15.10.2019, 14.28 Uhr

"Armes Deutschland" auf RTL2: Hartz-IV-Empfänger fordert Eigenheim und Putzfrau vom Jobcenter

Dennis und Isabella wollen zwar nicht arbeiten, fordern jedoch trotzdem Eigenheim und Haushaltshilfe vom Jobcenter.

Dennis und Isabella wollen zwar nicht arbeiten, fordern jedoch trotzdem Eigenheim und Haushaltshilfe vom Jobcenter. Bild: RTL2

In den neuen Folgen der Sozial-Doku "Armes Deutschland" stellt RTL2 Hartz-IV-Empfänger vor, die auf zum Teil sehr ausgeklügelte Art und Weise versuchen, das System zu nutzen um ein vom Staat finanziertes Leben zu führen. Auch Experten kommen dabei zu Wort, um das Verhalten der Hartz-IV-Empfänger im Hinblick auf juristische, pädagogische und psychologische Perspektiven einzuschätzen.

Dennis und Isabella bei "Armes Deutschland": Notunterkunft für 70 Euro pro Tag

Das arbeitslose Pärchen Dennis und Isabella aus Köln, in der aktuellen Folge von "Armes Deutschland - Dürfen die das?" zu sehen, ist wohnungslos. Damit die beiden nicht auf der Straße schlafen müssen, bezahlt ihnen das Jobcenter ein Vier-Bett-Zimmer in einer Art "Hotel", welche pro Kopf und pro Tag den Staat um die 70 Euro kostet. Genauer genommen ist das Gebäude eher eine Notunterkunft, die der Vermieter als "Hotel" anpreist, um entsprechende Übernachtungspauschalen verlangen zu können. Bereits seit vier Jahren pendeln die beiden Sozialfälle von Notunterkunft zu Notunterkunft. Wirklich zufrieden sind sie mit dem, was ihnen der Staat zur Verfügung stellt, jedoch nicht."Ein Knasti hat mehr Platz für sich und da gibts auch Essen am Tag, worum er sich nicht drum kümmern muss. Und hier kriegt man nichts, nicht mal die Wäsche, gar nichts", moniert Dennis gegenüber dem Kamerateam von RTL2.

RTL2-Doku "Armes Deutschland: Wohnung mit Wintergarten und Haushälterin für Arbeitslose

Interesse an einem Mindeststandard an Lebensqualität haben die beiden natürlich auch. Nur das ihre Ansprüche und Vorstellungen die Möglichkeiten des Sozialstaates um ein Vielfaches übersteigen: "Wir sind hier in dem letzten Loch von Köln untergebracht. Ich finde so eine Baracke wie hier habe ich nicht verdient. Ich will ne schöne Wohnung mit Wintergarten und einer Haushälterin. Das müsste das Amt schon zur Verfügung stellen."

Auf Staatskosten! 50.500 Euro Miete in vier Jahren

Insgesamt habe nach Aussagen von RTL2 der Staat in den letzten vier Jahren rund 50.500 Euro für das Pärchen an Mietkosten ausgegeben. Bei dieser Größenordnung wirken die realitätsfernen Erwartungen von Dennis fast schon logisch und nachvollziehbar. "Mein Ziel ist es, keine Wohnung zu haben, dass ich nicht in fünf Jahren die Wohnung abbezahle und der Staat sagt, dass ich die Koffer packen kann, weil ich sie abbezahlt hab." Er habe nicht vor, sein Leben lang "jemanden die Häuser zu bezahlen". Ein Eigenheim wäre "das Einzige das was bringt und wo dich keiner raussetzen kann."

Hartz-IV-Empfänger fordert Eigenheim vom Jobcenter

Tatsächlich meint der junge Mann das völlig ernst. "Warum soll ich mir das nicht vom Amt finanzieren lassen? Was ist denn günstiger, mir ein Haus zur Verfügung zu stellen oder die nächsten fünfzig Jahre für mich die Miete zu bezahlen? Sechshundert Mieten, oder ein Betrag der kleiner ist? So oder so zahlt das Amt eh alles, bis zu meinem Lebensende. Ich werd hier keinen Finger mehr krumm machen", zeigt sich der Arbeitslose stur.

"Ich halte es für möglich, dass es günstiger wäre ihm ein Eigenheim hinzustellen"

Nach Aussage des juristischen Experten der Sendung André Galla habe Dennis aus "Armes Deutschland" "eigentlich recht". "Man müsste das mal tatsächlich gegeneinanderrechnen. Ich halte es für möglich, dass es günstiger wäre, ihm ein Eigenheim hinzustellen." Auch die ehemalige Jobcenter-MitarbeiterinInge Hannemann muss eingestehen, dass an diesen Ausführungen was dran sein könnte. "Wenn wir in seinen Gedanken bleiben, dass er immer von Sozialleistungen abhängig bleibt, dann stimmt natürlich seine Berechnung."

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kjf/loc/news.de
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