09.06.2021, 10.28 Uhr

Bahnstreik 2021 News aktuell: Bundesweite Warnstreiks drohen! GDL kündigt Arbeitskampf an

Die GDL kündigte Warnstreiks an.

Die GDL kündigte Warnstreiks an. Bild: dpa

Kunden der Deutschen Bahn müssen sich auf Streiks einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erklärte am Dienstag (08.06.2021) ihre Tarifverhandlungen mit dem Unternehmen für gescheitert und beschloss die Einleitung von Arbeitskampfmaßnahmen. Einen Termin nannte die Gewerkschaft noch nicht. Sie ließ auch offen, welche Bereiche des Unternehmens zunächst betroffen sein könnten. Von einer Urabstimmung unter den Mitgliedern war in der Mitteilung am Dienstag keine Rede.

Bahnstreik 2021 News aktuell

Wir halten Sie hier auf dem Laufenden, sobald es neue Informationen zu den geplanten Warnstreiks der Deutschen Bahn gibt.

Fahrgastverband: Bahnkunden brauchen vor Streik früh Informationen

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nach deren Warnstreikankündigung zu frühzeitigen Informationen für Reisende aufgefordert. "Eine Ankündigung am Vorabend wäre weder frühzeitig noch rechtzeitig genug, um sich darauf einzustellen", sagte der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, der Deutschen Presse-Agentur. Von Warnstreiks im Bahnverkehr seien auch Pendler stark betroffen, da es für sie kaum Ausweichmöglichkeiten gebe.

Naumann erneuerte die grundsätzliche Forderung seines Verbands an beide Tarifparteien, schon in Zeiten eines Tariffriedens Streikfahrpläne zu vereinbaren, auf die sich die Bahnkunden dann rechtzeitig einstellen können. Dies werde in manchen Nachbarländern schon länger so gehandhabt und habe sich als gute Praxis erwiesen.

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn hatte die GDL am Dienstag die Verhandlungen für gescheitert erklärt und Arbeitskampfaktionen angekündigt. Wann es losgeht, wie lange es dauern soll, welche Bereiche betroffen sind - all das ist allerdings noch offen.

Bahn: Streik gerade jetzt ist "daneben"

Der angekündigte Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn ist aus Sicht des Konzerns unverständlich. "Gerade jetzt den Bahnverkehr bestreiken zu wollen, ist daneben und völlig unnötig", teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte zuvor die Tarifverhandlungen mit dem Unternehmen für gescheitert erklärt und Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt.

"Die GDL streikt in Zeiten, in denen Millionen nach der langen Zeit in der Pandemie auf die Rückkehr in die Normalität setzen und sich wieder aufs Reisen freuen", kritisierte die Bahn und rief zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Die Bahn sei in der vierten Verhandlungsrunde am Montag einen weiteren Schritt auf die Gewerkschaft zugegangen. Die GDL warf der Bahn dagegen vor, sich einer Lösung des Tarifkonflikts zu verweigern.

Bahnstreik 2021 News aktuell: Tarifverhandlungen zwischen Bahn und GDL gescheitert

Auch die vierte Verhandlungsrunde hatte am Montag keine Einigung gebracht. "Wir wollten verhandeln und eine Einigung erzielen, doch die DB hat sich erneut verweigert", erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Dienstag. Er warf der Bahn vor, die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals verschlechtern zu wollen und in anderslautenden Aussagen zu lügen.

Letzter Bahnstreik liegt drei Jahre zurück

Kommt es zum Warnstreik, wäre es der erste bei der Bahn seit Dezember 2018, als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Die letzte Streikwelle der GDL ist schon sechs Jahre her.

Bahn kritisiert Streik-Pläne der GDL - Hoher Schaden für Reisende

Die Bahn hatte die Eskalation nach dem ergebnislosen Gespräch in Berlin schon kommen sehen. Nach dem Treffen kritisierte Seiler, die Gewerkschaft ziele auf Konfrontation um jeden Preis. Die GDL nehme bewusst Schaden für die Kundinnen und Kunden in Kauf. Der Konzern sei weiter gesprächsbereit.

Die Bahn schlug nach eigenen Angaben am Montag einen Tarifabschluss vor, der den Beschäftigten Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst im Bereich Flughäfen gebracht hätte. Die Gewerkschaft habe sich jedoch geweigert, über Spielräume und Lösungen zu sprechen. Sie beharre auf deutlich höheren Forderungen.

Streik-Ankündigung trifft Bahn nach Pandemie hart

Der Arbeitskampf trifft nicht nur die Kunden, sondern auch den finanziell schwer angeschlagenen Konzern in einem ungünstigen Moment. Nach der Lockerung der Corona-Regeln nimmt das Geschäft des bundeseigenen Unternehmens gerade wieder Fahrt auf. Im Regionalverkehr fahre man das volle Angebot, im Fernverkehr nahezu 100 Prozent, sagte Seiler. "Die Buchungen ziehen wieder an, das ist schön." Umso wichtiger sei es, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren solidarischen Beitrag leiste.

Die Vertragsparteien im Öffentlichen Dienst hatten sich im Herbst auf Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten geeinigt. Wegen des Verkehrseinbruchs gelten an Flughäfen jedoch Sonderregeln mit verzögerten Tarifsteigerungen, verringerter Arbeitszeit und einer Aussetzung leistungsorientierter Bezahlung.

Deutsche Bahn macht aktuell Milliardenverluste

Die Bahn macht Milliardenverluste. Im September 2020 schnürte sie deshalb ein Tarifpaket mit ihrer größten Gewerkschaft, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld. Bis Ende 2023 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

In vergangenen Tarifrunden konnten sich die knapp 215.000 Bahn-Mitarbeiter über teils deutlich höhere Einkommenssteigerungen freuen. Die GDL lehnte es ab, an den Verhandlungen teilzunehmen. Eine Schlichtung im Herbst scheiterte. Nach dem Auslaufen des Tarifvertrags Ende Februar begann die neue Verhandlungsrunde.

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fka/loc/news.de/dpa