03.07.2020, 12.45 Uhr

Formel 1 GP von Österreich 2020 aktuell: Hamilton rast im Spielberg-Training allen davon - Vettel nur auf Rang 12

Die Formel-1-Saison 2020 beginnt am Wochenende vom 3. bis 5. Juli mit dem Großen Preis von Österreich in Spielberg.

Die Formel-1-Saison 2020 beginnt am Wochenende vom 3. bis 5. Juli mit dem Großen Preis von Österreich in Spielberg. Bild: Christian Bruna / POOL EPA / AP / picture alliance / dpa

Lange mussten sich Motorsportfans gedulden, jetzt ist es endlich so weit: Am Wochenende vom 3. bis 5. Juli 2020 geht der Große Preis von Österreich in Spielberg als Auftaktrennen über die Bühne. Nach der Corona-Zwangspause müssen sich F1-Fans und Rennfahrer auf eine Reihe von Änderungen einstellen.

Formel 1 aktuell: Alle Ergebnisse der Saison 2020 im Überblick

Alles, was Motorsportfans zu den Rennen der Formel-1-Saison 2020 wissen müssen, erfahren Sie mit Grand-Prix-Informationen, Vorberichten und Ergebnissen hier im Überblick. Übrigens: Wie Sie das Formel-1-Spektakel beim Großen Preis von Österreich in Spielberg in TV und Live-Stream erleben können, erfahren Sie hier.

Formel 1 in Spielberg: Großer Preis von Österreich mit Zeitplan

Datum Beginn (MESZ) Durchlauf
Freitag, 03.07.2020 11.00 Uhr 1. freies Training
Freitag, 03.07.2020 15.00 Uhr 2. freies Training
Samstag, 04.07.2020 12.00 Uhr 3. freies Training
Samstag, 04.07.2020 15.00 Uhr Qualifying
Sonntag, 05.07.2020 15.10 Uhr Rennen über 71 Runden

Großer Preis von Österreich in Spielberg: Alle Ergebnisse und Infos auf einen Blick

Wie sich die Formel-1-Piloten beim verspäteten Saisonstart in Spielberg beim Großen Preis von Österreich schlugen, erfahren Sie im Folgenden in der Zusammenfassung zum Renngeschehen.

+++ 03.07.2020: Hamilton Schnellster im ersten Formel-1-Training beim Neustart +++

Weltmeister Lewis Hamilton ist beim Neustart der Formel 1 die schnellste Runde im Auftakttraining gefahren. Im schwarz lackierten Silberpfeil verwies der 35-Jährige am Freitag im österreichischen Spielberg seinen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas mit deutlichen 0,356 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei.

Dritter wurde Red-Bull-Pilot Max Verstappen, der das Rennen in der Steiermark in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hatte. Sebastian Vettel kam an seinem 33. Geburtstag im Ferrari nicht über Rang zwölf hinaus.

Trotz anfänglichen Regens und der langen Zwangspause seit den Testfahrten Ende Februar blieben größere Zwischenfälle auf der Strecke aus. Bis auf Dreher von Verstappen und Alpha-Tauri-Fahrer Daniil Kwjat kamen alle Piloten unfallfrei durch die ersten Übungsrunden.

Die Formel 1 steigt mit knapp vier Monaten Verspätung in ihre neue Saison ein. Wegen der Corona-Pandemie finden die Grand Prix vorerst mit einem strengen Hygienekonzept und ohne Zuschauer statt.

Als Favorit startet erneut Titelverteidiger Hamilton in das verkürzte WM-Jahr. Der Brite könnte mit dem siebten WM-Triumph den Rekord von Michael Schumacher einstellen. Für seinen Dauerrivalen Vettel beginnt in Österreich die Abschiedstour bei Ferrari. Sein auslaufender Vertrag wird nicht verlängert.

+++ 03.07.2020: Renndirektor: Bei einem Corona-Fall noch keine Formel-1-Absage +++

Die Formel 1 fürchtet bei ihrem Neustart keine kurzfristigen Rennabsagen im Falle einer Corona-Infektion im Fahrerlager. "Wir sind mit unserem Konzept deutlich widerstandsfähiger. Bei einem einzigen Fall wäre ich zuversichtlich, dass uns das nicht stoppen würde", sagte Renndirektor Michael Masi am Freitag vor dem Saisonauftakt im österreichischen Spielberg. Im März hatte die Rennserie den Grand Prix in Australien wenige Stunden vor dem ersten Training absagen müssen, weil es einen Corona-Fall im McLaren-Team gab.

Für den Neubeginn der Saison vier Monate später haben der Weltverband Fia und die Formel 1 ein umfassendes Hygienekonzept für alle Mitwirkenden beschlossen. Zuschauer dürfen nicht an die Strecke. Bei welchem Infektionsgeschehen ein Grand Prix nicht stattfinden dürfe, müssten jeweils die lokalen Gesundheitsbehörden entscheiden, sagte Masi. Alle Beteiligten mussten zunächst einen negativen Corona-Test vorlegen und werden mindestens alle fünf Tage erneut getestet.

Diese strengen Prozeduren inklusive einer Maskenpflicht würden voraussichtlich mindestens für die ersten acht Grand Prix bis Anfang September gelten, sagte Masi. "Ich erwarte da keine großen Veränderungen. Wir wollen da beständig für alle kommenden Events sein und das nicht jedes Mal abhängig von der Lage im jeweiligen Land wieder ändern", sagte Masi.

+++ 02.07.2020: Das muss man zum Großen Preis von Österreich wissen +++

 

Die Formel 1 ist zurück. Sieben Monate nach dem bislang letzten Grand Prix steigt die Königsklasse des Motorsports wieder in den Rennbetrieb ein. Gastgeber für den verspäteten Start der verkürzten Saison ist am Sonntag das österreichische Spielberg, wo innerhalb einer Woche gleich zweimal um WM-Punkte gefahren wird.

Welchen Einfluss haben die Corona-Beschränkungen?

Die ersten Rennen werden eher Testfahrten ähneln. Keine Zuschauer auf den Tribünen, eine lange Pause seit dem Finale der Vorsaison. Und die Teams müssen sich an viele neue Regeln gewöhnen. Die Mechaniker tragen Masken, das ist gerade bei sommerlichen Temperaturen eine enorme Belastung. Abstand halten, Kontakte mit anderen Teams vermeiden - es gilt ein detailliertes Hygienekonzept. Für einen Sport, der oft im Grenzbereich arbeitet, ist das ein kniffliges Experiment.

Wer hat die Pause am besten genutzt?

Bei den Wintertests fuhr Mercedes mit Weltmeister Lewis Hamilton wieder in die Favoritenrolle. Doch das ist vier Monate her. Seither waren die Fabriken wochenlang geschlossen, viele Rennställe in Kurzarbeit. Mit ihren finanziellen und technischen Möglichkeiten dürften die Top-Teams am ehesten die Chance genutzt haben, die Lehren aus den Probefahrten im Februar in Updates für die Autos umzusetzen. Ferrari allerdings will so massiv ins ursprüngliche Konzept eingreifen, dass die neuen Bauteile fürs Auto erst beim dritten Saisonrennen in Ungarn bereitstehen.

Wie sehr sind die Fahrer eingerostet?

Die fehlende Wettkampfpraxis ist nicht zu unterschätzen. Die Fitness dürfte dabei nicht das größte Problem sein, auch wenn die Belastungen für die Nackenmuskulatur nur schwer im Training zu simulieren sind. "Was noch komplizierter ist - so glaube ich - ist, dass sie die Perfektion des Autofahrens verlernen", sagte der frühere Weltmeister Nico Rosberg. Duelle auf der Strecke, die Action am Start - das haben die Piloten zuletzt vor sieben Monaten beim Saisonabschluss in Abu Dhabi erlebt. So mancher erwartet in Spielberg ein gewisses Chaos.

Wer fährt um den Sieg?

Erwartet wird ein Zweikampf zwischen Mercedes und Red Bull, zwischen Champion Lewis Hamilton und Herausforderer Max Verstappen. Beim Heimspiel seines Teams hat Verstappen in den beiden Vorjahren gewonnen, die Charakteristik der Strecke kommt seinem Auto entgegen. Doch Hamilton strebt mit aller Macht seinem siebten WM-Titel entgegen und fühlt sich in Bestform. Auch wegen der verkürzten Saison wird der Brite alles daran setzen, gleich von Beginn vorneweg zu fahren. Ferrari und der bald scheidende Sebastian Vettel dagegen haben sich bereits darauf eingestellt, nicht zu den Sieganwärtern zu gehören.

+++ 23.06.2020: Mehr als 10.000 Coronavirus-Tests bei ersten Formel-1-Rennen +++

Rund um die ersten beiden Formel-1-Saisonrennen im österreichischen Spielberg im Juli sollen zwischen 10.000 und 12.000 Coronavirus-Tests durchgeführt werden. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Dienstag berichtete, sieht das Konzept vor, dass die Proben zweimal täglich in ein Analyselabor in Ebersberg östlich von München transportiert werden. Dort werde dann sieben Tage in der Woche 24 Stunden ausgewertet. Innerhalb von 16 bis 24 Stunden nach der Probenentnahme sollen die Resultate feststehen. Entnommen werden die Proben mittels Abstrich aus der Nase. Am Dienstag wurden bereits die ersten beiden Teststationen am Red-Bull-Ring eröffnet.

Nur durch ein strenges Hygienekonzept ist es überhaupt möglich, dass die Motorsport-Königsklasse mit knapp vier Monaten Verspätung starten kann. Fans werden bei den WM-Läufen in der Steiermark am 5. und 12. Juli nicht dabei sein. Auch danach wird es zunächst nur Geisterrennen geben, doch auch diese sind bereits eine Herausforderung. "Alle, die am Ring arbeiten - das sind in Summe 3000 Leute, die sich in der roten Zone bewegen - dürfen ihren Arbeitsbereich nur mit einem negativen Covid-19-Bescheid betreten, der nicht älter als vier Tage ist", sagte Siegfried Schnabl, Geschäftsführer von Eurofins Genomics Österreich und Osteuropa und verantwortlich für Spielberg, der APA.

Das auf DNA-Analytik spezialisierte Unternehmen hatte die Ausschreibung des Internationalen Automobilverbands Fia für die ersten drei Grand Prix 2020 für sich entschieden. Es wird nun dafür sorgen, dass der gesamte Formel-1-Tross in Spielberg und anschließend beim Rennen in Ungarn mehrfach auf das Coronavirus getestet wird.

+++ 13.06.2020:Formel-1-Neustart ohne Podiumszeremonien und Fahrerparade +++

Die Formel 1 ändert für den Neustart unter Corona-Bedingungen ihre Siegerehrungen und die Abläufe vor dem Rennstart. Statt der Champagner-Sause auf dem Podium werde es nach den Grand Prix nun eine Zeremonie auf der Zielgeraden geben, sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn. "Eine Möglichkeit wäre, die Autos auf der Strecke aufzustellen, und die Fahrer stehen davor", sagte der Brite. Die Trophäen könnten nach den Rennen nicht wie bisher übergeben werden, da der Abstand nicht einzuhalten sei. Dafür gebe es aber neue Ideen, die nun auf ihre TV-Tauglichkeit geprüft würden.

Vor dem Start könnten sich die 20 Piloten nicht wie bisher eng nebeneinander für die Nationalhymne des Gastgeber-Landes aufstellen, sagte Brawn. Auch eine Fahrerparade, bei der alle Piloten gemeinsam auf dem offenen Oberdeck eines Busses um die Strecke kutschiert und dabei interviewt werden, sei derzeit nicht möglich. "Also werden wir jeden von ihnen vor der Garage interviewen", sagte Brawn.

Genauso schloss er eine Startaufstellung aus, auf der wie bisher hunderte Teammitglieder und Gäste umherwimmeln. "Die Praxis, die wir in der Vergangenheit hatten, kann es einfach nicht geben", sagte Brawn. Es gebe dennoch viele Wege für ein das Publikum ansprechendes Grand-Prix-Format, "ohne Gesundheit und Sicherheit zu gefährden".

Der 65-Jährige zeigte sich sicher, dass die Formel 1 auch beim Neustart ohne Zuschauer im Juli interessant und aufregend sein werde. "Es wird einfach nur anders. Das ist der neue Standard", sagte Brawn. Es sei ungewiss, wie lange es so bleiben werde. "Aber das wird sicher der neue Standard für den Rest des Jahres sein", sagte Brawn.

Die Formel 1 will am 5. Juli mit einem Rennen im österreichischen Spielberg ihre Saison starten. Bislang stehen acht Grand Prix in Europa fest im neuen Kalender. Insgesamt plant die Rennserie mit 15 bis 18 WM-Läufen bis Mitte Dezember.

+++ 11.06.2020: Hygiene-Konzept steht: Motorsport bereit für die Rennrückkehr +++

Der Internationale Automobilverband (Fia) hat in einem 74-seitigen Werk die Richtlinien für die Rückkehr zum Motorsport vorgegeben. Die Maßnahmen sollen für alle Rennserien der Fia gelten. Auf die Formel 1, die am 5. Juli im österreichischen Spielberg mit fast viermonatiger Verspätung in die Saison starten soll, wird in dem Sicherheits- und Hygienekonzept in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nicht gesondert eingegangen.

Die Veranstalter vor Ort sollen unter anderem prüfen, ob sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie sonst üblich in der Startaufstellung ins Rennen gehen lassen oder aus der Boxengasse. Zudem wird nahegelegt, die Abläufe an den Renntagen und -Wochenenden zu verkürzen und auf Rennen aus dem Rahmenprogramm zu verzichten.

Sollte wie sonst auch vom sogenannten Grid gestartet werden, soll die Zahl derer, die dort hin dürfen eingeschränkt werden. In der Formel 1 gilt es beispielsweise als gute Tradition, dass Vip-Gäste, örtliche Politikerinnen und Politiker oder bekannte Sportler vor dem Rennen durch die Startaufstellung flanieren.

Ähnlich wie im Konzept der Deutschen Fußball Liga beinhaltet der Maßnahmen-Katalog der Fia auch Bereiche wie Kontaktabstand - mindestens zwei Meter -, Hand-Hygiene, Atem-Etikette und Tests, aber auch die Nachverfolgung von Kontaktpersonen mittels technologischer Instrumente unter Einhaltung der Rechtslage.

"Die Fia verdient in diesem Prozess eine enorme Anerkennung", sagte jüngst bereits Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey auf der Homepage der Motorsport-Königsklasse. "In vielerlei Hinsicht werden wir wie in einer Blase leben, wenn der Charterflieger startet." Die Formel 1 hat zunächst acht Rennen in Europa angesetzt. Neben Österreich soll in Ungarn, Großbritannien, Spanien, Belgien und Italien gefahren werden.

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loc/news.de/dpa
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