22.02.2021, 12.00 Uhr

Wladimir Putin: Folter-Hölle! So brutal lässt Putin Häftlinge misshandeln

So brutal lässt Wladimir Putin Häftlinge foltern.

So brutal lässt Wladimir Putin Häftlinge foltern. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Klimentyev

Nach dem Straflagerurteil gegen den Kremlgegner Alexej Nawalny hat es einen neuen Fall von Gewalt in einem russischen Lager gegeben. In einer Haftanstalt in der Nähe der südsibirischen Stadt Irkutsk am Baikalsee sei ein Mann von anderen Gefangenen gefoltert und schwer verletzt worden, berichtete der Radiosender Echo Moskwy in der Nacht zum Montag.

Folter in Wladimir Putins Straflager: Mann im russischen Straflager schwer verletzt

Statt dem Verletzten zu helfen, hätten Aufseher ihn mit Klebeband fixiert und weitere Gewalt anderer zugelassen. Der Leiter des Lagers wurde dem Bericht zufolge entlassen. In russischen Straflagern kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen. Sie sind berüchtigt für rohe Gewalt, Folter und auch Todesfälle. Menschenrechtsorganisationen fordern seit Jahren eine Änderung des Systems, doch der russische Staat hält weiter an seinen Methoden fest.

"Folter und Gewalt gehören in den russischen Gefängnissen zum Alltag", sagte die Menschenrechtlerin Olga Romanowa, Gründerin der Nichtregierungsorganisation Russland hinter Gittern gegenüber "Welt". Anders als in Deutschland will Russland die Gefangenen bestrafen und erpressen. Putin hat nicht vor sie zu resozialisieren.

Folter-Video aus russischem Straflager! Häftling von Wärtern geschlagen

Das zeigte 2018 ein Video von Jewgeni Makarow aus der Strafkolonie IK-1 in der Provinzstadt Jaroslawl nordöstlich von Moskau. Der gefesselte Mann wurde von den Wärtern mit Gummiknüppeln auf die Fußsohlen und ins Gesicht geschlagen. der Grund für die brutale Folterung? Er hatte sich mehrfach über die schlimmen Haftbedingungen beschwert.

Russland will Gefangene durch Folter bestrafen

Erst durch Druck von außen, werden Gefangenen in seltenen Fällen wieder entlassen. So auchIldar Dadin, wie der Journalist Frederik Rother "Deutschlandfunk" erzählte. "Dadin wurde wegen ungenehmigten Demonstrationen 2015 zu zweieinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt. In der Haft wurde Dadin von den Wärtern körperlich malträtiert, mit dem Tod bedroht, erniedrigt. Und erst als es ihm gelungen ist, diese Informationen nach draußen zu schmuggeln und Öffentlichkeit herzustellen, kam er dann durch den entstandenen Druck dann auch frei."

Das liegt wohl am Erbe der Sowjetunion. Nach dem Tod von Josef Stalin wurde das System ein wenig entschärft, bestand aber weiter. Auch nach dem Ende der Sowjetunion bestehen die Straflager weiterhin, obwohl die Zahl der Gefangenen gesunken ist. Das liegt an geänderten Strafrechtsparagraphen und Amnestien, die einige Menschen vor langen Haftstrafen bewahrte.

Wladimir Putin: Politik setzt Folter als Kontrolle ein

Trotzdem hat Russland mit mehr als 400 Häftlingen pro 100.000 Einwohner die höchste Gefangenenrate in Europa. Experten sagen, dass die Regierung von Wladimir Putin bewusst, die Situation in den Gulags verschweigt. "Folter ist ein Mittel der Kontrolle" für die Politiker, meint Soziologin Ella Panejach. 

Folter, Misshandlung und Co.: Was erwartet Nawalny im russischen Straflager?

Am Samstag hatte ein Gericht in der Hauptstadt Moskau die Straflagerhaft gegen Nawalny bestätigt. Unter Anrechnung früherer Haftzeiten und eines mehrmonatigen Hausarrests könnte der Oppositionelle nach Berechnungen seiner Anwälte nach zwei Jahren, sechs Monaten und zwei Wochen freikommen - also im Sommer 2023.

Das Gericht warf Nawalny einen Verstoß gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren vor, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag auf ihn erholte. Das Urteil steht im Westen als politisch motiviert in der Kritik.

Wann der 44-Jährige in ein Straflager gebracht wird und wohin, war zu Wochenbeginn zunächst unklar. In der Regel erfolgen solchen Verlegungen innerhalb einer Woche nach dem Urteil. Allerdings sind die russischen Behörden nicht dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit sofort darüber zu informieren.

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bos/bua/news.de/dpa