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Konstantin Malofejew und Dmitri Medwedew: Kurz nach Terroranschlag in Moskau - Putin-Freunde drohten Ukraine mit Vergeltung

Die Terroristen des Islamischen Staats haben sich zu dem Anschlag auf eine Moskauer Konzerthalle bekannt. Für einige Kreml-Unterstützer stand jedoch offenbar schnell ein anderer Schuldiger fest: die Ukraine. Kurz nach dem Vorfall drohten Oligarch Konstantin Malofejew und Ex-Präsident Dmitri Medwedew Kiew bereits mit Vergeltung.

Ex-Präsident Dmitri Medwedew war einer der Putin-Untersützer, der die Ukraine verdächtige, für den Terroranschlag auf eine Moskauer Konzerthalle verantwortlich zu sein. (Foto) Suche
Ex-Präsident Dmitri Medwedew war einer der Putin-Untersützer, der die Ukraine verdächtige, für den Terroranschlag auf eine Moskauer Konzerthalle verantwortlich zu sein. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Government/AP | Alexander Astafyev

Ein Terroranschlag auf eine Moskauer Konzerthalle mit mehr als 90 Toten und über 100 Verletzten erschütterte am Freitagabend Russland. Bewaffnete hatten offenbar wahllos auf die Besucher in dem Veranstaltungszentrum geschossen, es gab Explosionen. Mittlerweile bekannte sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu dem Anschlag. Doch zunächst fiel der Verdacht auch auf die Ukraine, die jegliche Beteiligung allerdings schnell abstritt. Vor allem Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin polterten bereits kurz nach dem Angriff - ohne jegliche nähere Kenntnisse - gegen Kiew.

Konstantin Malofejew droht Ukraine indirekt mit Atomschlag nach Terrorangriff auf Moskauer Konzerthalle

So schrieb zum Beispiel der Oligarch und Kriegsbefürworter Konstantin Malofejew am Freitagabend kurz vor 20 Uhr auf seinem Telegram-Kanal: "Geben wir der ukrainischen Zivilbevölkerung 48 Stunden Zeit, um die Städte zu verlassen und diesen Krieg endlich zu beenden, indem wir den Feind siegreich besiegen. Mit allen Kräften und Mitteln." Diese Zeilen kann man durchaus auch als eine weitere Drohung mit Russlands Atomwaffen deuten. Nach dem Bekenntnis des IS, für den Anschlag verantwortlich zu sein, behauptete er in einem weiteren Post außerdem, die Terrororganisation habe aktuell gar keinen Grund Russland anzugreifen. Er fuhr fort: "Das Terrorregime in Kiew und der kollektive Westen, der um seine Schwächung besorgt ist, werden von groß angelegten Terroranschlägen in Moskau und Russland insgesamt profitieren - und zwar genau jetzt. Unmittelbar nach dem triumphalen Wahlsieg Putins und in einer Situation, in der Gesellschaft und Staat in großem Umfang mobilisiert werden. Sie können Ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen."

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Konstantin Malofeev war nicht der einzige Putin-Freund, der nach dem Terroranschlag schnell die Ukraine verdächtigte. So schrieb zum Beispiel Ex-Kreml-Chef Dmitri Medwedew auf Telegram: "Wenn feststeht, dass es sich um Terroristen des Kiewer Regimes handelt, ist es unmöglich, mit ihnen und ihren ideologischen Inspiratoren anders zu verfahren. Sie alle müssen gefunden und als Terroristen rücksichtslos vernichtet werden. Einschließlich der Beamten des Staates, der eine solche Gräueltat begangen hat. Tod für Tod."

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