10.01.2018, 15.11 Uhr

EMS-Training: Zu gefährlich? Diese Risiken drohen bei dem Fitnesstraining

Beim EMS-Training werden die Work-Outs mit Reizstrom kombiniert.

Beim EMS-Training werden die Work-Outs mit Reizstrom kombiniert. Bild: dpa

In das neue Jahr starten die meisten mit vielen guten Vorsätzen: Die einen wollen das Rauchen aufgeben und die anderen vielleicht eine neue Fremdsprache lernen. Garantiert zu den Top 10 der guten Vorsätze zählt aber sicherlich, mehr Sport zu machen und ein paar Kilos abzunehmen - vor allem nach den üppigen Feiertagen zwischen Weihnachten und Silvester.

Was ist EMS-Training und woher kommt es?

Helfen kann dabei auch das sogenannte EMS Training im Fitness-Studio, auch bekannt als Elektro-Myo-Stimulation, Elektrostimulationstraining oder Elektromuskelstimulation. Physiotherapeuten und Hochleistungssportler nutzen die Trainingsmethode bereits seit einigen Jahren. Beim EMS-Training soll Reizstrom den Aufbau der Muskulatur anregen. So soll es möglich sein, binnen 20 Minuten denselben Effekt zu erzielen wie beim konventionellen 90-Minuten-Work-Out.

Vor- und Nachteile der Elektro-Myo-Stimulation beim Training

Den Eingang in Sport und Fitness fand EMS in den 1970ern. Zunächst kam sie vorwiegend als passive leistungsfördernde Methode im Profisport zum Einsatz. In den vergangenen Jahren wurde sie dann zunehmend auch unter aktivem Körpereinsatz genutzt und etablierte sich als eigene Trainingsmethode in Fitnessstudios. Neben Muskelaufbau gehören auch mehr Beweglichkeit, Gewichtsverlust und eine Straffung des Bindegewebes und der Haut zu den Vorzügen der Trainingsmethode.

Allerdings rät die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) vom EMS-Training in Fitnessstudios ab. Der Grund: Gegenüber Ärzten und Physiotherapeuten, die für die Elektromuskelstimulation ausgebildet wurden, sei das Personal von Fitnessstudios nicht ausreichend geschult. Es könne die Belastung schlichtweg nicht richtig einschätzen.

EMS-Training kann mit gefährlichen Risiken und Nierenschäden einhergehen

Zudem gäbe es Risiken, wenn das Muskeltraining zu intensiv betrieben werde, berichtet "ndr.de". Dadurch wird mehr vom Enzym Creatin-Kinase (CK) ausgeschüttet, das die Muskelzellen mit Energie versorgt. Das ist auch im Blut nachweisbar: Die CK-Werte steigen an, beim EMS-Training sogar bis auf das 18-fache, wie eine Studie der Sporthochschule Köln zeigt. Dadurch sind längerfristig jedoch Nierenschäden möglich. Denn der Körper baut Creatin-Kinase über die Nieren ab. Deshalb sei es ratsam nur maximal ein bis zweimal in der Woche unter professioneller Anleitung das EMS-Training zu absolvieren.

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kad/loc/news.de/dpa
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