20.03.2015, 12.51 Uhr

Vorsicht vor Nipstern!: Nazis tarnen sich mit Jutebeutel und Club Mate

Die Zeit von Glatze und Springerstiefeln ist vorbei: heute trägt der modische Nazi Jutebeutel.

Die Zeit von Glatze und Springerstiefeln ist vorbei: heute trägt der modische Nazi Jutebeutel. Bild: YouTube/ARD

Von news.de-Volontärin Antje Buddenhagen

Die sogenannten Nipster (Kombination aus Nazi und Hipster) werden vermehrt in deutschen Großstädten gesichtet und erschweren das Erkennen rechter Ideologien zunehmend.

Radikale Gesinnung kann nicht so einfach erkannt werden

Gefährlich ist dieser Trend besonders, weil die Neonazis nicht direkt zu erkennen sind und so schnelleren Zugang zu Jugendlichen finden. Diese, so warnen Experten, könnten leicht zu beeinflussen sein, da die Neonazis auf den ersten Blick nicht mehr radikal, sondern womöglich stylisch wirken.

Denn der modebewusste Nipster trägt nicht mehr Springerstiefel und Glatze, sondern Jutebeutel und enge Hosen.

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Auch die vegane Lebensweise wird zur Propaganda genutzt

Eine weitere gesellschaftliche Entwicklung, welche sich immer mehr Anhängern erfreut, ist der Veganismus. Laut der Tierschutzorganisation Peta gibt es mittlerweile zwischen 80.000 und 500.000 Veganer in Deutschland - Tendenz steigend.

Die Nazi-Hipster scheinen sich auch dieser immer größer werdenden Anhängerschaft bewusst zu sein und starteten bereits vor einem Jahr eine Vegane-Kochshow auf YouTube.

Mit Sturmhauben bekleidete Männer servieren "Gebräunte Aubergine"

Dabei zu sehen: junge Männer mit Sturmhauben, die vegan kochen, wohl platziert mehrere Club Mate Flaschen in ihrer Küche abstellen und Gerichte wie "gebräunte Aubergine" servieren. Was auf den ersten Blick weniger auffällt: beide tragen Hitler-Shirts und schmücken ihre Küche mit rechtsextremen Postern.

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Der Style der Neonazis hat sich deutlich verändert.

Blockupy 2015: Auch Rechtsextremisten waren beteiligt

Wie das Online-Magazin "Vice" nun berichtete, sollen die hippen Neonazis auch in die Blockupy-Krawalle bei der EZB Demonstration in Frankfurt am Mittwoch verwickelt gewesen sein. So sollen die Neonazis zwar die selbe Strategie verfolgen, wie die linksradikale Gegenseite, jedoch mit einem anderem Ziel: sie wollen ein nationalistischen Wirtschaftssystems aufbauen. Damit richten sie sich gegen die Ideale der Blockupy-Anhänger, die unter anderem eine Aufhebung der Sparpolitik fordern.

Ob das vermehrte Auftreten von Nipstern bereits zu einem Wachstum des Neonazi-Netzwerks in Deutschland beigetragen hat, ist nicht bekannt. Experten warnen jedoch weiterhin vor den Gefahren des wachsenden Trends.

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abu/boi/news.de
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