30.04.2017, 19.01 Uhr

Maifeiertag am 1. Mai 2017: Warum haben wir am "Tag der Arbeit" frei?

Bereits seit 1886 demonstrieren Menschen am 1. Mai weltweit für bessere Arbeitsbedingungen.

Bereits seit 1886 demonstrieren Menschen am 1. Mai weltweit für bessere Arbeitsbedingungen. Bild: dpa/ Rainer Jensen

Endlich wieder ein freier Tag: Jedes Jahr am 1. Mai erfreuen sich die meisten Bundesbürger über einen freien Tag. Der Maifeiertag ist ein gesetzlicher Feiertag, der in allen Bundesländern zelebriert wird. Doch woher kommt dieser Feiertag überhaupt?

Maifeiertag 2017: Hier fand der 1. Mai seinen Ursprung

Seinen Ursprung fand der 1. Mai bereits im Jahr 1886. Damals kam es in den USA zu Demonstrationen von der Arbeiterbewegung, die für bessere Arbeitsverhältnisse, wie unter anderem die 8-Stunden-Woche, kämpften. Nach einem mehrtägigen Generalstreik eskalierte sie Situation. Mehrere Menschen verlorene auf Grund der verheerenden Ausschreitungen ihr Leben. In Gedenken an dieses Ereignis wurde für die Opfer des 1. Mai 1889 der "Kampftag der Arbeiterbewegung" ausgerufen. Bereits ein Jahr später kam es am 1. Mai 1890 zu Massendemonstrationen weltweit. Auch in Deutschland sollen Sich laut dem Deutschem Gewerkschaftsbund rund 100.000 Menschen an sogenannten Maispaziergängen beteiligt haben.

"Tag der Arbeit": So kam der Maifeiertag nach Deutschland

Die Menschen verlangten bessere Arbeitsbedingungen sowie die Einführung des Achtstundentags. Bereits während der Weimarer Republik versuchte man den "Tag der Arbeit" bereits als gesetzlichen Feiertag durchzusetzen. Auf Grund von Unstimmigkeiten zwischen rechten und linken Parteien blieb der 1. Mai jedoch zunächst ein normaler Wochentag.

Erst die Nazis machten den 1. Mai 1933 zum bezahlten Feiertag und nutzen den 1. Mai, den sie "Tag der nationalen Arbeit" nannten, zugleich für ihr propagandistisches Massenspektakel. Knapp ein Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946, wurde der erste Mai auch durch den Alliierten Kontrollrat als Feiertag bestätigt.

Mai-Kundgebung hatte besondere Bedeutung in der DDR

Vor allem in der DDR hatte der 1. Mai eine besondere Bedeutung. Alljährliche Massendemonstrationen und Kundgebungen gehörten von nun an zur Tradition der internationalen Arbeiterbewegung. Die rote Mainelke war dabei ständiger Begleiter. Sie gilt als Symbol des sozialistischen 1. Mai.

Ausschreitungen und Krawalle am 1. Mai befürchtet

Seither ist die Teilnehmeranzahl an Mai-Kundgebungen stetig gesunken. Stattdessen nutzen die Menschen den Feiertag für einen Tag mit der Familie oder zu Urlaubsausflügen. Doch nicht immer verlaufen die Mai-Kundgebungen friedlich ab. Immer wieder kommt es am 1. Mai zu gewalttätigen Ausschreitungen, Krawallen und Randale.

30 Jahre nach den ersten heftigen Krawallen am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg wird auch in diesem Jahr rund um den Feiertag gefeiert und demonstriert. Der Senat und die Polizei rechnen damit, dass es nach der jährlichen linksextremen Demonstration am Montagabend wieder zu Angriffen von Linksautonomen auf Polizisten kommt. Allerdings waren die Gewaltausbrüche schon in den vergangenen Jahren kürzer und weniger heftig als in den 80er, 90er und zu Beginn der 2000er-Jahre. Die Polizei ist am Sonntagabend mit 5300 bis 5400 Leuten im Einsatz. Unterstützung kommt aus Bayern, Hessen, Brandenburg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz und von der Bundespolizei.

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sba/news.de/dpa
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