26.02.2020, 11.32 Uhr

Coronavirus-Krise: Hongkong zahlt Bürgern 1.180 Euro "Helikoptergeld"

Drastische Maßnahmen in Hongkong gegen die Konjunkturschwäche 

Drastische Maßnahmen in Hongkong gegen die Konjunkturschwäche  Bild: picture alliance/Vincent Yu/AP/dpa

Hongkongs Wirtschaft leidet seit Monaten unter den Auswirkungen politischer Proteste sowie des Coronavirus-Ausbruchs. Jetzt wurde eine Großzügige Unterstützung für alle erwachsenen Einwohner mit festem Wohnsitz in der chinesischen Sonderverwaltungszone angekündigt.

Wirtschaftliche Probleme Hongkongs sollen mit "Helikoptergeld" bekämpft werden

Finanzsekretär PaulChan sagte in einer Rede, dass "entscheidende Maßnahmen" ergriffen werden müssten, die wirtschaftlichen Probleme der Stadt anzugehen. Die Finanzhilfen aus dem milliardenschweren Budget der Stadt sollen die Bürger entlasten und gleichzeitig den Konsum in Hongkong ankurbeln.

Insgesamt sollen aus dem Haushalt von 120 Milliarden Hongkong-Dollar (etwa 14,16 Milliarden Euro) 71 Milliarden Hongkong-Dollar für rund siebenMillionen Menschen bereitgestellt werden. Chan rechnet durch die Maßnahme mit einem höheren Defizit. "Obwohl im Haushalt für das nächste Jahr ein rekordverdächtiges Defizit vorgesehen ist, glaube ich, dass wir nur mit einem solchen Haushalt unserer Gemeinde und den lokalen Unternehmen helfen können, ihre Schwierigkeiten zu überstehen", sagte Chan.

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Warum heißt das Geldgeschenk in Hongkong "Helikoptergeld"?

Der Begriff "Helikoptergeld" geht auf den US-Ökonom Milton Friedman zurück. Der Nobelpreisträger wählte in seinem Buch "Optimum Quantity of Money" das Bild eines Helikopters, der über einer Stadt 1.000-Dollar-Noten vom Himmel wirft. Damit wollte er Zusammenhänge der Geldpolitik veranschaulichen. In Folge eines solchen Geldregens steigt laut der ökonomischen Theorie die Inflation. 

Demonstrationen und Coronavirus haben der Wirtschaft in Hongkong schwer zugesetzt

Die Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone dauern seit mehr als einem halben Jahr an. Die Proteste richten sich gegen die eigene Regierung und die chinesische Führung in Peking, die ihren Einfluss auf die frühere britische Kronkolonie ausweitet. Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» unter Pekings Souveränität autonom verwaltet.

Unterdessen sind auch in Hongkong Einwohner durch die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie betroffen. 81 Menschen infizierten sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits mit dem neuartigen Coronavirus, zwei Menschen starben.

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hos/news.de/dpa
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