06.10.2015, 16.34 Uhr

Schmiergeldaffäre, Gehaltsaffäre und Co.: Die VW-Gehaltsaffäre

Das Volkswagen-Werk Zwickau: VWs-Image hat gelitten.

Das Volkswagen-Werk Zwickau: VWs-Image hat gelitten. Bild: dpa

VW-Gehaltsaffäre (2004):

VW gibt die Namen von sechs SPD-Abgeordneten bekannt, die auf der Gehaltsliste gestanden haben. Der Bundestagsabgeordnete Jann-Peter Janssen tritt anschließend zurück. Die Landtagsabgeordneten Ingolf Viereck und Hans-Hermann Wendhausen wehren sich gerichtlich gegen die Aufforderung von Niedersachsens Parlaments-Präsident Jürgen Gansäuer, zusammen mehr als 750.000 € zurückzuzahlen. Sie haben zehn Jahre neben ihren Abgeordnetenbezüge ihre Gehälter von VW weiterbezogen, ohne dafür angemessen zu arbeiten. VW ändert daraufhin seine seit 1990 geltenden Richtlinien zum Umgang mit politischen Mandatsträgern. Auch wenn die VW-Gehaltsaffäre für das Volkswagen-Unternehmen keine strafrechtlichen Folgen hatte, so hat das Ansehen der Firma trotzdem darunter gelitten.

Korruptionsaffäre (2005):

Die VW-Affäre um Schmiergelder, Begünstigungen von Betriebsräten, Partys und Vergnügungsreisen auf Firmenkosten... all diese Aspekte kamen erst nach und nach ans Licht und sind bis heute nicht ganz geklärt. Hier die bekannten Fakten: Wegen Verdachts auf Betrug und Untreue nimmt die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den früheren Skoda-Personalchef Helmuth Schuster und Klaus Joachim Gebauer auf, der in der VW-Personalabteilung für die Beziehungen zum Betriebsrat zuständig war, so berichtete es das "Handelsblatt". Demnach sollen beide Gelder, die eigentlich VW oder der tschechischen Tochter Skoda zugestanden haben, über eine "Firmengeflecht" auf ihre eigenen Konten umgeleitet haben. Im Sog der Affäre tritt überraschend auch VW-Betriebsratschef Klaus Volkert zurück. Arbeitsdirektor Peter Hartz übernimmt die politische Verantwortung und bietet seinen Rücktritt an.

2015 der Diesel-Abgas-Skandal:

Wie wird der VW-Konzern mit dem jüngsten Skandal umgehen? Dass fragen sich sicher auch die zahlreichen Mitarbeiter des Unternehmens. Intern sei sogar schon die Rede davon, dass der Abgas-Skandal für VW existenzbedrohend sein könnte. Wie schwindelerregend die Dimensionen der VW-Krise am Ende sein werden, wird sich wohl erst im Laufe der nächsten Monate abzeichnen. Jedenfalls scheint der Automobilbauer ja schon einige Übung in Sachen Krisenmanagement zu haben.

Mehr zum Thema: Der große Image-Schaden von VW: So einfach fertigt der Konzern seine Kunden ab. und Dieser Mann stürzte den VW-Chef - so flog der Schwindel auf!

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