12.05.2014, 14.07 Uhr

Keine Punkte für Österreich!: Deutsche «ESC»-Jury wollte Conchitas Sieg abbiegen

Von news.de-Redakteur Tobias Rüster

Conchita Wurst ist seit ihrem Sieg beim «Eurovision Song Contest» in Kopenhagen die neue Kaiserin von Österreich, beeindruckte ganz Europa mit einem Auftritt, der für Toleranz, Gleichheit und Freiheit steht. Doch allein dank seines gepflegten Bartes und seiner wichtigen Message hat der Travestiekünstler Tom Neuwirth den wichtigsten europäischen Sangeswettstreit nicht gewonnen.

«ESC 2014»: Zuschauer voten Conchita Wurst auf Platz 1

Offensichtlich traf der Siegersong «Rise Lika A Phoenix» den musikalischen Geschmack der europäischen Zuhörerschaft. Und zugegeben: Die kraftvolle Ballade, die an Shirley Basseys legendäre «James-Bond»-Stücke erinnerte, wurde von Conchita Wurst perfekt vorgetragen. Selbst «ESC»-Kommentator Peter Urban, seines Zeichens renommierter Musikredakteur, lobte im Anschluss an ihren Auftritt: «Das hätte Shirley Bassey nicht besser machen können!» So sah es auch das deutsche TV-Publikum, das Conchita Wurst bei der «ESC»-Abstimmung per Telefon, SMS und App ganz klar auf Platz eins setzte.

Eine Diva mit Vollbart triumphiert beim ESC: Conchita Wurst, die Kunstfigur des Travestie-Künstlers Tom Neuwirth hat für Österreich den Eurovision Song Contest gewonnen. In einem perfekt inszenierten Auftritt setzt sie sich mit dem an James-Bond-Hymnen er

«Rise Lika A Phoenix» zu schlecht für den ESC-Sieg?

Conchita Wurst: Von der deutschen Jury gab es keine Punkte!

Conchita Wurst: Von der deutschen Jury gab es keine Punkte! Bild: Flindt Mogens / Pool/dpa

Doch trotz der Millionen Stimmen für Conchita Wurst erhielt Österreich aus Deutschland nur magere sieben Punkte in der Endabrechnung. Warum? Ganz einfach: Die deutsche Experten-Jury, die vom ausstrahlenden Sender NDR berufen wurde, gab Conchita Wurst nicht einen mageren Punk - und deren Wertung wird zu 50 Prozent mit den Zuschauerstimmen verrechnet.

Rapper Sido, die Sänger Andreas Bourani, Madeline Juno und Jennifer Weist (von der Band Jennifer Rostock) sowie Musikmanager Konrad Sommermeyer befanden den Beitrag Österreichs für so schlecht, dass sie ihn nur auf Platz elf setzten. Und damit wurde Conchita mit null Jury-Punkten abgefertigt.

Wollte die «ESC»-Jury den Sieg von Conchita Wurst verhindern?

Einzusehen sind die Abstimmungsergebnisse jedes einzelnen Jurymitgliedes auf der deutschen Eurovision-Webseite - und da zeigt sich, dass die Herren und Damen Experten den Beitrag aus Dänemark (Endergebnis Platz 9) an der Spitze sahen. Es stellt sich daher die Frage: Wollte die deutsche «ESC»-Jury etwa einen möglichen Sieg von Conchita Wurst verhindern?

Und weiter: Wie können fünf sogenannte Musikexperten so weit am Geschmack der Mehrheit vorbei votieren, dass sie der Lieblingsnummer der Deutschen nicht einmal einen einzigen Punkt zusprechen?

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