06.07.2018, 22.12 Uhr

Talkshow-Sommerpause 2018: Zoff wegen "hart aber fair" und Maischberger" zu Flüchtlingskriminalität

Sandra Maischberger hat sich mit ihrer Sendung in die Sommerpause 2018 verabschiedet.

Sandra Maischberger hat sich mit ihrer Sendung in die Sommerpause 2018 verabschiedet. Bild: Britta Pedersen / picture alliance / dpa

Anfang Juni gab es in einer Woche mit "hart aber fair" und "Maischberger" gleich Talksendungen kurz hintereinander, die für Aufregung sorgten: Bei der ersten ging es um das Thema "Flüchtlinge und Kriminalität", bei der anderen um "Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?". Dass Moderator Frank Plasberg und Kollegin Sandra Maischberger im Abstand von zwei Tagen zu Themen talkten, zu denen sich oft die AfD zu Wort meldet, lag allerdings lediglich daran, dass ihre Sendungen jeweils auf einen Film davor Bezug nahmen, der mit genau dem Thema zu tun hatte.

Spielhaus findet es ebenfalls nicht nötig, die Talkshows pausieren zu lassen. "Wichtiger wäre es, andere Formate auszuprobieren, mal richtig zuzuhören", betont sie. "Mir fällt in unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft immer wieder auf, dass die Diskussionskultur wenig lösungsorientiert ist. Es wird eher pauschalisiert, Menschen werden in Gruppen geordnet und bewertet oder gar abgewertet." Hier nach Alternativen zu den Talksendungen zu suchen, wäre nach Ansicht der Wissenschaftlerin ein wichtiges Ziel für öffentlich-rechtliche Sender.

Sandra Maischberger bezieht Stellung zu kritischen Vorwürfen

Sandra Maischberger wandte sich, ungewöhnlich genug, im Juni in einem ausführlichen Gastbeitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit" an ihre Kritiker: "Tatsächlich wird öffentlich immer heftiger gestritten. Die Diskurse nehmen an Schärfe zu, sie fördern nicht nur Empörung, sondern auch Intoleranz und Unversöhnlichkeit zutage", schrieb sie. "Die so vehement geführten Debatten spiegeln sich natürlich auch in politischen Talkshows wider."

Und wer - wie die Talker - den Streit auf offener Bühne führen wolle, begebe sich zwangsläufig auf unsicheres Terrain. "Wer aber aus Angst vor einem falschen Wort gleich die Debatte vermeiden will, überlässt erst recht denen die Bühne, die diese Angst nicht haben, sondern sie zu nutzen wissen." Nach der Sommerpause geht es also weiter.

Auch lesenswert: Was waren die Quotenhits und was die Mega-Pleiten?

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/kns/news.de/dpa
Seiten: 12
Beatrice EgliZDF-FernsehgartenBar RefaeliNeue Nachrichten auf der Startseite