19.09.2019, 09.26 Uhr

Influenza, Pest und Co.: 80 Millionen Tote! Forscher warnen vor Pandemie

Forscher warnen vor einer Pandemie.

Forscher warnen vor einer Pandemie. Bild: AdobeStock / peterschreiber.media

Die Chancen einer weltweiten Pandemie steigen, sind sich Wissenschaftler sicher. Während der dritten Pest-Pandemie (1896 bis 1945) kamen weltweit zwölf Millionen Menschen ums Leben. Noch schlimmer war allerdings die Spanische Grippe. Von 1918 bis 1929 infizierten sich mehr als 500 Millionen Menschen und bis zu 50 Millionen starben an der Krankheit.

Wissenschaftler warnen vor Pandemie

Ein Gremium von WHO und Weltbank hält die weltweiten Vorsichtsmaßnahmen gegen eine globale Epidemie (auch: Pandemie) für "völlig unzureichend". "Es ist schon längst an der Zeit zu handeln", schreiben die Mitglieder des Global Preparedness Monitoring Board (GPMB) in einem Bericht. Zahlreiche Dinge müssten demnach verbessert werden - den Fokus legt der Ausschuss dabei auf sieben dringende Maßnahmen. Unter anderem fordert das GPMB Regierungen aller Nationen auf, die Vorbereitungen auf eine mögliche Pandemie als integralen Bestandteil nationaler und globaler Sicherheit zu sehen.

Allein zwischen 2011 und 2018 zählte die WHO weltweit 1.483 Epidemien. Durch die größere Bevölkerungsdichte und die Möglichkeit, innerhalb von 36 Stunden um die Welt zu reisen, werden Krankheiten immer schneller verbreitet. Auch der Klimawandel spiele eine Rolle: Durch die globale Erwärmung übertragen Mücken das Dengue-Fieber und Zika nun auch in Europa, den USA sowie Kanada. Eine Milliarde Menschen seien gefährdet.

81 Millionen Tote durch Influenza-Epidemie möglich

Dass die Vorsichtsmaßnahmen aktuell völlig unzureichend sind, bestätigt auch Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité. Eine Studie aus dem Jahr 2006 kam zu dem Ergebnis, dass bei einer globalen Influenza-Pandemie 51 bis 81 Millionen Menschen ums Leben kommen könnten. Diese Zahlen hält Drosten für gerechtfertigt.

Der letzten Pandemie - der Schweinegrippe - fielen nach WHO-Angaben mehr als 18.400 Menschen in rund 200 Ländern zum Opfer. In Deutschland gab es 2009/2010 über 226.000 gemeldete Fälle, 258 Patienten starben. Doch die Auswirkungen des H1N1-Virus fielen trotzdem vergleichsweise glimpflich aus. "Das heißt nicht, dass eine zukünftige Pandemie auch so mild verlaufen muss", sagt Drosten.

WHO fordert Maßnahmen zum Schutz vor weltweiten Krankheitsausbrüchen

Ein Hauptwerkzeug gegen solche Erkrankungen sind für den Experten Impfstoffe. Auch neue Medikamente gegen Viren seien wichtig. "Wir müssen uns vor allem auf Viren vorbereiten, weil die einfach besser übertragbar sind." Doch nicht nur die harte Wissenschaft ist gefragt. Institutsleiter Drosten spricht davon, dass es bei Krankheitsfällen beispielsweise eine verbesserte Kommunikation zwischen Ländern und Behörden geben muss. Verstärkte Koordinationsmechanismen wünscht sich auch das GPMB - unter anderem bei den Vereinigten Nationen.

Die WHO fordert von den Staats- und Regierungschefs sieben konkrete Maßnahmen zum Schutz vor Pandemien. Unter anderem Aufstellung mehrjähriger Katastrophenpläne, Stärkung der Koordinierung durch die UN und den Aufbau von Überwachungsstrukturen. Jeder kann sich selbst durch Impfungen schützen. Auch Hände waschen hilft vor Infektionen.

Lesen Sie auch:Neuer Killervirus könnte 900 Millionen Menschen töten.

bua/fka/news.de/dpa
Unwetter über Europa Orioniden im Oktober 2019Beatrice Egli, Dolly Buster, Alphonso WilliamsNeue Nachrichten auf der Startseite