10.10.2017, 12.03 Uhr

"Tod im Internat" Teil 1 als Wiederholung sehen: Verrat, Täuschung, falsche Freundschaften: Darum gehts in "Das verschwundene Mädchen"

Regisseur Thorsten C. Fischer (54, diverse "Tatort") und Autorin Frauke Hunfeld durften auf einen Filmetat von 3,7 Millionen Euro zurückgreifen. Der Film zeigt viele Bilder vom und aus dem Internat (das in Wahrheit ein ehemaliges Krankenhaus im Brandenburgischen ist) und vom Wald samt Kirchenruine drumherum. Es wird viel gesagt und noch mehr verschwiegen, es geht um Verrat, Täuschung, falsche Freundschaften und verlorene Kindheiten. Die Story häutet sich allmählich wie eine Zwiebel, einige Fäden werden nicht aufgelöst, und auch für die Tiefenzeichnung so mancher Figur bleibt kaum Zeit.

Kritik zu "Tod im Internat": Viele Tote und noch mehr enttäuschte Hoffnungen

Der Zweiteiler ist vor allem ein Generationenkrimi und ein bisschen auch ein Politthriller über mögliche Verbindungen zwischen Stasi, BND und RAF. Er ist randvoll gepackt mit mehreren Themen und Handlungssträngen - eine Mini-Serie (4 Folgen à 60 Minuten) war bereits geplant und wäre sicher besser und verständlicher gewesen, als das jetzige Format von zweimal 105 Minuten. Am Ende gibt es ziemlich viele Tote und noch mehr enttäuschte Hoffnungen. Waren die Menschen früher doch kritischer, politischer, reflektierter gar? War gestern mehr Widerstand, gibt es heute mehr Konsens - und ist der auch echt? Antworten darauf gibt es hier keine. Der Zuschauer muss schon dran bleiben, um zumindest alle ziemlich verschachtelten Verwicklungen auch nur annähernd zu verstehen.

Passend dazu: Hanno Koffler privat - Dieses Ereignis veränderte sein Leben.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/kad/news.de/dpa
Seiten: 12