24.03.2017, 15.31 Uhr

Heinrich Popow privat: Das ist das berührende Schicksal des erfolgreichen Paralympics-Stars

Paralympics-Sieger Heinrich Popow in seinem Element: Der heute 33-Jährige trat 2012 bei den Paralympischen Spielen in London an.

Paralympics-Sieger Heinrich Popow in seinem Element: Der heute 33-Jährige trat 2012 bei den Paralympischen Spielen in London an. Bild: Daniel Karmann / picture alliance / dpa

Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe

Heinrich Popow, der bei den Paralympics Medaillen am laufenden Band absahnt, kennen Sportfans vor allem von der Rennbahn. Der Sprinter und Weitspringer, der seine Karriere im Leistungssport 2001 beim TSV Bayer 04 Leverkusen begann, gewann sein erstes Edelmetall bei der Leichtathletik-WM in Lille im Jahr 2002, als er die Bronzemedaille im Weitsprung holte. Seine ersten paralympischen Spiele erlebte Heinrich Popow 2004 in Athen und kam mit drei Bronzemedaillen im 100 Meter Sprint, 200 Meter Sprint und Weitsprung nach Hause.

So erfolgreich ist der Athlet mit der Bein-Prothese

Von diesen Erfolgen angespornt trainierte der Athlet weiter und wurde mit einer Silbermedaille bei den paralympischen Spielen 2008 in Peking im 100-Meter-Sprint belohnt. Vier Jahre später, bei den Spielen in London, kletterte Heinrich Popow ganz nach oben aufs Siegertreppchen und durfte sich über die 100-Meter-Sprint Goldmedaille freuen. Zuletzt triumphierte der gebürtige Kasache bei den Paralympics 2016 in Rio: Hier knackte der 33-Jährige nicht nur den paralympischen Rekord im Weitsprung mit 6,70 Metern, sondern krallte sich auch die Goldmedaille.

Heinrich Popow erklärt: Warum musste sein linkes Bein amputiert werden?

Diese Leistungen muss Heinrich Popow erstmal einer nachmachen - selbst Sportler mit zwei gesunden Beinen können die sportlichen Rekorde des Leichtathleten nur erblassend bewundern. Doch weshalb startet Heinrich Popow eigentlich mit Handicap und wieso wurde sein linkes Bein teilamputiert?

Bereits seit seinem neunten Lebensjahr lebt Heinrich Popow mit einem teilamputierten Bein. Der Eingriff war notwendig, als ein Tumor, genauer gesagt ein Ewing-Sarkom in der linken Wade diagnostiziert wurde. Der Unterschenkel wurde im Rahmen einer sogenannten Knieexartikulation entfernt, doch Heinrich Popow war schon in jungen Jahren ein Kämpfer und lernte, mit seiner Behinderung zu leben - auch wenn der lebensverändernde Eingriff bedeutete, dass der Athlet seine Träume von einer Profifußballkarriere begraben musste. Für seine Eltern, mit denen Heinrich Popow mit sieben Jahren aus seinem Heimatland Kasachstan nach Deutschland gekommen war und in Hachenburg im Westerwald aufwuchs, sei die Amputation wesentlich schwieriger zu verkraften gewesen als für den damals Neunjährigen, beschreibt Heinrich Popow seine Erinnerungen oft in Interviews.

Leichtathlet Heinrich Popow setzt sich für andere Amputierte ein

Inzwischen hat sich Heinrich Popow mit seiner Amputation bestens arrangiert, wie er auf seiner Homepage verrät. Ein ganzes Arsenal an Prothesen macht es dem 33-Jährigen möglich, in jeder Lebenslage zurechtzukommen. Sowohl für den Leistungssport als auch für den Alltag verfügt der Leichtathlet über die passenden Beinprothesen. Mit seinem Schicksal möchte Heinrich Popow vor allem Vorbild sein: "Ich will mit meinem Erfolg anderen Menschen Mut machen, ihnen zeigen, dass auch im größten Rückschlag immer eine Chance steckt", so der Ausnahmesportler, der sich auch in der Nachwuchs- und Motivationsarbeit engagiert und anderen Amputierten mit Tipps zur Seite steht, auf seiner Webseite. Die Arbeit im Namen der Nationalen Anti-Doping-Agentur ist dem Ausnahmesportler ebenfalls eine Herzensangelegenheit.

Heinrich Popow privat mit Freundin: Das macht der Paralympics-Star neben seiner Sportkarriere

Als Kind war Heinrich Popow leidenschaftlicher Fußballer, doch seinen Sportdrang wollte der Junge selbst nach der Amputation nicht aufgeben. Doch selbst wenn Sport den Großteil seines Alltags einnimmt, hat Heinrich Popow auch ein "normales" Berufsleben: Der Ausnahmeathlet steckt gerade in einer Berufsausbildung zum Orthopädietechniker und war bis vor wenigen Jahren in Teilzeit als IT-Experte bei seinem Stammverein Bayer 04 Leverkusen tätig. Neben seiner erfolgreichen Sportkarriere und dem schweißtreibenden Training für seine Teilnahme bei "Let's Dance" 2017 hat Heinrich Popow übrigens auch noch Zeit für's Privatleben - Medienberichten zufolge soll der 33-Jährige liiert sein und kann sich somit auf die seelische und moralische Unterstützung seiner Freundin bei dem RTL-Tanzwettstreit verlassen.

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Der Leichtathlet Heinrich Popow im Steckbrief

Name: Heinrich Popow

Geburtstag und -ort: 14. Juli 1983 in Abaj, Kasachstan

Sternzeichen: Krebs

Größe: 1,78 Meter

Sportliche Erfolge (Auswahl): Paralympics 2012 - Gold über 100 Meter und Bronze über 200 Meter sowie mit der 4x100 Meter-Staffel, Paralympics 2008 - Silber über 100 Meter, Paralympics 2004 - Bronze über 100 Meter, 200 Meter und im Weitsprung

Autogrammadresse: Heinrich Popow, c/oAgentur Neuspree Media GmbH, Pappelallee 78-79, 10437 Berlin

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loc/kad/news.de
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