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Pollen-Saison aktuell: Deshalb wird 2024 für Pollen-Allergiker eine besondere Tortur

Sich am Frühling zu erfreuen ist für Pollen-Allergiker alles andere als leicht: Allerorten schwirren Allergieauslöser durch die Luft. Weshalb die Qualen in diesem Jahr besonders heftig werden dürften, zeichnet sich bereits ab.

Sich im Frühling an der blühenden Natur zu erfreuen, ist für Allergie-Geplagte eine echte Herausforderung - 2024 dürften die Pollen-Belastungen besonders heftig ausfallen, wie Experten zu bedenken geben. (Foto) Suche
Sich im Frühling an der blühenden Natur zu erfreuen, ist für Allergie-Geplagte eine echte Herausforderung - 2024 dürften die Pollen-Belastungen besonders heftig ausfallen, wie Experten zu bedenken geben. Bild: picture alliance/dpa | Monika Skolimowska

Es grünt und blüht allerorten, der Frühling hält Einzug in Deutschland! Was für all jene, die sich nach dem klirrend kalten Winter auf wärmende Sonnenstrahlen freuen, eine reine Wonne ist, kommt Allergie-Geplagten einer nicht enden wollenden Folter gleich. Kaum bewegt man sich als Mensch mit Pollen-Allergie im Freien, beginnen die Augen zu jucken und die Nase zu kribbeln, während sich Fließschnupfen oder im schlimmsten Fall gar Kurzatmigkeit aufgrund von allergischem Asthma dazugesellen. Aussichten auf eine baldige Linderung gibt es für Allergiker im Jahr 2024 nicht - eher das Gegenteil ist der Fall.

Pollen-Saison 2024 hat schon im Januar begonnen - Allergie-Geplagte leiden jetzt besonders

Die Pollensaison ist Mitte März längst zur Höchstform aufgelaufen, doch empfindliche Personen merkten bereits zu Jahresbeginn, dass etwas Unheilvolles in Gestalt von Pollen, beispielsweise von Haselsträuchern, in der Luft liegt. Wer besonders heftig reagiert, muss mitunter schon zu Weihnachten mit Allergie-Symptomen kämpfen. Prinzipiell gilt: Je milder die Temperaturen, umso kräftiger fällt der Pollenflug aus, wie Experten der Europäischen Allergiestiftung Ecarf und der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) bereits im Februar zu bedenken gaben. "Die Erle hat schon sehr früh Anfang Februar mit starken Belastungen begonnen", sagte Matthias Werchan von der PID. Auch Pappel, Eibe, Ulme und Zypressengewächse blühen nach Angaben des Landschaftsökologen bereits und können für Beschwerden sorgen. "Der Februar ist wärmer als ein durchschnittlicher März bisher. Und da reagiert die Natur natürlich stark." Mitte März ist es aktuell die Erle, die besonders heftig blüht, die Esche steht mit ihren Pollen bereits in den Startlöchern, wie RTL.de berichtet.

Keine Verschnaufpause für Pollenallergiker! Klimawandel und Luftverschmutzung verschlimmern Symptome

Tief durchatmen dürfte Allergikern in den kommenden Monaten nur selten vergönnt sein, denn zum verstärkten Pollenflug gesellen sich weitere Faktoren, die Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes den Atem rauben. Besonders kritisch wird es, wenn die Feinstaubbelastung erhöht ist, denn die Partikel in der Luft verstärken Prof. Karl-Christian Bergmann von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zufolge die Allergie-Symptome. Ebenfalls zur Belastung werden könne Experten zufolge die Tatsache, dass der Klimawandel neue Pflanzen und damit auch neue Pollen und neue Allergien nach Deutschland bringe.

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Galten die Wintermonate bislang als Verschnaufpause für Allergiker, so sind inzwischen härtere Zeiten für Betroffene angebrochen. Mittlerweile beobachten Fachleute, dass sich wegen des Klimawandels beinahe die Zeiten überschneiden, in denen die letzten Pollen der Vorsaison verschwinden und die ersten der neuen Saison auftauchen. Als einzige Verschnaufpause bleibe Allergikern nach Angaben des PID-Experten fast nur noch der November. Bis dahin sorgen tendenziell wärmere und feuchtere Herbstmonate dafür, dass sich die Pollensaison immer länger hinziehe.

Tendenz steigend: So viele Allergie-Geplagte gibt's derzeit in Deutschland

Einer Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge, die von 2008 bis 2011 stattfand, leiden rund 15 Prozent der Deutschen an Heuschnupfen, knapp neun Prozent an Asthma bronchiale. Während bei Heuschnupfen die oberen Atemwege in Mitleidenschaft gezogen sind, ist es bei Asthma die Lunge: Betroffene haben zum Beispiel Anfälle von Atemnot. Dem RKI zufolge hat die Häufigkeit allergischer Erkrankungen seit den 1970er Jahren in Ländern mit westlichem Lebensstil stark zugenommen und sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Die Häufigkeit von Asthma steige weiter an.

Pollen-Allergie - und nun? Das können Betroffene gegen Augenjucken und Fließschnupfen tun

Allergien zählen nach Angaben von Torsten Zuberbier von Ecarf weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. "Anders als bei anderen medizinischen Problemen können wir bei Allergien helfen", sagte der Experte. Gegen die Symptome können Betroffene etwa Nasensprays, Augentropfen und Tabletten nutzen. An der Ursache setzt eine Immuntherapie etwa mit Spritzen oder Tabletten (Hyposensibilisierung) an. Um die Beschwerden zu verringern, würde es laut Zuberbier auch helfen, die Begrünung von Städten allergiefreundlicher zu gestalten. Stadtgrün sei wichtig, allerdings sollte bei Neupflanzungen lieber auf Pollenschleudern wie Birken verzichtet werden.

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/news.de/dpa

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