10.02.2017, 16.31 Uhr

"Freundinnen - Alle für eine" als ARD-Wiederholung sehen: TV-Kritik zu "Freundinnen - Alle für eine" - Lohnt sich das Einschalten am 10. Februar im Ersten?

Wie in alten Zeiten: Am Lagerfeuer spielen sie ihre alten Songs. Gitarristin Karla (Katja Riemann, Mitte), Sängerin Sascha (Nicolette Krebitz, re.) und Alice (Sophie von Kessel).

Wie in alten Zeiten: Am Lagerfeuer spielen sie ihre alten Songs. Gitarristin Karla (Katja Riemann, Mitte), Sängerin Sascha (Nicolette Krebitz, re.) und Alice (Sophie von Kessel). Bild: ARD Degeto/Frank Dicks

Wenig oder gar nichts erzählen - davon handelt dieser erfreulich unsentimentale und unkitschige Film von Autor Hardi Sturm ("Freunde - Sex ist doch nicht alles") und Regisseur Jan Ruzicka ("Die Fischerin"). Die drei Freundinnen sind früher mal in einer Band mit dem Namen "ChiX" aufgetreten und wollen das jetzt wieder versuchen - die Musik soll sie wieder näher zusammenbringen. Insbesondere die beiden Schwestern Karla und Alice sind in ziemliche Sprachlosigkeit verfallen - auch deshalb, weil Karla viel Angst davor hat, nett zu sein, und weil Alice als Model so unfassbar viel Geld verdient. Dazu kommen noch diverse Vorkommnisse aus ihrer Kindheit, die vor allem Karla immer noch nachhängen - und der Fehltritt von Alice mit Karlas Mann Max.

Katja Riemann spielt mit Herzblut und Temperament

Katja Riemann (53, "Tödliche Geheimnisse") spielt diese Karla mit hochgesteckter Frisur unter einem meist türkisfarbenen Turban - und mit ganz viel Herzblut und Temperament. Sie sagt im ARD-Interview auf die Frage, was ihr Freundschaft bedeutet: "Alles. Dass man sich liebt". Nicolette Krebitz (44, "Wild") antwortet dort auf dieselbe Frage: "In meinem Leben hat Freundschaft einen sehr hohen Stellenwert. Meine wirklich engen Freunde sind meine Familie. Da sein, Zeit zusammen verbringen, aneinander interessiert sein, sich mögen und das Beste für den anderen zu wollen." Und Sophie von Kessel (48, "Ein Kommissar kehrt zurück") meint dazu: "Ich glaube, Freundschaft bedeutet mir, wie ich glaube, allen Menschen, ungeheuer viel! Natürlich sind mir meine Kinder am wichtigsten und nächsten - aber eine gute und vertrauensvolle Freundschaft ist mindestens genauso wichtig und hat ja auch ganz andere Qualitäten als meine Familie."

Die Rolle der Musik in "Freundinnen - Alle für eine"

Die Musik (Jan Lehmann und Verena Marisa Schmidt) spielt im temporeichen Film eine große Rolle - sie dient gleichsam als Metapher für geplatzte Lebensträume und harte Schicksalsschläge - bis hin zum erfolgreichen Revival der alten Band. Es gibt aber auch immer wieder stille Momente, die durch das gelungene Zusammenspiel der drei Schauspielerinnen umso berührender wirken. Was ganz besonders für Nicolette Krebitz gilt, die sich im Film zwar leichenblass, aber unverzagt ihrer Krankheit stellt. Dabei helfen dann auch kleine humorvolle Einsprengsel ("Du warst als Kind schon so süß, ich hätte nur kotzen können"), die nie peinlich sind und das Ganze auflockern. Und so ist der Film dann doch ziemlich nah dran am Leben.

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lid/kad/news.de/dpa
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