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Bauern-Proteste: Subventions-Frust gerechtfertigt? So viel verdienten Landwirte

Die Bauern sind frustriert. Viele klagen über die Agrarpolitik der Bundesregierung. Obwohl die Subventionen doch nicht gekürzt werden, gehen Landwirte auf die Straße. Wie wichtig sind die Subventionen wirklich für die Betriebe?

Ein Traktor blockiert eine Autobahnzufahrt. Viele Bauern kritisieren die Subventionspläne der Bundesregierung. (Foto) Suche
Ein Traktor blockiert eine Autobahnzufahrt. Viele Bauern kritisieren die Subventionspläne der Bundesregierung. Bild: picture alliance/dpa | Frank Hammerschmidt

Deutsche Bauern sind unzufrieden. Lautstark beschwerten sie sich über die geplanten Streichungen von Agrardiesel- und Kfz-Steuer-Subventionen. Die Bundesregierung lenkte ein und nahm die Kürzungen teilweise wieder zurück. Das reicht den Landwirten nicht und sie gehen weiter auf die Straße. Am 8. Januar startete eine Aktionswoche, in der sie mit unter anderem Straßenblockaden auf ihre Lage aufmerksam machen wollen. Doch würden die ausbleibenden Subventionen den Bauern wirklich schaden? Geht es Deutschlands Bauern wirklich so schlecht?

Bauern-Proteste 2024: Welche Folgen hätte das Subventions-Aus für Landwirte gehabt?

Wie stark die nun doch nicht gestrichenen Staatshilfen die wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Betriebe belastet hätte, ließ sich zuletzt nur schätzen. "Die Streichung der Agrardieselerstattung würde für einen durchschnittlichen 100 Hektar großen Betrieb Mehrkosten zwischen 2.300 Euro pro Jahr (spezialisierter Ackerbaubetrieb) und 3.900 Euro pro Jahr (spezialisierter Milchviehbetrieb) bedeuten", sagte der Agrar-Professor Thomas Herzfeld vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien in Halle an der Saale gegenüber der "Berliner Morgenpost".

So viel verdienen Bauern in Deutschland

Dennoch verdienten Landwirte zuletzt gut. Für das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2022/23 stieg der Gewinn. "Im Durchschnitt lag das Unternehmensergebnis der Haupterwerbsbetriebe bei 115.400 Euro je Betrieb", teilte der Deutsche Bauernverband in einem Bericht mit. Ein Jahr zuvor erwirtschafteten Betriebe noch 79.432 Euro. Das durchschnittliche Einkommen deutscher Landwirte lag bei etwa 43.500 Euro pro Person. Das ergab eine Analyse des Bundeslandwirtschaftsministeriums für das Jahr 2021/2022. Die Gewinne unterscheiden sich aber je nach Betriebsart und Erwerbsform etwas. Gerade kleinere Betriebe nehmen weniger ein als größere, die auch von den Subventionen mehr profitieren.

Die größten Gewinne verzeichneten Milchviehbetriebe mit einem Überschuss von 143.320 Euro, erfolgt von Ackerbaubetrieben mit119.550 Euro. Im Nebenerwerb erhöhte sich der durchschnittliche Gewinn um zwölf Prozent. Insgesamt waren es im Wirtschaftsjahr 2022/23 18.300 Euro. Ein Landwirt verdient im Schnitt etwa 43.000 Euro. Weitere Einnahmen kommen aus der Pacht. Viele Betriebe verpachten Teile ihres Landes unter anderem an nicht-landwirtschaftliche Betriebe. Die Zuschüsse der Europäischen Union und der Bundesregierung können "etwa vier bis 40 Prozent" der Betriebsgewinne umfassen, erklärte Professor Herzfeld. Besonders viel gibt es von der EU. Etwa 6,382 Milliarden von der EU gab es für die Landwirte.

Kehrtwende in der Agrarpolitik: Das fordern Bauern

Die Subventionen alleine bringen in der Landwirtschaft keine Kehrtwende. Deshalb braucht es einen Wandel in der Agrarpolitik. "Wir fordern ein grundsätzliches Umsteuern in der Agrarpolitik - Green Deal, Farm-to-Fork, sinnlose Auflagen und überbordende Bürokratie müssen weg", schreiben die Freien Bauern. Wichtig sei es auch die Monopolstellung in Handel und Lebensmittelindustrie zu beenden. Der Bauernverband kritisierte derweil die Rücknahme der Sparpläne. Diese Forderungen seien nicht zukunftsorientiert, sagte Biobauer und Vorsitzender des Landesverbands AbL Rheinland-Pfalz/Saarland, Ralf Wey, aus Moselsürsch, gegenüber dem SWR. Sein Verband spricht sich in seinem "Sechs-Punkte-Plan" für faire Preise für Milchbauern und eine bessere Bezahlung für den Umweltschutz der Bauern aus.

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/loc/news.de/dpa

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