04.05.2021, 09.17 Uhr

"Hart aber fair": Lockdown-Heldin! Dafür wird DIESE 19-Jährige bei Frank Plasberg gefeiert

Seit einem Jahr kümmert sich Hanan um das Homeschooling ihrer jüngeren Geschwister.

Seit einem Jahr kümmert sich Hanan um das Homeschooling ihrer jüngeren Geschwister. Bild: © ARD / WDR

Bereits seit über einem Jahr befinden sich viele Kinder und Jugendliche in Deutschland mit wenigen Unterbrechungen im Homeschooling. Eine baldige Verbesserung der Lage ist ungewiss, auch weil ein Impfstoff für die Jüngsten noch nicht zugelassen ist.

"Hart aber fair" am 03.05.2021: Thema "Lässt der Staat die Familien im Stich?"

Vor diesem Hintergrund stellte Frank Plasberg in der ARD-Talksendung "Hart aber fair" am Montagabend die Frage: Lässt der Staat die Familien im Stich? Zu Gast waren die "Brisant"-Moderatorin Mareile Höppner, der Bürgermeister, Rechtsanwalt und vierfache Vater Thorsten Frühmark, der Soziologie-Professor am Institut für Migrationsforschung an der Uni Osnabrück, Aladin El-Maafalani, die Kinderärztin Susanne Epplée, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die 19-jährige Hanan.

19-Jährige berichtet bei "Hart aber fair" über Homeschooling ihrer fünf Geschwister

Vor fünf Jahren, so erfuhr man, sei Hanan mit ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen. Sie hat fünf jüngere Geschwister, um die sie sich nun parallel zu ihrer eigenen Ausbildung zur Sozialassistentin kümmern muss. Die einzigen Geräte, die ihr und ihren drei schulpflichtigen Geschwistern dafür zur Verfügung stehen, sind zwei iPads und ein Handy. "Wie muss man sich den Online-Unterricht in einer so großen Gruppe mit drei Geräten vorstellen?", fragte Plasberg in dem kurzen Einzelgespräch mit Hanan. "Laut, schlimm", antwortete die junge Frau. "Man kommt durcheinander", fuhr sie fort, "Manchmal beantworte ich die Frage von meiner 17-jährigen an meine zwölfjährige Schwester."

Homeschooling-Heldin erntet Applaus von "Hart aber fair"-Runde

Auch in der Kommunikation mit den Lehrern gebe es Probleme, denn diese wollten immer die Eltern, nicht aber die erwachsene Schwester der Schüler sprechen: "Meine Eltern arbeiten beide", erklärte Hanan. Ihre Mutter spreche zudem kein Deutsch. Der Vater versuche zwar, so oft es geht, zu helfen, allerdings würde er oft bereits um sechs Uhr morgens das Haus verlassen und erst spätabends zurückkommen. Für Hanans eigene Träume bleibt somit kaum Zeit: Sie träume davon, ihr Abitur nachzuholen, um später Medizin zu studieren, erzählte die junge Frau auf Nachfrage von Plasberg. Doch gleichzeitig stellte sie fest: "Wenn wir weiterhin in dieser Situation sind, werde ich das nicht schaffen."

In der Talkrunde erntete Hanan für ihre Geschichte anschließend große Bewunderung: "Wahnsinn! Toll!", rief Bildungsministerin Karliczek und bezeichnete Hanan als "ein wahnsinniges Powermädel": "Die ganze Familie profitiert von ihr." Gleichzeitig wurde sie nicht müde, die bereits geschaffenen Initiativen und Hilfsangebote zu betonen. El-Maafalani erklärte erneut die "riesengroße Herausforderung" und wie lange es gedauert habe, das Ausmaß zu begreifen. Der Rechtsanwalt Frühmark berichtete, wie seine Kanzlei Laptops für Flüchtlingskinder immer noch "durchklagen" müsste. Neue Lösungsansätze gab es hingegen kaum.

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