28.10.2019, 16.39 Uhr

Gewalt im Amateur-Fußball: Spieler-Vater stürmt Platz und schlägt auf Gegner (15) ein

Gewalt auf dem Fußballplatz ist leider keine Seltenheit in Deutschland. 

Gewalt auf dem Fußballplatz ist leider keine Seltenheit in Deutschland.  Bild: picture alliance / Arne Dedert/dpa

Eine Funktion des Sports ist es, den sonst möglicherweise brutalen Wettstreit mit Regeln und Vorschriften soweit zu zivilisieren, dass es keine Verletzten mehr gibt. Doch der Rausch des Wettkampfes führt immer wieder dazu, dass sowohl Sportler als auch Zuschauer die Grenze überschreiten und zur unverhohlenen Gewalt greifen. Ob als Reaktion auf eine andere Aktion oder aus eigenem Antrieb ist für die Konsequenzen unerheblich.

Gewaltausbruch im Amateur-Fußball! B-Jugend-Spieler bewusstlos geschlagen

Ein Vater ist nun bei einem B-Jugend-Fußballspiel seines Sohnes in Moers auf den Platz gestürmt und hat einem gegnerischen Spieler (15) mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, kam der Jugendliche mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Der 48-Jährige habe sich am Sonntagmittag bei der Partie zwischen dem Moerser SV Schwafheim 1 und dem Krefelder TSV Bockum 2 über die aggressive Spielweise des 15-Jährigen aufgeregt, teilte die Polizei Wesel am Montag mit. Der Vater aus Krefeld bekam eine Anzeige wegen Körperverletzung, der Junge erlitt eine Platzwunde an der Lippe. Zu dem Spiel waren 40 Zuschauer gekommen.

Gewalttätige und rassistische Übergriffe im Amateur-Fußball weit verbreitet

Abseits der professionellen Sportfelder, bei denen es um hohe Werbeeinnahmen geht und entsprechend für Ordnung gesorgt wird, sind auf den kleinen Sportfeldern der Republik Schlägereien und rassistische Parolen nicht selten. Doch meistens verlagern sie sich auf die Zeit nach dem Spiel.

Der Fall aus Moers könnte darauf hinweisen, dass die Schwelle zur Gewaltanwendung in der Öffentlichkeit immer weiter sinkt. Besonders beim Sport, wo Emotionen schnell hochkochen können, muss darauf geachtet werden, dass es weder auf, noch neben dem Platz zu Gewalt oder Diskriminierung kommt. Deswegen wird politische Äußerungen von Sportlern und Fußballern insbesonderen immer besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Situationen wie der like unter dem türkischen Kriegs-Postkönnen bei vielen Sportbegeisterte den Gedanken hervorrufen, dass nationalistische Ideen auch in Deutschland wieder salonfähig werden.

Am vergangenen Wochenende streikten die Schiedsrichter in den unteren Berliner Fußball-Ligen, um ein Zeichen gegen Gewalt im Amateur-Fußball zu setzen. Auch in anderen Bunndesländern kommt es immer wieder zu Gewalt, vor allem gegen Schiedsrichter. 

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luj/hos/news.de/dpa
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