20.02.2017, 15.36 Uhr

Lohn-Schere zwischen Ost und West: Mehr als 25 Prozent Unterschied! So ungerecht sind deutsche Löhne verteilt

Die Löhne in Ost- und Westdeutschland klaffen auch knapp 27 Jahre nach der Wiedervereinigung deutlich auseinander.

Die Löhne in Ost- und Westdeutschland klaffen auch knapp 27 Jahre nach der Wiedervereinigung deutlich auseinander. Bild: Fotolia / ferkelraggae

Die Angleichung von Renten in Ost- und Westdeutschland soll in spätestens sieben Jahren vollzogen sein. Doch ganz offenbar ist das Rentengefälle in der Bundesrepublik nicht die einzige Baustelle, die einer Angleichung bedarf: Eine aktuelle Untersuchung, die das Portal "gehalt.de" durchgeführt hat, legt nämlich offen, wie ungleich die Löhne im Osten und Westen Deutschlands auch knapp 27 Jahre nach der Wiedervereinigung verteilt sind.

Analyse zeigt klaffendes Gehaltsgefälle in Ost und West

Um die klaffende Lohn-Schere in Deutschland zu belegen, wurden rund 339.000 Gehaltsdaten ausgewertet, wie die "Bild" berichtet. Bei der Analyse wurde deutlich, dass das Lohngefälle zwischen Ost und West nach wie vor bis zu 25 Prozent beträgt. Als durchschnittliches Jahresgehalt wurde für Westdeutschland der Wert von 46.835 Euro ermittelt, im Osten der Republik pegelt sich das Mittel bei 37.373 Euro ein. Der Unterschied von 25 Prozent ist jedoch als Mittelwert des Jahresgehalts aller Branchen zu verstehen - je nachdem, welchen Beschäftigungssektor man sich genauer anschaut, klaffen die Löhne sogar noch weiter auseinander.

Bis zu 31 Prozent Unterschied! So unterscheiden sich Ost- und West-Löhne

Besonders krass differieren die Gehälter der Studie zufolge in der Elektronikbranche. Ein Elektriker im Westen bekäme demnach im Schnitt 42.237 Euro pro Jahr, während sich gleich qualifizierte Kollegen mit einer Anstellung in den neuen Bundesländern mit 31 Prozent weniger Lohn zufrieden geben müssten, heißt es. Im IT-Bereich unterscheiden sich die durchschnittlichen Jahresgehälter in Ost und West "nur" um 17 Prozent, so die Analyse. Wer hingegen im Einzelhandel arbeitet, hat in Ostdeutschland jährlich rund 20 Prozent weniger im Portemonnaie als ein West-Kollege.

Lesen Sie auch: SPD will Manager-Boni und Top-Gehälter drosseln

Eine Ausnahme im Lohngefälle konnten die Experten jedoch feststellen: In der Bundeshauptstadt Berlin lägen die Jahresgehälter mit 41.020 Euro überdurchschnittlich hoch im Vergleich zum Ost-Durchschnitt. Vergleicht man die Ostlöhne mit dem Niveau der Berliner Lohnempfänger, zeichnet sich ein Unterschied von rund zehn Prozent ab.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/jat/news.de
Öffnungszeiten zu Ostern 2020Corona-Pandemie aktuellCoronavirus-NewsNeue Nachrichten auf der Startseite