06.10.2014, 14.35 Uhr

Medizin macht Hoffnung: So funktioniert die Penis-Nachbildung im Labor

 

In vier bis sechs Wochen können den Wissenschaftlern zufolge Penisse aus Zellen der Patienten im Labor gezüchtet werden. Zunächst ist jedoch ein Spenderpenis notwendig, um das neue Organ nachzubilden. Dieser Penis wird in einem besonderen Reinigungsverfahren von allen alten Zellen befreit, bis nur noch das Penisgerüst aus Kollagen übrigbleibt. Darauf werden Zellkulturen aufgetragen, die die einzelnen Schichten eines Penis - vom Blutgefäß über die Schwellkörper bis zum Muskelgewebe - nachwachsen lassen. Die entsprechenden Ausgangszellen werden dem verbliebenenen Penis des Patienten entnommen - deshalb ist es mit dieser Methode nicht möglich, Penisse für eine Geschlechtsumwandlung im Labor zu züchten.

Penisse aus dem Labor stehen vor Praxistest

 

Die Organe könnten männlichen Patienten zugute kommen, die nach Krebserkrankungen oder Penisamputationen ohne Geschlechtsteil leben müssten, berichtet die britische Zeitung The Guardian. An Kaninchen wurde die Nachzüchtung von Penissen bereits getestet - und das mit Erfolg, wie Professor Anthony Atala vom Wake Forest Institute dem Guardian verriet. Bevor die künstlichen Penisse jedoch am Menschen getestet werden dürfen, muss zunächst wissenschaftlich belegt werden, dass die gezüchteten Organe nicht giftig oder gesundheitsschädlich seien.

Mit dem neuartigen Penisersatz aus dem Labor soll es den Forschern zufolge auch möglich sein, Patienten mit Erektionsstörungen wieder zu einem erfüllten Liebesleben zu verhelfen. Mit der Penisrekonstruktion aus körpereigenen Zellen sei es theoretisch möglich, Zellen der Schwellkörper zu erneuern und erektile Dysfunktionen zu beheben, so Professor James Yoo, der Mitglied der Forschergruppe am Wake Forest Institute ist.

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loc/news.de
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