03.06.2019, 10.26 Uhr

Boots-Unglück in Venedig: Im Video: Kreuzfahrtschiff rammt Touristenboot - mehrere Verletzte

In Venedig kam es zu einem Bootsunglück.

In Venedig kam es zu einem Bootsunglück. Bild: picture alliance/Vigili del Fuoco/dpa

Ein riesiges Kreuzfahrtschiff hat in der italienischen Lagunenstadt Venedig eine Anlegestelle gerammt und ist mit einem Touristenboot zusammengestoßen. Nach Medienberichten wurden mehrere Menschen verletzt. Das Unglück ereignete sich am Sonntagmorgen im zentralen Kanal von Giudecca an der Haltestelle San Basilio, wie die Feuerwehr mitteilte.

Kreuzfahrtschiff rammt Touristenboot in Venedig - mehrere Verletzte

Der Kreuzfahrt-Gigant "Msc Opera" sei gegen das geparkte Ausflugschiff gestoßen, berichtete die Zeitung "La Repubblica". Einige Passagiere des kleineren Schiffes seien aus Angst ins Wasser gesprungen, so die Zeitung "Nuova Venezia" unter Berufung auf Augenzeugen. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur ADN Kronos berichtete. Die Situation sei unter Kontrolle, twitterte die italienische Feuerwehr.

Bootsunglück in Venedig: Video zeigt Tragödie

Auf einem Video war zu sehen, wie das Kreuzfahrtschiff mit lautem Sirenengeheul Richtung Anlegestelle fährt und Menschen an Land in Panik davonlaufen. An Bord des Ausflugsschiffs sollen rund 130 Menschen gewesen sein. Auf der "Msc Opera" haben mehr als 3500 Menschen Platz. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Spekuliert wurde, dass das Tau des Schleppers gerissen sei oder dieser die Kontrolle über das Kreuzfahrtschiff verloren habe.

US-Amerikanerin berichtet von Unglück in Venedig

Die US-Amerikanerin Lynn Balzer, die beim Unfall leicht verletzt wurde, wird den 2. Juni 2019 wohl niemals vergessen. Sie erzählte in einem Video der Zeitung "Corriere del Veneto", dass sie mit ihrem Mann beim Kaffee auf dem Oberdeck des kleinen Boots saß und auf das Taxi zum Flughafen wartete, als plötzlich das riesige Schiff auftauchte. "Es kam näher und näher. Wir dachten: Klar, es wird noch an uns vorbeifahren. Das tat es aber nicht."

Ein Besatzungsmitglied habe plötzlich gerufen: "Alle raus aus dem Boot. Lauft!" Aber plötzlich seien "der Landungssteg und alles kaputt gegangen", so die Frau. Ihre Tasche sei ins Wasser gefallen, sie habe Reisepass, Juwelen und Bargeld verloren.

Ursache für Unglück in Venedig klar: Motorschaden bei Kreuzfahrtschiff

Ursache des Unglücks sei ein Motorschaden bei dem Kreuzfahrtschiff gewesen, sagte Davide Calderan, der Präsident der Schlepperfirma "Rimorchiatori Uniti Panfido". Der Motor der "MSC Opera", auf der mehr als 3500 Menschen Platz haben, sei blockiert gewesen, sagte Calderan. Er habe deshalb beim Anlegen selbstständig beschleunigt anstatt abzubremsen. Die Kreuzfahrtgesellschaft MSC Cruises sprach von einem "technischen Problem".

Der Unfall hätte in einer Tragödie enden können, klagte der Gouverneur der Region Venetien, Luca Zaia. Der Zwischenfall gebe den Forderungen nach einem Verbot des Einlaufs großer Schiffe in das San-Marco-Becken neue Nahrung. Man könne "nicht länger warten".

Unfall befeuert Debatte über Schiffskolosse in Venedig

Seit Jahren wird über die Schiffskolosse in der Unesco-Welterbestadt gestritten, die von Millionen Touristen besucht wird. Kritiker wollen die großen Kreuzfahrtschiffe komplett aus der Lagunenstadt verbannen. Bisher fahren sie im Kanal von Giudecca in Sichtweite von Sehenswürdigkeiten wie dem Markusplatz.

Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, erklärte, das Unglück sei "der x-te" Beweis, dass in dem Kanal keine Kreuzfahrtriesen mehr fahren könnten. Auch Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli erklärte, die Stadt müsse besser geschützt werden.

Geplant ist, dass die besonders großen Kreuzfahrtschiffe eine weniger spektakuläre Route um die Stadt fahren und in der Industriegegend Marghera anlegen. Über dieses Projekt wird allerdings auch seit Jahren debattiert. Die Unesco hat Venedig bereits gewarnt, dass die Riesenschiffe das Welterbe gefährdeten. Umweltschützer mahnen wegen Risiken für das besondere Ökosystem der Lagune. Unternehmer sehen dagegen ihr Geschäft in Gefahr.

fka/news.de/dpa
Themen: Schiff, Venedig
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