30.09.2015, 13.24 Uhr

Urzeit-Erreger aufgetaut: Killer-Viren aus dem Eis: So kommt der Tod zurück!

Bei anhaltender Klima-Erwärmung droht Gefahr unbekannter Viren aus dem Permafrostboden.

Bei anhaltender Klima-Erwärmung droht Gefahr unbekannter Viren aus dem Permafrostboden. Bild: dpa

Die "Bild"-Zeitung berichtete unlängst von einem "prähistorischen Virus", das Forscher im vergangenen Jahr in Sibirien entdeckt haben: "Mollivirus Sibericum". Grund genug, der Sache einmal auf den Zahn zu fühlen. Denn die Klimaerwärmung bewirkt, dass Viren aus den Tiefen des Permafrost-Boden, die wir schon für längst ausgestorben hielten, wieder aktiv werden können.

Forscher sind besorgt: Erde erwärmt sich schneller als gedacht

Die Klima-Erwärmung schreitet schneller voran als gedacht. Wie die amerikanische Ozean- und Meeresbehörde NOAA erklärt, erwärmt sich der Norden doppelt so schnell wie die niedrigen Breitengrade der Erde. Die Ausdehnung des arktischen Packeises habe um circa acht Prozent abgenommen, so heißt es im "Arctic Report Card".

Viren im ewigen Eis - so groß ist die Gefahr wirklich

Der tauende Permafrostboden könnte in den nächsten Jahren Krankheits-Viren freisetzen, die entweder schon ausgestorben sind, oder noch gänzlich unbekannt. Der Virus-Fund in Sibirien aus dem vergangenen Jahr sorgte bei Forschern für riesigen Wirbel. Denn "Mollivirus Sibericum" war 30.000 Jahre lang im Permafrostboden gefangen, Forscher wollen es nun auftauchen und aufwecken, berichtet die "Bild"-Zeitung. Es ist nicht der einzige Krankheitserreger, der bisher im Eis beheimatet war und von den Forschern entdeckt wurde. Ein weiteres Beispiel ist das "Pithovirus Sibericum", dass Forscher bereits 2014 zum Leben erweckten. Der Mikroorganismus infizierte nach nur kurzer Zeit den Wirtsorganismus, eine Amöbe, und vermehrte sich rasend schnell.

Neuer Ausbruch von Pocken und anderen ausgestorbenen Viren denkbar

Viren aus der prähistorischen Zeit gelten wegen ihrer Größe auch als Riesenviren. Sie sind komplexer und vielleicht auch gefährlicher als das, was wir bisher kennen. Und die Gefahr der Ansteckung für Menschen kann laut Forscher Jean-Michel Claverie auch über Jahre hinweg im Eis andauern. Er erklärte, dass wenn ein Virus nicht mehr auf dem Planeten ist, also als ausgestorben gilt, grenze man damit nur den Bereich der Erdoberfläche ab. Was sich im Eis abspielt, ist eine ganz andere Geschichte. So könnte es durchaus sein, dass gefährliche Viren wie Pocken über Jahre hinweg ihre "Eiszeit" überleben und durch die Klima-Erwärmung und das Tauen des Permafrostbodens wieder zu einer neuen Bedrohung werden.

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ife/lvo/news.de
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