht wurde sie freigesprochen (Symbolbild).

Eine junge Mutter versteckte ihr totes Baby in einer Hecke - vor Gericht wurde sie freigesprochen (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Eberhard

Es ist eine herzzerreißende Geschichte, mit der sich dieser Tage das Gericht im südenglischen Portsmouth beschäftigte. Eine junge Frau, gerade 21 Jahre alt, musste sich verantworten, nachdem ihr neugeborenes Baby tot aufgefunden wurde - doch der Fall Lisa Blagden gleicht keinem gewöhnlichen Fall von kaltblütigem Kindsmord.

Überraschende Geburt im Badezimmer - Mutter wird nach Entbindung bewusstlos

Im Dezember 2019, kurz nach Weihnachten, so ist es in den Prozessnotizen im britischen "Mirror" zu lesen, verspürte Lisa Blagden plötzlich heftige Bauchschmerzen. Die heute 21-Jährige vermutete zunächst Menstruationskrämpfe, doch die Schmerzen hatten eine andere Ursache: Bei der jungen Frau hatten die Wehen eingesetzt, ohne dass Lisa Blagden wusste, dass sie schwanger war. In ihrem Badezimmer brachte sie ohne ärztliche Unterstützung ein kleines Mädchen zur Welt, doch aufgrund des heftigen Blutverlustes bei der Entbindung verlor die junge Frau das Bewusstsein.

Baby nach Geburt gestorben und von verzweifelter Mutter in Gebüsch versteckt

Erst als Lisa Blagden wieder zu sich kam, bemerkte sie, dass sie auf ihr neugeborenes Kind fiel, als sie ohnmächtig wurde. Inzwischen hatte das kleine Mädchen, das von seiner Mutter den Namen Ivory Rose bekam, aufgehört zu atmen. Wiederbelebungsversuche der verzweifelten Mutter brachten keinen Erfolg. In Panik brachte Lisa Blagden ihr totes Kind nach draußen an die frische Luft - in der Hoffnung, das Baby würde wieder lebendig werden. In einer Kurzschlusshandlung legte die trauernde Mutter ihr Baby in einem Gebüsch ab, so dass sie das leblose Kind von ihrem Schlafzimmerfenster aus sehen und immer wieder besuchen konnte. Die Verteidiger von Lisa Blagden gaben vor Gericht an, dies sei ein kleiner Trost für die trauernde Frau nach dem Tod ihres Kindes gewesen. Aus Angst habe die junge Frau keine Hilfe gerufen - der Vater des Kindes, ein 30 Jahre älterer Mann, soll der 21-Jährigen eingeredet haben, sie dürfe niemandem von ihrer sexuellen Beziehung erzählen, da ihre Familie sie sonst enterben würde. Weder die Geburt noch der viel zu frühe Tod seines Kindes hätten den 50-Jährigen interessiert.

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Babyleiche von Tieren aus Gebüsch gezerrt - Junge Mutter kommt mit Freispruch davon

Allerdings nahm der Fall eine erschreckende Wendung: Knapp einen Monat später wurde die Babyleiche vermutlich von herumstreunenden Tieren entdeckt und aus dem Gebüsch auf die Straße gezerrt, wo der leblose Körper von Passanten gefunden wurde. Die polizeilichen Ermittlungen führten dank eines DNA-Abgleichs schließlich zu Lisa Blagden, die nun in Portsmouth vor Gericht stand.

Die junge Mutter bekannte sich im Prozess als schuldig. Das Gericht sah es jedoch als erwiesen an, dass Lisa Blagden aufgrund einer psychischen Erkrankung mit Halluzinationen nicht schuldfähig sei. Die 21-Jährige wurde letztlich in allen Punkten freigesprochen - das Gericht begründete seine Entscheidung damit, die junge Frau habe durch die überraschende Geburt und den Tod ihres Kindes bereits genug Leid ertragen müssen.

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loc/news.de