28.10.2019, 15.36 Uhr

Weltcup-Saison: Das Fazit - Glücksgefühle und Enttäuschungen

Das war der Auftakt im Weltcup.

Das war der Auftakt im Weltcup. Bild: picture alliance/Expa/Johann Groder/APA/dpa

Glücksgefühle, Enttäuschungen, Drama. Beim Auftakt zur alpinen Ski-Saison auf dem Rettenbach-Gletscher hoch über dem österreichischen Sölden war alles geboten. Riesenslalom stand auf dem Programm. Und sogar das Wetter stimmte. Sehr zur Freude von vielen tausend Zuschauern. Tolle Piste, toller Sport, Sonne pur - entsprechend großartig war die Stimmung im Ziel.

GLÜCKSGEFÜHLE

Schon am Samstag hatte die frische Weltcup-Saison ihre erste Sensation. Die erst 17-jährige Neuseeländerin Alice Robinson verpasste der hohen Favoritin Mikaela Shiffrin (USA) einen ersten Nasenstüber. Nach Platz 2 im ersten Durchgang und 14 Hundertstel Sekunden Rückstand auf Shiffrin griff sie im 2. Lauf die etwas verhalten fahrende Amerikanerin an und gewann. Zwar auch nicht ganz fehlerfrei, aber solide und für eine 17-Jährige rotzfrech. Zumal es ihr erstes Rennen auf einem Gletscher war - Respekt. Robinson wird man in der Saison auf dem Zettel haben müssen.
Shiffrin fuhr im ersten Durchgang solide und war sich dann wohl ihrer Sache etwas zu sicher. So siegte Robinson vor Shiffrin und der Französin Tessa Worley. Auf ihrer Facebook-Seite haute der Teenager aus Neuseeland mit Strahle-Foto dann auch mal gleich noch einen raus: "So lache ich auf dem Weg nach Hause. Es fühlt sich immer noch nicht echt an. Danke für Liebe und Unterstützung. Wir sehen uns, Neuseeland." Dem ist nichts hinzuzufügen.


Bei den Herren räumte der Favorit auf die Nachfolge von Ski-Legende Marcel Hirscher mal gleich im ersten Rennen ab. Alexis Pintaurault deklassierte die Konkurrenz und zeigte direkt, was wir in dieser Saison von ihm zu erwarten haben. Mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung fuhr der Super-Techniker in den beiden Läufen heraus. Mannschaftskollege Mathieu Faivre und Zan Kranjic (Slowenien) hatten das Nachsehen, konnten aber auf dem Treppchen mitstrahlen. Pintaurault postete dann auch schnell noch ein Foto von Team Frankreich und kommentierte, "one team, one goal".

 

ENTTÄUSCHUNGEN

Dass Team Frankreich bei den Herren nach dem Rennen um die Wette strahlte, nachvollziehbar. Bei den deutschen Ski-Assen und ihrem Anhang hielt sich die Freude dagegen in bescheidenen Grenzen. Damen und Herren scheinen noch nicht so richtig im Lauf zu sein. Das kann natürlich beim ersten Saisonrennen passieren - umso besser, dass jetzt bis Ende November erstmal wieder Pause ist. Trotzdem war das Abschneiden von Viktoria Rebensburg, Stefan Luitz und Co schon enttäuschend. Rebensburg gleitete deutlich langsamer als die Konkurrenz durch die Tore und landete am Ende auf einem für sie schwachen 13. Platz, 1,73 Sekunden hinter der forschen Neuseeländerin. Rebensburg kommentierte auf Facebook: "Leider kein Auftakt nach Maß heute. Habe in beiden Durchgängen nicht meinen Rhythmus gefunden und so fehlte einfach der Speed schlussendlich. Jetzt heißt´s, genau zu analysieren und sich auf die Übersee-Rennen vorzubereiten."


Bei Stefan Luitz war am Sonntag rhythmisch auch nicht viel mehr drin. Der 16. Platz hat einen gewaltigen Vorteil gegenüber der schnelleren Konkurrenz: Es kann bei ihm nur besser werden.

 

DRAMA

Auch das gab es leider schon zum Auftakt der Ski-Saison. Die Österreicherin Bernadette Schild stürzte am Samstag im 2. Durchgang schwer und musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Die Diagnose dort - ernüchternd: Kreuzbandriss, Saisonende. Die 29-jährige Technikerin aus Zell am See hatte in der Vergangenheit schon häufiger Pech. Oft schrammte sie haarscharf an großen Erfolgen vorbei - nun dieser erneute Rückschlag. Da eine Kämpferin so nicht abtritt, bleibt ihr zu wünschen, dass sie im Winter 2020 vollkommen fit wieder angreift. Gute Besserung!

TH/add/news.de
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