21.01.2021, 10.42 Uhr

Explosion in Madrid : Vier Menschen sterben nach schwerer Explosion in spanischer Hauptstadt

Eine schwere Explosion erschütterte am Mittwochnachmittag die spanische Hauptstadt Madrid.

Eine schwere Explosion erschütterte am Mittwochnachmittag die spanische Hauptstadt Madrid. Bild: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Europa Press

Im Zentrum der spanischen Hauptstadt Madrid hat sich Medienberichten zufolge am Mittwoch eine Explosion zugetragen. Laut Regierungskreisen könne es sich bei der Ursache des Unglücks um ein Gasleck gehandelt haben.Die Zahl der Todesopfer bei der heftigen Gasexplosion in einem Wohnhaus im Zentrum Madrids hat sich am Donnerstag auf vier erhöht.

Drei Menschen bei Explosion ums Leben gekommen

Ein Priester, der bei der Detonation am Vortag schwere Verbrennungen erlitten hatte, sei im Krankenhaus gestorben, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die Behörden. Er sei im Augenblick der Explosion bei dem ebenfalls ums Leben gekommenen Techniker gewesen, der die Gasheizung reparieren sollte. Zwei weitere Menschen seien vor dem Gebäude ums Leben gekommen. Man habe bereits die Leichen einer 85 Jahre alten Frau und eines noch nicht identifizierten Mannes geborgen, berichteten der spanische Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf Sprecher des Innenministeriums und der Feuerwehr. Mindestens zehn weitere Menschen waren verletzt worden.

Das Unglück sei am Mittwoch gegen 15 Uhr aufgrund eines Gaslecks geschehen, sagte der Vertreter des spanischen Innenministeriums in der Region Madrid, José Manuel Franco, vor Journalisten. Zu dem Zeitpunkt seien am Heizkessel des Unglücksgebäudes Wartungsarbeiten durchgeführt worden. Der Mann, der diese Arbeiten durchführte, werde noch vermisst.

Wie TV-Bilder zeigten, stürzte die Fassade des sechsstöckigen Gebäudes mit der Hausnummer 98 der Straße Calle de Toledo - etwa 700 Meter südlich der Plaza Mayor - nahezu völlig ein. Es handele sich um ein Residenz- und Bürogebäude für Priester, hieß es.

Die Explosion war im Umkreis von mehreren Kilometern sehr laut zu hören. "Es war schrecklich, es war schrecklich", stammelte eine ältere Nachbarin mit zitternden Händen vor TV-Kameras im Gespräch mit dem zum Unglücksort geeilten Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida. Eine andere Augenzeugin, Lola López, sagte dem TV-Sender "La Sexta": "Es war wie Krieg. Es war wie eine Bombe. Überall flogen uns Steine um die Ohren. Eine Wand ist zwei Meter neben uns eingestürzt. Wir sind weggelaufen." Der 37-jährige Rodrigo Verano, der unweit des Unglücksgebäudes wohnt, sagte der Zeitung "El País": "Unser Gebäude hat 15 Sekunden lang gezittert."

Die Feuerwehr, die Polizei und die Notfalldienste waren mit zirka zwei Dutzend Fahrzeugen im Einsatz. Bewohner von Nachbargebäuden, darunter eines Seniorenheimes, wurden nach Medienberichten umgehend in Sicherheit gebracht. Die Unglücksstelle wurde wegen Einsturzgefahr weiträumig abgeriegelt.

Ursache der Explosion noch unklar

Die Ursache des Unglücks, das amtlichen Angaben zufolge gegen 15 Uhr geschah, blieb vorerst unbekannt. Es wird eine Gasexplosion vermutet. "Alles deutet darauf hin", sagte Bürgermeister José Luis Martínez Almeida an der Unglücksstelle.

Spanische Medien berichteten, die Bewohner von Nachbargebäuden, darunter eines Seniorenheimes, würden in Sicherheit gebracht. Der spanische Sender La Sexta TV berief sich auf Regierungskreise, die ein Gasleck für die mögliche Ursache halten würden.

Explosion in Madrid: Schnee verhinderte wohl größeres Unglück

Der Schnee verhinderte allerdings am Mittwoch womöglich eine noch viel größere Tragödie. Genau neben dem Unglücksgebäude liegt der Pausenhof einer Grundschule. Nach der Explosion war er voller Trümmerteile. «Hunderte Kinder, darunter meine zwei, wären genau zu dem Zeitpunkt dort in der Spielpause gewesen, wäre nicht der viele Schnee gewesen», erzählte eine Mutter der dpa. In der Schule sei nur ein Kind leicht verletzt worden, das von Splittern eines zerbrochenen Fensters getroffen worden sei.

Videos von Explosion kursieren auf Twitter

Offizielle Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Zwei Zeugen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, sie hätten eine laute Explosion gehört. Danach sei Rauch aufgestiegen.

Auf Twitter kursierten Videos, die offenbar das Ausmaß der Verwüstung nach der Detonation zeigten. Den Bildern zufolge wurde mindestens ein mehrstöckiges Gebäude schwer beschädigt.

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sig/news.de/dpa