09.06.2018, 08.21 Uhr

NBA Finals 2018 als Live-Stream und im TV:              So war das erste Spiel der Golden State Warriors - Cleveland Cavaliers

LeBron James

LeBron James Bild: dpa

Aussetzer kostet LeBron James Sieg im NBA-Finale - Nowitzki entsetzt

Fassungslos schrie LeBron James seinen Teamkollegen J.R. Smith an und schüttelte ungläubig den Kopf. Ein eklatanter Aussetzer seines Mitspielers hat den Superstar trotz einer erneuten Gala-Vorstellung den möglichen Sieg mit den Cleveland Cavaliers im ersten NBA-Finale gekostet. Auch nach 51 Punkten von James verlor der Herausforderer den Auftakt der Endspiel-Serie bei Titelverteidiger Golden State Warriors mit 114:124 nach Verlängerung.

Dabei wurde Cavs-Profi J.R. Smith zur tragischen Figur: Wenige Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit dribbelte der 32-Jährige nach einem Rebound zurück zur Mittellinie anstatt den gegnerischen Korb zu attackieren und die mögliche Führung zu erzielen. "Hat er gedacht, dass sie mit einem (Punkt) führen?????", twitterte selbst Dirk Nowitzki aus der Sommerpause entgeistert mit fünf Fragezeichen.

Und Clevelands Trainer Tyronn Lue bestätigte, dass Smith genau dieser Anfängerfehler unterlaufen war. "Er dachte, wir seien mit einem Punkt in Führung", erklärte der Coach das Missgeschick. "Er dachte, es wäre vorbei". Als Smith seinen Irrtum bemerkte, war es zu spät.

Missverständnis kostet Cleveland Cavaliers den Sieg im NBA-Finale gegen Golden State Warriors

Der Gescholtene selbst behauptete nach der Schlusssirene hingegen, dass er den richtigen Spielstand kannte und dachte, dass sein Team eine Auszeit nehmen wolle. James wollte sich zu der Szene nicht im Detail äußern und sagte nur, er könne nicht sagen, was sich Smith gedacht habe. ESPN nannte den Blackout eine "Torheit", Sports Illustrated schrieb von einem "Gehirnfurz".

Ein Aussetzer ähnlicher Dimension war Legende Magic Johnson unterlaufen, als er im zweiten Finale 1984 die Uhr aus den Augen verloren hatte und nicht rechtzeitig zum Abschluss kam.

In der Verlängerung übernahmen nun die Warriors die Kontrolle. Golden State erzielte neun Punkte in Serie und gab die Führung nicht mehr aus der Hand. Die Warriors konnten sich auf ihr Star-Trio verlassen. Stephen Curry (29 Punkte), Kevin Durant (26) und Klay Thompson (24) erzielten zusammen 79 Punkte. "Es war ein verrücktes Spiel", sagte Curry, der mit den Warriors den dritten Titel in vier Jahren holen will. "Alles, was am Ende zählt, ist der Sieg."

Bei den Gästen lieferte der 33 Jahre alte James eine weitere Ausnahmevorstellung ab. Nur vier Spieler in der Geschichte der NBA konnten mehr als 51 Punkte in einem Finalspiel verbuchen. Zusätzlich kam er auf acht Assists und holte acht Rebounds. "Großartiges Spiel. LeBron ist unglaublich", schrieb Nowitzki.

Eine weitere Aktion sorgte ebenfalls für eine Kontroverse: Mit zwei Punkten Vorsprung für Cleveland kurz vor Schluss pfiffen die Unparteiischen zunächst ein Offensivfoul von Golden States Durant gegen James. Doch nach längerem Studium der Videobilder entschieden sie sich um, Durant durfte an die Freiwurflinie und glich das Spiel aus. "Das ist einfach nicht richtig", echauffierte sich Cavs-Coach Lue. "Das ist so noch nie passiert in der Geschichte dieses Spiels."

Durch den Heimerfolg liegen die Warriors in der Finalserie mit 1:0 in Führung. Das zweite Spiel findet am Sonntag ebenfalls im kalifornischen Oakland statt. Eine Rangelei zwischen Clevelands Tristan Thompson und Draymond Green von den Warriors kurz vor dem Ende der Partie könnte in den kommenden Tagen noch disziplinarische Folgen haben.

Wer wird NBA-Gewinner? Das sind die Chancen der Cleveland Cavaliers

Die Cleveland Cavaliers sind trotz Superstar LeBron James klarer Außenseiter. Laut US-Buchmachern gab es seit 16 Jahren keinen klareren Favoriten in den Finals, als die Warriors um ihren genialen Dirigenten Stephen Curry. Doch von den Prognosen will sich der 30-Jährige nicht blenden lassen - und ist vor allem vor James gewarnt. "Es ist unglaublich, mit welcher Konstanz und auf was für einem extrem hohen Niveau er spielt und in der Eastern Conference dominiert", sagte Curry. 

Beim Titelgewinn 2016 drehte James mit Cleveland einen 1:3-Rückstand sensationell in einen 4:3-Sieg. 2015 und 2017 siegten die überlegenen Kalifornier um Curry. James hat bereits das achte Jahr nacheinander in den Finals die Chance auf den Titel, nie wurde sein Team allerdings so schwach eingeschätzt wie 2018. 

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gma/kns/news.de/dpa
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