17.11.2019, 18.24 Uhr

Strompreise 2020 aktuell: Preis-Hammer! So teuer wird bald der Strom in Deutschland

2020 sollen die Strompreise steigen!

2020 sollen die Strompreise steigen! Bild: AdobeStock / Eisenhans

Deutsche Stromkunden müssen sich auf eine saftige Preiserhöhung vorbereiten. Nach Angaben der Vergleichsportale Verivox und Check24 haben bereits rund 170 Unternehmen angekündigt, die Preise für private Verbraucher zum Stichtag 1. Januar 2020 anzuheben.

Preishammer! So teuer wird Strom 2020 in Deutschland

Wie Verivox berichtet, wollen bislang 177 örtliche Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,4 Prozent erhöhen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden müsse in den von den Strompreiserhöhungen betroffenen Regionen mit Mehrkosten von durchschnittlich 67 Euro pro Jahr rechnen. Das Portal Check24, das 171 angekündigte und seit August vorgenommene Preiserhöhungen zählt, ermittelte einen durchschnittlichen Anstieg von 5,3 Prozent. Preissenkungen habe bisher keinStromanbieter vorgenommen oder angekündigt.

Stromanbieter informieren über Preiserhöhungen

Die Portale erwarten nun, dass zahlreiche weitere Stromanbieter in den kommenden Tagen Preiserhöhungen zum 1. Januar 2020 ankündigen werden. Die Frist dazu laufe nächsten Mittwoch (20. November) ab. Zuletzt hatte es im ersten Quartal 2019 viele Erhöhungen gegeben. Als Grund für die Strompreisanhebungen hätten die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren angegeben. Die beide Positionen machen knapp die Hälfte des gesamten Strompreises aus.

Umlagen und Netzgebühren! Darum wird Strom teurer

Als Grund für die Strompreiserhöhungen gaben die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, steigt zum Jahreswechsel um rund 5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Sie macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Auch die Gebühren für die Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen, allerdings regional unterschiedlich. Die Mehrheit der Netzbetreiber in Deutschland hat Verivox zufolge Erhöhungen von rund 6 Prozent angekündigt.

Laut Check24 kaufen die Versorger die Energie an der Strombörse im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent günstiger ein, die gesunkenen Preise würden bislang aber nicht an die Verbraucher weitergegeben. Verbraucherschützer sehen die Stromanbieter in der Pflicht, für Preisstabilität zu sorgen. «Steigende Strompreise sind jetzt mit Blick auf den Klimaschutz ein völlig falsches Signal», sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding, auf dpa-Anfrage. Die Versorger könnten "mit den Spielräumen ihrer Beschaffungsstrategien Preisveränderungen durchaus so lange aufschieben, bis das Klimapaket greift".

Die Absichtserklärungen im Klimapaket der Bundesregierung müssten "zügig in Maßnahmen münden, die sauberen Strom günstiger machen und fossile Energien teurer", forderte Sieverding. "Es ist Zeit für ein belastbares Versprechen, dass die Strompreise für Verbraucher nicht mehr weiter steigen." Der Entwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für das Kohleausstiegsgesetz sieht einen Ausgleich für ausstiegsbedingte Preiserhöhungen beim Strom vor. Unter anderem ist ein Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten vorgesehen.

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bua/news.de/dpa