23.03.2021, 12.06 Uhr

Oster-Lockdown 2021: "Apokalypse im Supermarkt!" Twitter wütet über Ruhetag am 1. April

Bund und Länder haben einen härteren Lockdown an Ostern beschlossen.

Bund und Länder haben einen härteren Lockdown an Ostern beschlossen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Anika Bube

Elf Stunden lang diskutierten Bund und Länder am Montag (22.03.2021) über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das Ergebnis: Für die meisten Bürger:innen eine pure Enttäuschung. Auf Twitter trendet innerhalb kürzester Zeit der Hashtag #osterlockdown und Ostern. In mehr als Zehntausend Tweets wetterten Nutzer:innen über die geplanten Maßnahmen, die bis zum 18. April gelten sollen.

Mehr dazu hier:Härtester Lockdown seit Beginn der Pandemie! DIESE Regeln gelten an Ostern 2021

Osterlockdown 2021: Bund und Länder beschließen "Ruhepause"

"Mit welchen weitgehend nutzlosen, nicht konsequent durchzusetzenden, von Lobbyinteressen beeinflussten Lappenregeln werden uns Bund und Länder wohl dieses Mal überraschen, um uns die Pandemie noch ein kleines Bisserl unerträglicher und ungewisser zu machen?", fragt sich Jan Böhmermann bereits vor der Bekanntgabe der Beschlüsse. Und seine Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden.

In ganz Deutschland soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben vom 1. bis zum 5. April 2021 heruntergefahren werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel nennt den besonders harten Lockdown über die Oster-Feiertage eine "Ruhepause". Gründonnerstag und Karsamstag werden demnach einmalig als Ruhetage definiert und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen verbunden. "Es gilt damit an fünf zusammenhängenden Tagen das Prinzip #WirBleibenZuHause", heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern. Nur am Karsamstag soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben. 

"Team Bescheuert" beschließt keine schärferen Auflagen für Wirtschaft! Twitter ätzt gegen Corona-Politik

Die beschlossenen Maßnahmen stoßen auf breites Unverständnis. "Die haben 12 Stunden rumgegipfelt und das Ergebnis ist, dass für einen Tag die Supermärkte geschlossen werden? HÄ? #Osterlockdown", zeigt sich eine Twitter-Nutzerin verwirrt. "Im exponentiellen Wachstum entscheiden, dass wir in 10 Tagen für 5 Tage 'runterfahren'?! Sorry, ich verstehe da was nicht!!#Ministerpraesidentenkonferenz #Osterlockdown", heißt es in einem weiteren Tweet.

"Das Team Vorsicht hat sich durchgesetzt' (Söder). Wurde aber vom Team Bescheuert überholt (alle)", wettert Ärztin und Autorin Natalie Grams auf Twitter gegen die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz. "Ich verstehe ja, dass man es bei der Pandemie-Bekämpfung nie allen recht machen kann, aber es NIEMANDEM recht zu machen ist schon eine Leistung", schreibt Comedian Aurel Mertz auf Twitter. "Ich glaube die Autoindustrie, Amazon und unsere Fluggesellschaften sind wohl sehr zu frieden", hält eine Twitter-Nutzerin dagegen. "NIEMANDEM???? 'Für die Bürger gelten weiter strenge Kontaktregeln – für Unternehmen indes gibt es keine schärferen Auflagen'", fügt ein anderer hinzu. "Ich glaub die Industrie freut sich, dass der Lockdown auf die Feiertage gelegt wurde", heißt es in einem weiteren Tweet.

Supermärkte an Gründonnerstag geschlossen: "Denken die eigentlich auch, wenn die irgendetwas beschließen?" 

"Denken die eigentlich auch, wenn die irgendetwas beschließen? Was soll denn dieser eine Tag mehr bringen, außer dass sich dann am Samstag alle in den Supermärkten stapeln?", fragt sich ein Twitter-Nutzer. "Das ist das Dümmste was sie jemals entschieden haben. Liebe Ministerpräsident:innen, wann waren Sie das letzte Mal vor Feiertagen in einem Supermarkt, dass Sie glauben es wäre eine gute Idee dort ein Nadelöhr einzubauen?", ergänzt ein Tweet. Ein anderer Twitter-Nutzer hat dafür gleich das passende Symbolbild parat.

"Wer ernsthaft zu 1. April eine Schließung aller Supermärkte diskutiert, hat sehr lange nicht mehr zum Ende des Monats den Euro zwei Mal umdrehen müssen. Das ist Wahnsinn. Völlig verantwortungslos", twittert Grünen-Politiker Lasse Petersdotter.

"Zu spät und zu inkonsequent!" Massive Kritik an neuen Corona-Maßnahmen bis 18. April

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen kritisiert die zusätzlichen Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern scharf. "Die Dritte Welle müsste jetzt gebrochen werden, aber der Shutdown kommt erst zu Ostern. In den Beschlüssen der letzten Nacht regiert weiterhin das Prinzip 'zu spät und zu inkonsequent'", schreibt Dahmen auf Twitter und zählt eine ganze Liste von Fehlern in der Pandemie auf. Über das wirklich Relevante wurde offenbar nicht debattiert: eine effiziente Impf- und Test-Strategie.

"Es fühlt sich langsam an, wie eine immer schlechter werdende Serie. Keiner hat mehr Bock drauf, aber die Regisseure leiern sich immer wieder ne neue Staffel aus dem Arm", fasst eine Twitter-Nutzerin den Umgang der deutschen Politik mit der Corona-Pandemie zusammen. 

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bua/loc/news.de/dpa