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Nato-Länder erhöhen Schutz: Gefahr durch Wagner-Söldner? Angst an Belarus-Grenze wächst

Die zunehmende Präsenz der Wagnergruppe an der belarussischen Grenze besorgt drei osteuropäische Länder. Nach Polen verstärkte Lettland seinen Grenzschutz. Litauen ging einen Schritt weiter und schloss vorübergehend zwei Grenzübergänge.

Polen, Litauen und Lettland haben ihren Grenzschutz aufgrund der Präsenz der Wagnergruppe in Belarus verstärkt. (Symbolfoto) (Foto) Suche
Polen, Litauen und Lettland haben ihren Grenzschutz aufgrund der Präsenz der Wagnergruppe in Belarus verstärkt. (Symbolfoto) Bild: picture alliance/dpa/Belarus' Defense Ministry/AP | Uncredited

Nach dem Putschversuch der Wagner-Gruppe am 24. Juni 2023 wurden die Söldner nach Belarus geschickt. Dort sollen sie bereits neue Pläne schmieden und trainieren. Laut einem russischen General haben sie es möglicherweise auf ein Grenzgebiet zwischen zwei Nato-Ländern abgesehen. Polen verstärkte deshalb die Überwachung an der Grenze. Auch zwei weitere osteuropäische Länder haben auf eine mögliche Bedrohung reagiert.

Angst vor Wagner-Söldnern? Litauen schließt Grenze zu Belarus

Litauen wird in Reaktion auf die Präsenz russischer Wagner-Söldner in Belarus zwei seiner sechs Grenzübergänge zum Nachbarland vorübergehend schließen. Die Regierung des baltischen EU- und Nato-Landes entschied am Mittwoch in Vilnius, die beiden Kontrollpunkte Sumskas and Tverecius zum 18. August bis auf weiteres dicht zu machen. "Diese Entscheidung ist eine der Präventivmaßnahmen, um die Bedrohungen der nationalen Sicherheit und mögliche Provokationen an der Grenze einzudämmen", sagte Innenministerin Agne Bilotaite. Dadurch könnte mehr Personal zur Überwachung und zum Schutz der Grenze eingesetzt werden.

Litauen macht Grenze dicht: Nato-Land hat Angst vor Wagner-Angriff?

Litauen hat eine fast 680 Kilometer lange Grenze zu Russlands engem Verbündeten Belarus. Der Baltenstaat ist wie Polen und Lettland besorgt wegen Aktivitäten der russischen Privatarmee Wagner im Nachbarland. Deren Truppen hatten nach dem gescheiterten Aufstand gegen Moskau ihr Lager in Belarus aufgeschlagen - und sollen nach Angaben der Führung in Minsk die belarussische Armee schulen. Nach Angaben von Grenzschutz-Chef Rustamas Liubajevas könnten bis zu 4500 Wagner-Kämpfer in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik sein. "An unseren Grenzen – der litauischen und der polnischen – sind verschiedene hybride Angriffe gestoppt worden, die seit zwei Jahren andauern", sagte der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki Anfang August auf einer Pressekonferenz. Um die Freiheit der Länder zu schützen, würde die polnische Grenzregion vor belarussischen Aktivitäten geschützt.

Nach Angaben von Bilotaite diskutierten die baltischen Staaten und Polen auch über die Möglichkeit einer vollständigen Schließung ihrer Grenzen zu Belarus. Dazu soll es Ende des Monats Gespräche in Warschau geben, sagte sie der Agentur BNS zufolge.

Polen und Litauen fürchten Wagner-Söldner an Belarus-Grenze: Lettland verstärkt Grenzüberwachung

Lettland verstärkte ebenfalls seinen Schutz, nachdem es vermehrt zu illegalen Grenzüberschreitungen kam. Das teilte Verteidigungsministerin Murniece mit. Soldaten und Soldatinnen sollen die Grenzpolizei bei Kontrollen unterstützen. Wie der "Deutschlandfunk" berichtet sind in 24 Stunden 96 Personen ohne Genehmigung über die Grenze gegangen.

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/news.de/dpa

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