17.07.2018, 13.38 Uhr

Erektile Dysfunktion:

Besonders Teenager und Jugendliche sind gefährdet und kommen heute viel leichter als früher an anstößiges Material.

Besonders Teenager und Jugendliche sind gefährdet und kommen heute viel leichter als früher an anstößiges Material. Bild: dpa

Für eine Erektion ist ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener anatomischer Funktionen notwendig.

Für eine Erektion ist ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener anatomischer Funktionen notwendig. Bild: euroclinix.de

Besonders bei Jugendlichen ab 14 Jahren ist das Phänomen stark erkenntlich. Bei dieser Gruppe von Probanden kommt die Porno-Erfahrung meist vor dem ersten realen Geschlechtsverkehr. Dadurch bildet sich die Sexualvorstellung im Gehirn und die dazu gehörenden sexuellen Reize mit Pornos und beziehen sich vor allem auf visuelle und auditive Abläufe. Laut Forsta bleiben andere Empfindungen wie der Tastsinn, der Geruch und die Nähe fremd und damit nicht im sexuellen Gedächtnis. Im Alter von 20 Jahren seien viele der jungen Männer sexuell so abgehärtet, dass eine normale sexuelle Begegnung nicht genügend sexuelle Reize freigebe. Die Folgen können sehr unkontrollierte Ejakulation und Erektile Störungen sein. Die realen Reize der Partnerin reichen also nicht mehr aus.

Die Studie wurde von den Ergebnissen einer im Jahre 2014 vom Max Planck Instituts im JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie bestätigt. Diese befand, dass extensiver Pornographie-Konsum zu einer geringeren Stimulation des Belohnungszentrum beim Ansehen von erotisches Bildern führt. Dies resultiert aus der von Forsta beschriebenen Desensibilisierung des Sexualtriebs.

Zu Beginn der Diskussion um Porno-induzierte Impotenz gingen die meisten Psychologen davon aus, dass die geringeren sexuellen Reize durch einen geringeren Bedarf von realen Partnern begründet sind. Die Befriedigung durch Pornos ersetze oft den Bedarf nach realem Geschlechtsverkehr. Die erektile Dysfunktion wurde dabei oft vernachlässigt. Kürzlich erkennen aber auch immer mehr Psychologen das psychische Problem der erektilen Dysfunktion durch extensiven Porno-Konsum. Der Psychologe Gary Wilson, schreibt zum Beispiel, dass die Erektion immer auch eine psychologische Komponente hat und die Überstimulierung des Hirns bei exzessivem Porno-Konsums dazu führt, dass das Gehirn abstumpft und der Neurotransmitter Dopamin dadurch schwerer ausgeschüttet werden kann.

So entsteht eine Erektion.

Sucht nach Pornos

Bereits mehrere Studien haben gezeigt, dass auch Pornos wie eine Droge süchtig machen können. Die regelmäßige Ausschüttung des Hormons Dopamin bei Männern die täglich Pornos schauen wird früher oder später vom Körper erwartet. Einige Selbstversuche von Männern, die für lange Zeit nicht masturbieren oder Pornos schauen, zeigt, dass es zu merklichen Entzugserscheinungen kommen kann. Ein kürzlich in der Welt veröffentlichte Selbstversuch von einem Monat ohne Masturbieren zeigt, dass Entzugserscheinungen von Masturbation und Pornos ständige Auswirkungen auf die Wahrnehmung haben kann. Andere Selbstversuche beschreiben sogar Depressionen und abnormales Verhalten.

Entzug kann helfen

Wie bei vielen Süchten, kann auch bei der Porno-Sucht ein Entzug helfen. Wer eine Zeit lang ohne Pornos lebt und die Entzugserscheinungen durchsteht, der kann schon bald ohne ständige Pornos leben. Dieser Entzug kann auch bei den von Pornos hervorgerufener Impotenz helfen. Dabei werden sexuelle Reize wieder mehr auf reale Situationen bezogen und die Impotenz überwunden.

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Sind Pornos gefährlich

Dass extensiver Porno-Konsum Impotenz hervorrufen kann wurde durch die erwähnten Studien bestätigt. Jedoch ist längst nicht jeder der Pornos schaut davon betroffen. Besonders bei Teenagern ist die Gefahr jedoch groß, dass sexuelle Desensibilisierung zu unbefriedigenden realen Sexualerlebnissen führen. Aufklärung und ein gewisser Schutz vor harten Pornos sind also notwendig um Porno-induzierte Impotenz bei Jugendlichen zu verhindern.

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