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Schneewittchen und die sieben Zwerge: "Übelste Vertreter des Wokismus!" Geht Disney mit Märchen-Remake zu weit?

Disney verfolgt bei einem Remake des Grimm-Märchenklassikers "Schneewittchen und die sieben Zwerge" einen "neuen Ansatz". In der Neuverfilmung werden unter anderem die Zwerge durch "magische Kreaturen" ersetzt, die nicht von kleinwüchsigen Schauspielern verkörpert werden. Das löst eine heftige Debatte aus

Das Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge" wurde schon mehrfach verfilmt. Von Walt Disney gibt es bereits eine Zeichentrick-Version. Jetzt wagt sich der Konzern an eine umstrittende Realverfilmung. (Foto) Suche
Das Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge" wurde schon mehrfach verfilmt. Von Walt Disney gibt es bereits eine Zeichentrick-Version. Jetzt wagt sich der Konzern an eine umstrittende Realverfilmung. Bild: picture alliance / dpa | dpa-Film

Fast jedes Kind kennt das beliebte Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge". Im Laufe der Jahre ist die Geschichte der Gebrüder Grimm aus dem Jahr 1812, in der eine junge Prinzessin vor ihrer bösen Stiefmutter flüchtet und Unterschlupf bei sieben fleißigen Zwergen hinter den sieben Bergen findet, schon mehrfach verfilmt worden. Auch Disney wagt sich nun erneut an den Klassiker und will ein weiteres Remake des Märchens im kommenden Jahr in die Kinos bringen. Doch bei der Realverfilmung werden wohl große Änderungen vorgenommen, was schon jetzt für Aufregung sorgt.

"Schneewittchen und die sieben Zwerge": Remake mit "magischen Kreaturen"

Vor wenigen Tagen veröffentlichte "Daily Mail" exklusive Fotos von den Dreharbeiten. Laut dem Boulevardblatt werden die sieben Zwerge durch sieben "magische Kreaturen" ersetzt. Außerdem wird die US-amerikanische Schauspielerin Rachel Zegler (22) mit kolumbianischen Wurzeln nicht nur von kleinwüchsigen Männern begleitet, sondern von Personen mit unterschiedlichen Größen, Hautfarben und Geschlechtern. Damit soll Disney auch auf die Kritik des kleinwüchsigen Schauspielers Peter Dinklage (54, bekannt aus der Erfolgsserie "Game Of Thrones") reagiert haben, der in einem Podcast vergangenes Jahr im Hinblick auf den neuen Film von einer "verdammte rückständigen Geschichte über sieben Zwerge, die zusammen in einer Höhle leben" sprach. Andererseits lobte er auch, dass mit Rachel Zegler eine Latina als Schneewittchen eingesetzt wird, was von anderer Seite ebenfalls Kritik hervorrief, weil sie nicht "weiß wie Schnee" ist.

Kleinwüchsige sprachen sich gegen Stereotypen in altem Grimm-Märchen aus

Die Schauspielerin selbst sagte dazu laut "Daily Mail": "Die Leute machen diese Witze darüber, dass unsere Version das politisch korrekte Schneewittchen ist... ja, das ist sie - weil sie das brauchte. Unsere Version ist eine erfrischende Geschichte über eine junge Frau, die eine Aufgabe hat, die über 'Eines Tages wird mein Prinz kommen' hinausgeht. Eine britische Wohltätigkeitsorganisation, die Menschen mit Kleinwuchs unterstützt, hatte sich zudem laut Medien ebenfalls der Kritik von Peter Dinklage angeschlossen. Auch die kleinwüchsige Autorin Steph Robson sagte gegenüber "The Telegraph": "Ich hoffe, dass die neueste Live-Action-Neuverfilmung und Disney zumindest einen Beitrag dazu leisten, die jahrzehntelangen eindimensionalen Stereotypen zu beseitigen, denen unsere Behinderung nach wie vor ausgesetzt ist, vor allem in Kunst und Kultur." Kritik gab es auch, weil die Zwerge in der Geschichte als nicht besonders schlau dargestellt werden.

Neuverfilmung von "Schneewittchen und die sieben Zwerge" zu woke?- Debatte über Political Correctness

Obwohl bislang noch nicht eine Szene von dem Film veröffentlicht, fällt die "Bild" schon jetzt ein gnadenloses Urteil, behauptet dass Disney die wahre Geschichte hinter dem Märchen "cancelt" und bezeichnet es als "Eine-Welt-Märchen aus dem Geschmacksreformhaus", das durch den "Woke-Waschgang" geschleudert wurde. Einige Twitter-Nutzer stimmen in die Kritik ein, schreiben Sätze wie "Wieder ein Film den ich mir nicht ansehen werde.", "Mit Verlaub, der Disney Konzern ist der übelste Vertreter des Wokismus. Der alte Walt rotiert im Grab."

Andere können die Aufregung um den "neuen Ansatz" von Disney, wie es der Konzern selbst nennt, überhaupt nicht verstehen. "Kleiner Fun-Fact an alle BILD Idioten: Auch euer 'Urdeutsches' Märchen war ausgedacht und entspricht nicht der Realität", heißt es in einem weiteren Twitter-Kommentar. Ein anderer meint zum Artikel des Boulevardblatts: "BILD will die Kunstfreiheit also einschränken." Auch dieser User hat kein Problem damit, dass zukünftig "magische Kreaturen" statt Zwerge auf den Kinoleinwänden zu sehen sind: "Find ich ok. Warum auch nicht?". Ein anderer kritisiert sowohl die Neuverfilmung als auch die Aufregung darüber: "BILD Gelalle. Es geht euch nen Scheiss an was Disney macht. Sie drehen Filme um damit Geld zu machen. Wenn sie mit Woke-Schrott Geld machen, ist es nicht euer Bier. Wenn das Publikum Disney deshalb abstraft ebensowenig. Aber ihr macht gut Werbung für die, Disney dankt."

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