28.09.2018, 13.53 Uhr

Trockene Nase: Große Dürre im Riecher? Das hilft gegen trockene Nasenschleimhaut

Heizungsluft und Klimaanlagen setzen dem Nasenklima zu, machen die Nase trocken.

Heizungsluft und Klimaanlagen setzen dem Nasenklima zu, machen die Nase trocken. Bild: istockphoto

Der Duft von frischen Blumen, aromatischem Kaffee oder dampfenden Bäckerbrötchen - einfach traumhaft. Ist die Nase gesund, begleiten uns solch herrliche Aromen tagein, tagaus. Doch sind die Schleimhäute angegriffen, ist das Riechorgan in seiner Wahrnehmung eingeschränkt.

Wie kommt es zu einer trockenen Nase?

Die Nasenschleimhaut produziert ein Sekret, das spezielle Härchen in der Nase verteilen und sie von Schmutzpartikeln reinigen. Zugleich wird durch die Schleimhaut die eingeatmete Luft befeuchtet. Viele Faktoren stören die Nasenschleimhaut bisweilen empfindlich und trocknen sie aus. Verantwortlich kann unter anderem eine reduzierte Raumluftfeuchtigkeit - etwa durch Klimaanlagen oder Heizungen - sein. Ist die Luft stark mit Staub belastet, kann die Nase ebenfalls austrockne

"Sehr oft sind Nasensprays und -tropfen die Ursache für eine zu trockene Nase", weiß Professor Roland Laszig, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde vom Universitätsklinikum Freiburg. Die Schleimhaut wird nicht mehr richtig durchblutet, dadurch trocknet die Nase aus.

Bestimmte Medikamente können ebenfalls Auslöser sein - unter anderem Blutdruckmedikamente. Aber auch altersbedingte Schleimhautveränderungen, Stress und Rauchen tragen einen Teil dazu bei. Laszig erklärt im Gespräch mit news.de, dass auch Autoimmunerkrankungen wie Morbus Wegener die Schleimhaut in der Nase austrocknen. Es komme zudem vor, dass Menschen, die trockene Augen haben, häufig von einer trockenen Nase betroffen seien. Trockene Nasenschleimhaut ist auch anfälliger für Nasenbluten, da die Gefäße der Nasenschleimhaut empfindlicher sind. Wer häufig eine trockene Nase hat, ist auch anfälliger für einen Schnupfen. Viren und ander Erreger können über die Nasenschleimhaut leichter eindringen und eine Erkältung auslösen. Nehmen Sie dann gleich einen Nasenspray gegen den Schnupfen, verstärken Sie möglicherweise auch noch den Effekt einer trockenen Nase.

Was hilft gegen die trockene Nasenschleimhaut?

Mit ein paar einfachen Tricks leiten Sie das Ende der Dürrezeit ein: Kochsalzspülungen oder Sprays mit Meersalz helfen sehr gut. Diese einfachen Mittel gegen trockene Nasenschleimhaut können Sie mehrmals am Tag problemlos anwenden. Nasenduschen und spezielle Nasenöle zum Einreiben der Naseninnenwände sorgen gleichermaßen für ein gutes Nasenklima. Tipp: Wer Sesamöl im Küchenschrank hat, kann sich den Weg in die Apotheke sparen. Das asiatische Öl macht die Schleimhaut geschmeidig - bis zu zweimal am Tag auftragen genügt. Außerdem ist es wichtig, ausreichend Wasser oder Kräutertee über den Tag verteilt zu trinken. Das hilft der Schleimhaut, einen Schutzfilm zu bilden.

Es hilft auch sehr, wenn Sie für Luftbefeuchtung sorgen. Schalten Sie möglichst die Ursachen der trockenen Nasenschleimhaut aus. Die Luft in Ihrer Wohnung und am Arbeitsplatz sollten Sie befeuchten. Mit Wasser gefüllten Schalen oder speziellen Luftbefeuchter können abhilfe schaffen. Die Luftfeuchtigkeit sollte idealerweise 50–60 % betragen. Ist die Raumluft zu trocken, leidet nicht nur Ihre Nase. Häufiges Lüften verbessert ebenfalls die Luftqualität.

Manche Ratschläge sind heute allerdings überholt. So rät Laszig von Dampfbädern mit Kamille ab. "Das ist schädlich, weil es die Nasenschleimhaut sehr austrocknet. Kamille ist ein adstringierendes Mittel." Es sei besser, Wasserdampf ohne Zusätze zu inhalieren oder ein Bad in einer Dampfsauna zu nehmen. Ein Irrglaube ist auch, dass Nasensprays gegen die Borkenbildung helfen. "Davon sollten Betroffene die Finger lassen", rät der Spezialist.

Ein Tipp beim Fliegen: Die Luftfeuchtigkeit im vorderen Bereich des Flugzeuges ist meistens höher als im hinteren Teil. Wer also öfters unter einer trockene Nase leidet, sollte in den vordersten Reihen einen Sitzplatz buchen. Zusätzlich hilft es, die Nase während des Fluges mit Meersalzspray anzufeuchten.

Was Sie gegen Ohrenschmerzen beim Fliegen tun könenn, lesen Sie hier.

Wer länger als vier Wochen eine trockene Nase hat, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Entweder, Sie suchen Ihren Hausarzt oder gleich einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde auf.

Stinknase und Borkenbildung: Was passiert bei chronisch trockener Nase?

"Wir beobachten das Problem vor allem nach Scheidewandoperationen. Denn während der OP wird die Schleimhaut kurz vom Knorpel gelöst, was erst einmal die gesamte Blutzirkulation stört", sagt der Arzt. Das könne mehrere Wochen anhalten.

Fatal: Eine trockene Nase kann chronisch werden, zum Beispiel bei längerer Anwendung von Tropfen oder Sprays. Weil die Durchblutung längere Zeit nicht funktioniert, degeneriert die Nase. "Wir nennen das eine sogenannte Stinknase. Die Nasenschleimhaut vergammelt, stirbt ab", sagt der Experte. Das führt unter anderem dazu, dass das Riechorgan übel stinkt, weil es von innen verfault. Durch das kaputte Riechepitel merken das die Betroffenen selbst nicht. "Ist die Nasenschleimhaut abgestorben, hilft nur noch ein aufwändiger chirurgischer Eingriff. Dabei wird Schleimhaut transplantiert", erklärt Laszig.

Wer ab und zu eine trockene Nase hat, braucht sich laut Laszig keine Sorgen machen. "Das einzige was passiert: Jemand hat einen trockenen Popel in der Nase - wir nennen das Borke.

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Themen: Nase
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