22.05.2020, 20.44 Uhr

Uwe Seeler: Not-Operation nach Horror-Sturz! Wie geht's "Uns Uwe" jetzt?

Fußball-Legende Uwe Seeler muss nach einem Sturz operiert werden.

Fußball-Legende Uwe Seeler muss nach einem Sturz operiert werden. Bild: Axel Heimken / picture alliance / dpa

Auf dem Fußballplatz spielte sich Uwe Seeler direkt in die Herzen seiner Fans, nun steht der Legende des Hamburger SV eine andere Herausforderung bevor: Das Fußball-Idol ist nach einem Sturz in seinem Haus in Norderstedt nördlich von Hamburg in ein Krankenhaus gebracht worden. Die 83 Jahre alte HSV-Legende brach sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei dem Unfall die Hüfte und sollte noch am Freitag operiert werden. Von dem Unfall berichteten zunächst unter anderem die "Bild" und der "Focus".

Uwe Seeler nach Sturz mit gebrochener Hüfte im Krankenhaus

Aktuell werde "Uns Uwe" in der Albertinen-Klinik in Schnelsen behandelt. Uwe Seeler müsse sich Berichten zufolge einer Not-Operation unterziehen - für den betagten Fußballstar auch aufgrund von bereits bestehenden gesundheitlichen Beschwerden kein risikoloses Unterfangen.

Seeler habe in jüngster Vergangenheit über Herzbeschwerden geklagt, zudem machen dem einstigen Profikicker Rückenschmerzen Probleme, die Seeler von einem schweren Autounfall zurückbehielt.Seit dem Autounfall im Jahr 2010 ist der einstige Torjäger zudem auf dem rechten Ohr taub und klagt über Gleichgewichtsprobleme. Überdies erhielt er einen Herzschrittmacher und musste sich einen Tumor in der Schulter entfernen lassen.

Uwe Seeler schrieb als HSV-Spieler Fußballgeschichte

Als Stürmer spielte Seeler von 1952 bis 1973 für den damaligen Bundesligisten HSV und war 16 Jahre lang Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. 1966 wurde er mit dem DFB-Team in England Vizeweltmeister und gewann vier Jahre später in Mexiko WM-Bronze. Seine Erfolgsbilanz: mehr als 400 Pflichtspieltore für den HSV, 72 Länderspiele mit 43 Treffern zwischen 1954 und 1970, dreimal "Fußballer des Jahres", deutscher Meister und Pokalsieger.

Ein Traum blieb trotz aller sportlichen Erfolge unerfüllt. "Wenn ich schon bei vier Weltmeisterschaften dabei war, hätte ich auch gern einmal den Titel geholt. Aber ich hatte nicht das Glück. Trotzdem war alles wunderschön. Ich vermisse nichts", sagte vor ein paar Jahren "Uns Uwe", der seinem HSV stets treu blieb. 1961 widerstand er einem Millionen-Angebot von Inter Mailand, zog Heimat und Familie vor.

Fußballfans lieben "Uns Uwe" als bescheidenen Fußball-Star

Seeler gilt als Muster an Bescheidenheit. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Sohn eines Hamburger Schutenführers empfindet bis heute keinen Neid auf die Millionen-Gehälter der modernen Fußball-Generation. Mit Ehefrau Ilka ist Seeler mehr als 60 Jahre verheiratet, aus der Ehe sind drei Töchter hervorgegangen.

Schlechte Erfahrungen machte Seeler als HSV-Präsident von 1995 bis 1998, als Finanzskandale und sportliche Misserfolge an seinem makellosen Image kratzten. Später räumte er ein, seine Entscheidung sei ein Fehler gewesen. Positiv sah er in der Präsidentschaft immerhin, dass er den Neubau des Volksparkstadions und des HSV-Internats angeschoben hatte. Nach Fertigstellung sagte er über die Bedeutung des neuen Stadions: "Es ist zu bezweifeln, ob wir im alten Volkspark noch in der ersten Klasse spielen würden." 2018 stieg der HSV stieg erstmals in seiner Geschichte in die Zweitklassigkeit ab - trotz der modernen Arena.

Uwe Seeler bleibt dem Hamburger SV auch in Krisenzeiten treu

Zuletzt äußerte sich der gebürtige Hamburger besorgt zur Zukunft seines HSV. "Viele Krisen kann sich der HSV nicht mehr erlauben. Ich hoffe nicht, dass die aktuellen Streitereien die Mannschaft zu sehr beeinflussen", sagte der 83 Jahre alte Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft in einem Sport1-Interview. Um die angestrebte Bundesliga-Rückkehr seines Vereins macht sich Seeler ernsthaft Sorgen: "Nach den Spielen zuletzt habe ich so meine Zweifel", warnte die Vereinslegende angesichts der jüngsten Querelen vor negativen Auswirkungen auf den Sport.

Auch die Saison in der 2. Fußball-Bundesliga ist wegen der Coronavirus-Pandemie derzeit unterbrochen. Nach 25 Spieltagen liegen die Hamburger auf dem dritten Tabellenplatz. Große Hoffnungen setzt Seeler nach den Querelen in der Chefetage in den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Marcell Jansen. "Ich glaube, dass Jansen prädestiniert für diese Aufgabe ist, er ist jetzt die beste Lösung", sagte der Norderstedter. "Er ist Sportler, kennt das Geschäft und ist kein Dummkopf, sondern ein freundlicher und integrer Mensch. Seine Art gefällt mir einfach."

Der HSV hatte sich zuletzt von Vorstandschef Bernd Hoffmann getrennt. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender als Nachfolger von Max-Arnold Köttgen wurde HSV-Präsident und Ex-Nationalspieler Jansen. Das Kontrollgremium besteht nun aus fünf Personen.

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loc/news.de/dpa
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