19.06.2018, 16.05 Uhr

Nazi-Ufo "Haunebu II" von Revell: Verkaufsstopp! DARUM verschwindet das Spielzeug-Ufo vom Markt

Das von Revell vertriebene Nazi-Ufo 

Das von Revell vertriebene Nazi-Ufo "Haunebu 2" hat es in der Realität so wohl nie gegeben. (Symbolbild) Bild: fotolia: aleciccotelli

Nach Kritik an einem seiner Produkte hat der Spiel- und Modellbau-Anbieter Revell reagiert. Ein Bausatz, der einem Ufo ähnelt, werde nicht mehr ausgeliefert, teilte eine Sprecherin des Unternehmens aus Bünde in Ostwestfalen mit. Der Kinderschutzbund und das Militärhistorische Museum in Dresden hatten Kritik an dem Produkt geäußert. Es wird in der Produktbeschreibung wie ein Kriegsgerät aus der Zeit des Nazi-Regimes präsentiert, ohne dass dies belegt ist. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

Revell distanziert sich von "Haunebu II" und der Nazi-Zeit

"Grundsätzlich geben wir dem Militärhistorischen Museum recht, es handelt sich tatsächlich um ein legendenumwobenes, außergewöhnliches Fluggerät, dessen Existenz und Umsetzbarkeit nicht belegt ist", räumt das Unternehmen ein. "Unser Verpackungstext bringt dies aber leider nicht adäquat zum Ausdruck, wir entschuldigen uns hierfür", hieß es in einer Stellungnahme. Revell distanziere sich ausdrücklich von jeder Art der Verherrlichung von Kriegen und des Nationalsozialismus, betonte eine Unternehmenssprecherin.

"Haunebu II": Laut Packungstext klingt das Flugobjekt historisch belegt

In der Produktbeschreibung des Artikels heißt es laut "meedia.de", das "Haunebu II" sei das "erste weltraumfähige Objekt der Welt", die Arbeiten an dem "Rundflugzeug" hätten 1934 begonnen, "flugfähige Exemplare der bis zu 6.000 km/h schnellen Haunebu II" seien Mitte 1943 gestartet. Das klingt alles sehr irreführend. Die so genannte"Reichsflugscheibe" taucht auch immer wieder in rechten Mythen undVerschwörungstheorien auf. Auch in der Science-Fiction-Filmkomödie "Iron Sky" wurde darauf angespielt.

Kritik des Kinderschutzbundes an "Haunebu II"

Cordula Lasner-Tietze, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, hatte gegenüber NDR Info kritisiert: "Als Kinderschutzbund lehnen wir grundsätzlich Spielzeug ab, das zu einer Ideologisierung führen kann." Derzeit versuche Revell zu klären, wie die "Reichsflugscheibe" überhaupt in die Modellbauproduktion gehen konnte.

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gma/loc/news.de/dpa
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