17.07.2018, 13.38 Uhr

Erektile Dysfunktion: Porno-induzierte Impotenz – Das gibt's wirklich!

Besonders Teenager und Jugendliche sind gefährdet und kommen heute viel leichter als früher an anstößiges Material.

Besonders Teenager und Jugendliche sind gefährdet und kommen heute viel leichter als früher an anstößiges Material. Bild: dpa

Pornographische Inhalte sind dank dem Internet so zahlreich und leicht konsumierbar wie nie zuvor. Über 90% der pornographischen Inhalte werden online konsumiert und rund 35% der Internetbesuche bei Männern gründen sich in der Suche nach Videos und Bildern dieser Art. Pornographische Inhalte gehören mittlerweile für viele Männer zum Alltag.

Studien: Erektile Dysfunktion ausgelöst durch Porno-Sucht

Homogen mit dem Konsum vermehrten sich die Klagen über unzureichende sexuelle Stimulation und in manchen Fällen sogar Impotenz bei realen Partnern. Das Phänomen wurde von einigen Forschern aufgegriffen und in Studien untersucht. Die Ergebnisse dieser Studien decken sich in der Aussage, dass exzessiver Pornokonsum durchaus zu erektiler Dysfunktion führen kann.

Ist erektile Dysfunktion psychisch oder physisch begründet?

Erektile Dysfunktion kann psychische oder physische Gründe haben. Bei der erektilen Dysfunktion durch Pornos ist es jedoch nicht sofort verständlich, wie der Grund für eine erektile Dysfunktion bei realen Partnern physischer Natur sein kann, während diese bei Pornos leicht erreicht wird. Auch einige Psychologen vertraten diese These. Bei genauerer Betrachtung der körperlichen Funktionen der Erektion ist es jedoch nicht ganz so klar.

Stimulation fehlt bei realen Partnern

Um eine Erektion zu erreichen muss das Gehirn sexuell erregt werden. Dabei wird der Neurotransmitter Dopamin benötigt, um den Blutfluss in den Penis zu erlauben. Wird dieser Transmitter nicht oder nicht in genügender Menge ausgeschüttet ist die Erektion nicht möglich oder nicht ausreichend stark. Der Mangel an Dopamin kann durch psychische Faktoren wie Angst, Leistungsdruck oder Stress bedingt sein, jedoch auch durch nicht genügende sexuelle Stimulation. Genau hier scheint das Porno-Phänomen anzusetzen. Wo viele Betroffene von pornographischen Filmen genug sexuell stimuliert werden, fehlt die genügende Stimulation bei realen Partnern.

Pornos werden nicht nur gern, sondern auch sehr häufig konsumiert - allerdings mit erschreckenden Folgen.

Pornos werden nicht nur gern, sondern auch sehr häufig konsumiert - allerdings mit erschreckenden Folgen. Bild: Shutterstock jaymast

Wie erregen Pornos mehr als reale Partner?

Mit der Verbreitung im Internet und der daraus resultierenden Konkurrenz wurden Pornos immer härter und oft realitätsfremd. Statistische Erhebungen zeigen, dass Männer bei Pornos meist nach Gegebenheiten suchen, die im realen Leben schwer vorstellbar sind. Dies geht von Geschlechtsverkehr mit mehreren Frauen über Sex mit viel jüngeren Partnerinnen bis hin zu exotischen Fetischen.

Realer Sex langweiliger als Porno - Libido-Rückgang kann zu Impotenz führen

Das reale Sexleben wirkt neben solchen Abenteuern oft langweilig. Dieses Problem bestätigt eine Studie, durchgeführt von der Italienischen Gemeinschaft für Andrologie und Sexual Medizin, rund um den Spezialisten Carlos Forsta. Sie bestätigt eine mögliche Begründung von sexueller Dysfunktion bei realen Partnern mit der Desensibilisierung der sexuellen Erregung durch die übertriebenen pornographischen Darstellungen. In der Studie wurden 28.000 Italiener über eine jahrelangen Zeitraum begleitet. Dabei zeigten Männer, die exzessiv Pornos konsumieren einen Rückgang der Libido und verringerte Reaktionen auf sexuelle Reize. Auf lange Zeit kann dieser Rückgang auch zu einer kompletten Impotenz führen.

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