07.10.2020, 09.23 Uhr

Christian Drosten: Drosten gibt Tipps! SO klappt Weihnachten in der Corona-Zeit

Fällt Weihnachten während der Corona-Pandemie ins Wasser? Christian Drosten hat Ideen, wie wir die Feiertage risikoärmer gestalten können.

Fällt Weihnachten während der Corona-Pandemie ins Wasser? Christian Drosten hat Ideen, wie wir die Feiertage risikoärmer gestalten können. Bild: picture alliance/Michael Sohn/POOL AP/dpa

An Weihnachten kommt die ganze Familie zusammen und gerade das macht die Feiertage für viele Deutsche zu den wichtigsten und schönsten des Jahres. Doch in Zeiten von Corona birgt das Treffen mehrerer Generationen auch Gefahren. Wer will schon versehentlich den Opa oder die Mutter mit dem für ältere Herrschaften oft tödlichen Covid-19-Erreger anstecken? Wie ein Weihnachtsfest während der Pandemie stattfinden kann, verrät der Charité-Virologe Christian Drosten.

Drosten gibt Tipps zum Leben mit der Pandemie im Winter

Im Interview mit "Zeit online" stellte sich der Corona-Virologe und Leiter der Virologie an der Berliner Charité Christian Drosten den Fragen zweier Journalisten. Neben steigenden Fallzahlen und dem Puffer in der Intensivmedizin, den wir in Deutschland momentan noch haben, ging es im Interview auch um die nahe Zukunft und darum, wie wir das Leben im Winter so gestalten können, dass uns die Corona-Pandemie nicht unnötig aus den Händen gleitet. Drosten betont, dass es wichtig sei, "dass wir alle mitdenken und verstehen: Wir haben es selbst in der Hand. Dann handeln wir auch klug, selbst wenn wir unbeobachtet sind. Es geht um viele kleine Alltagsentscheidungen."

Partys lieber verschieben, im Restaurant draußen essen

Als Beispiel führt Drosten das Essengehen an. Er plädiert dafür, lieber draußen im Kalten zu sitzen und dafür nicht so lange zu bleiben. "Ja, es ist kalt, aber lasst uns doch noch eine Viertelstunde draußen sitzen und dann nach Hause gehen", überlegt Drosten und fügt an: "Oder die Frage, ob man eine Party, die man geplant hatte, wirklich feiern muss diesen Winter, ob man für sie vielleicht einen luftigen, besonders großen Raum finden kann oder sie auf nächstes Jahr verschiebt."

Coronavirus und Weihnachten: Christian Drosten rät zu Vorquarantäne

Doch soll man etwa auch Weihnachten absagen? Die Journalisten von "Zeit online" wollten wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, das Fest risikoärmer zu gestalten. Drosten rät zur Vorquarantäne. Er erklärt: "Also dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden. Natürlich muss jeder im Einzelfall überlegen, wie das im Alltag umsetzbar ist: Wie macht man das mit den Kindern, die in die Kita oder die Schule gehen? Und kann man vor dem Familienbesuch einige Tage lang Besprechungen vermeiden oder ganz im Homeoffice arbeiten, wenn der Beruf es zulässt?"

Drosten stellt klar "Es gibt keine totale Sicherheit"

Drosten betont, dass es sich bei seinem Vorschlag lediglich um einen Ansatz und keine endgültige Lösung handelt. "Das könnte ein Ansatz sein für die kommende Zeit, jetzt für die Herbstferien und vielleicht auch für Weihnachten. Aber natürlich gilt auch hier: Menschen müssen Risiken in einer Pandemie ein Stück weit selbst abwägen. Es gibt keine totale Sicherheit, es bleiben immer Restrisiken", schildert der Corona-Experte.

Vorquarantäne durch Homeoffice für viele, aber nicht alle gut umsetzbar

Alle Arbeitnehmer, die die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten, können die Vorquarantäne gut umsetzen. Doch nicht jeder kann oder darf von zu Hause arbeiten. Daher ist die Strategie nur bedingt umsetzbar.

Virtueller Gottesdienst, Weihnachtsmannbesuch auf der Terrasse - so klappt Weihnachten

Auch die "Deutsche Presseagentur" beschäftigte sich mit der Frage, wie Weihnachten in Coronazeiten risikoarm gefeiert werden kann. In den Kirchengemeinden laufen die Vorbereitungen bereits in den Hochtouren. Auch Weihnachtsmänner stehen in den Startlöchern, wissen aber noch nicht, ob sie in die Familien können."Es gibt noch viele Fragezeichen, weil wir nicht wissen, wie sich die Situation entwickeln wird", sagt etwa Weihnachtsmannvermittlerin Petra Henkert aus dem brandenburgischen Zeuthen mit Blick auf die Corona-Pandemie. Damit der Weihnachtsmann nicht zum Superspreader wird, könne sein Besuch beispielsweise auf der Terrasse oder im Hof stattfinden. Gottesdienste könnten via Video-Stream durchgeführt werden.

Kreative Weihnachten: "Die Würfel werden neu gemischt"

"Wir müssen dieses Jahr kreativ werden. Die Würfel werden neu gemischt», sagt auch die Berliner Familienberaterin Dörte van Benthem Favre. Sie rät dazu, technische Möglichkeiten mehr zu nutzen. "Wenn man die Oma nicht besuchen kann, könnte man sie vielleicht per Skype zuschalten und gemeinsam Geschenke auspacken". Was die Feier und Besuche angehe, müsse man Prioritäten setzen und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. "Es ist oft ein wahnsinniger Druck dahinter und Weihnachten eine regelrechte Völkerwanderung", so die Therapeutin.

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sig/bua/news.de/dpa