13.08.2019, 18.12 Uhr

Bjorg Lambrecht ist tot: Trauerfeier für verstorbenen Radprofi (22) in Belgien

Der belgische Radprofi Bjorg Lambrecht (li.) ist bei der Polen-Rundfahrt 2019 tödlich verunglückt.

Der belgische Radprofi Bjorg Lambrecht (li.) ist bei der Polen-Rundfahrt 2019 tödlich verunglückt. Bild: Expa / Reinhard Eisenbauer / APA / picture alliance / dpa

Die 76. Polen-Rundfahrt ist vom tragischen Tod des belgischen Rad-Profis Bjorg Lambrecht überschattet worden. Der 22-Jährige stürzte am Montag auf der dritten Etappe von Chorzów nach Zabrze. Der Unfall war so schwer, dass Lambrecht reanimiert werden musste und mit einem Helikopter ins Krankenhaus geflogen wurde. Doch der Belgier erlag seinen Verletzungen, wie sein Rennstall Lotto Soudal und die Tour-Veranstalter mitteilten. "Die größte Tragödie, die der Familie, Freunden und Teamkollegen von Bjorg passieren könnte, ist passiert ... Ruhe in Frieden Bjorg", schrieb der Rennstall.

Radprofi Bjorg Lambrecht (22) nach Unfall auf Polen-Rundfahrt gestorben

Wie die Tour-Veranstalter mitteilten, soll Lambrecht während einer Operation im Krankenhaus in Rybnik gestorben sein. "Es gibt keine Worte, um diese Tragödie zu beschreiben. Unsere Gedanken sind bei Seiner Familie, Freunden, Team und der gesamten Radsportgemeinschaft", hieß es in einer Mitteilung. Genauere Informationen lagen noch nicht vor. Insgesamt kam es aufgrund der widrigen Wetterbedingungen mit teils starkem Regen zu zahlreichen Stürzen.Das polnische Portal Onet berichtete, Lambrecht sei im Regen gegen eine Betonkonstruktion gefahren. Genaue Details zu Unfall und Todesursache machten zunächst weder die Organisatoren noch sein Team Lotto-Soudal.

Tödlicher Crash von Bjorg Lambrecht überschattet Polen-Rundfahrt auf 3. Etappe

"Heute spielt das Ergebnis des Rennens keine Rolle. Ich war am Boden zerstört, als ich die tragischen Nachrichten gehört habe, und möchte der Familie und den Freunden von Bjorg Lambrecht und allen bei Lotto - Soudal mein tief empfundenes Beileid aussprechen", sagte der deutsche Meister Pascal Ackermann in einer von seinem Team Bora-hansgrohe auf Twitter verbreiteten Stellungnahme.

"Jeder bei Bora-hansgrohe ist zutiefst bestürzt und traurig über die Nachricht von Bjorg Lambrechts Tod, ein Mitglied der Radsport-Familie. Unsere Gedanken sind bei Bjorgs Familie, Freunden und seinem Team Lotto-Soudal. Die Radsport-Familie hat ein wichtiges Mitglied verloren", schrieb der deutsche Rennstall Bora-hansgrohe am Montagabend. Ackermann zeigte sich "schockiert" und sagte: "Heute zählt das Ergebnis nicht."

Lambrecht war in diesem Jahr Vierter bei der Flèche Wallonne und Sechster im Amstel Gold Race geworden. Er hatte außerdem die Jungfahrer-Wertung beim Dauphiné gewonnen. "Ich kann nicht glauben, wie tragisch unser Sport sein kann", twitterte André Greipel.

Polen-Rundfahrt 2019: Fabio Jakobsen nachträglich disqualifiziert

Ackermann gewann die Etappe, nachdem der ursprüngliche Sieger Fabio Jakobsen (Quick Step) aus den Niederlanden nachträglich von der Rennleitung disqualifiziert wurde. Der deutsche Meister baute mit seinem zweiten Tageserfolg seine Gesamtführung aus. Die vierte Etappe der siebentägigen WorldTour-Rundfahrt soll am Dienstag über 150,5 Kilometer von Jaworzno zur Bergankunft in Kocierz in 698 Meter Höhe führen.

Wie es mit der Polen-Rundfahrt an diesem Dienstag weitergeht, teilten die Veranstalter bis zum späten Montagabend nicht mit. Auf dem Programm der siebentägigen WorldTour-Rundfahrt stehen 150,5 Kilometer von Jaworzno nach Kocierz.

Polen-Rundfahrt: Neutralisierte Etappe endet mit Schweigeminute

Im Gedenken an den tödlich verunglückten belgischen Radprofi Bjorg Lambrecht ist die neutralisierte vierte Etappe der Polen-Rundfahrt mit einer Schweigeminute zu Ende gegangen. Lambrechts sechs Kollegen vom Team Lotto-Soudal fuhren am Dienstag geschlossen an der Spitze ins Ziel der auf 133,7 Kilometer verkürzten Etappe in Kocierz. Auf dem Zielbanner stand groß Lambrechts Name und seine Startnummer 143, getaucht in die Farben der belgischen Flagge. Danach hielten das gesamte Fahrerfeld, die Teams und Zuschauer inne, um an den erst 22-Jährigen Lambrecht zu erinnern.

Das große Talent war am Montag nach einem schweren Sturz auf der dritten Etappe von Chorzów nach Zabrze gegen eine Betonkonstruktion geprallt. Zunächst wurde er vor Ort reanimiert und dann in ein Krankenhaus geflogen. Dort erlag er während einer Operation aber seinen schweren Verletzungen. Daraufhin hatten die Organisatoren die Dienstag-Etappe neutralisiert und verkürzt. Deshalb gibt es keine Tageswertung.

Der deutsche Meister Pascal Ackermann führt in der Gesamtwertung somit weiter mit zwölf Sekunden vor dem Kolumbianer Fernando Gaviria.

Verunglückter Rad-Profi Lambrecht starb an inneren Verletzungen

Der am Montag bei der Polen-Rundfahrt tödlich verunglückte belgische Radprofi Bjorg Lambrecht ist an schweren inneren Verletzungen gestorben. "Bjorg starb an einer schweren Leberverletzung, die zu massiven inneren Blutungen führte. In der Folge erlitt Bjorg einen Herzstillstand", erklärte Teamarzt Maarten Meirhaeghe am Mittwoch in einer Mitteilung des belgischen Rennstalls Lotto-Soudal.

Der 22 Jahre alte Lambrecht war am Montag nach einem Sturz während der 3. Etappe von Chorzow nach Zabrze gegen eine Betonkonstruktion geprallt. Zunächst wurde er vor Ort reanimiert worden, erlag dann aber während einer Operation in einem Krankenhaus in Rybnik seinen schweren Verletzungen.

Laut Teamarzt Meirhaeghe habe das große Nachwuchstalent bei seinem Unfall das "größtmögliche Pech" gehabt. "Mit solchen inneren Blutungen braucht man ein Wunder", sagte der Mediziner. Selbst wenn Lambrecht so ein Trauma in einem Krankenhaus erlitte hätte, "hätten die Chancen schlecht gestanden."

"Bjorg hatte brutales Pech. Er fuhr einfach im Feld, berührte einen Pflasterstein oder einen Verkehrsreflektor oder irgendwie sowas, verlor sein Gleichgewicht und fiel hart", hatte Lambrechts Landsmann und Teamkollege Jelle Wallays den tragischen Unfall geschildert. Nicht mehr als 35 km/h sollen die Radprofis laut Wallays dabei gefahren sein.

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Trauerfeier für verunglückten Radprofi Lambrecht in Belgien

Mehrere hundert Menschen haben dem in der vergangenen Woche tödlich verunglückten Radprofi Bjorg Lambrecht in Belgien die letzte Ehre erwiesen. Bei der Abschiedszeremonie am Dienstag in der Kirche in Lambrechts Heimatstadt Knesselare nahm auch Deutschlands Topsprinter André Greipel teil, der im vergangenen Jahr zusammen mit Lambrecht beim belgischen Lotto-Soudal-Rennstall fuhr.

Greipel trug nach Ende der Zeremonie mit weiteren Teamkollegen den Sarg Lambrechts. Anschließend wurde Lambrecht im engsten Kreis beigesetzt. Zahlreiche Menschen verfolgten die Abschiedsfeier auf einer großen Leinwand in Knesselare.

Der 22 Jahre alte Lambrecht war am vergangenen Montag auf der dritten Etappe der Polen-Rundfahrt von Chorzów nach Zabrze gegen eine Betonkonstruktion geprallt. Zunächst wurde er vor Ort reanimiert, erlag aber während einer Operation im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Lambrecht galt in Belgien neben dem 19-jährigen Remco Evenepoel als das hoffnungsvollste Talent im Straßenradsport.

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loc/news.de/dpa
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