22.06.2017, 18.45 Uhr

Confed Cup 2017: So lief das Match Deutschland vs. Chile beim Confed Cup 2017

Julian Draxler (l.n.r.), und seine Mannschaftskameraden Sebastian Rudy und Leon Goretzka.

Julian Draxler (l.n.r.), und seine Mannschaftskameraden Sebastian Rudy und Leon Goretzka. Bild: dpa

Der Weltranglistenvierte aus Chile war im Vergleich zum Auftaktgegner Australien eine Nummer größer. So wirkte die deutsche Hintermannschaft gegen die extrem aggressiv spielende Elf von Juan Antonio Pizzi phasenweise überfordert, trotzdem zeigte die junge deutsche Mannschaft gegen die im Schnitt sechs Jahre ältere chilenische Auswahl nach Anfangsschwierigkeiten Gegenwehr.

Chile für Joachim Löw Favorit

Seine große Wertschätzung für den Südamerikameister hatte Löw bereits in der deutschen Aufstellung dokumentiert. Im 3-4-2-1-System fand sich zunächst kein echter Stürmer wieder, der Gladbacher Stindl übernahm den offensiven Part im deutschen Spiel. Insgesamt gab es in der Startelf wie angekündigt vier Änderungen, darunter auch die Hereinnahme von Barcelona-Keeper Marc-André ter Stegen für den zuletzt glücklosen Leverkusener Bernd Leno.

Und ter Stegen musste bereits nach sechs Minuten hinter sich greifen. Einen krassen Abspielfehler von Mustafi in die Füße von Sanchez nutzten die Chilenen eiskalt aus. Über Bayern-Star Arturo Vidal gelangte der Ball wieder zu Sanchez, der aus kurzer Entfernung traf und nun mit 38 Länderspieltoren alleiniger Rekordschütze seines Landes ist.

Chile machte Druck - Deutschland konnte nicht standhalten

Zwar hatte Julian Draxler fast im Gegenzug bei einem Distanzschuss die Chance zum Ausgleich (8.), aber in der Folgezeit geriet erst einmal die deutsche Mannschaft unter dem Druck der Chilenen arg in die Bredouille. Vor allem Mustafi und der Dortmunder Matthias Ginter hatten große Probleme. Ein ordentlicher Spielaufbau war kaum möglich, allzu oft gingen die Bälle bereits im Mittelfeld verloren. Einzig der zukünftige Münchner Niklas Süle behielt in der Abwehr den Überblick und stemmte sich gegen die Angriffswucht der Chilenen.

Glück hatte die deutsche Mannschaft in der 20. Minute, als der Ex-Hoffenheimer Eduardo Vargas mit einem Distanzschuss nur die Latte traf. Dagegen kam die deutsche Mannschaft nur selten zu gefährlichen Offensivaktionen. Auch, weil Kapitän Julian Draxler zu selten das Spiel an sich reißen konnte. Der im Auftaktspiel gegen Australien noch überragende Schalker Leon Goretzka war diesmal nicht so präsent. So war es der erwartete Härtetest gegen einen der Turnierfavoriten.

Chile konnte gegen Deutschland die Chancen nicht nutzen

Und trotzdem belohnten sich die Chilenen nicht für ihren großen Aufwand. Im Gegensatz: Der erste konstruktive Angriff des Weltmeisters führte gleich zum Ausgleich. Ein sehenswerter Pass von Emre Can setzte Jonas Hector auf der linken Außenbahn in Szene. Die direkte Hereingabe verwertete Stindl im Zentrum mit seinem zweiten Turniertor. Es war zugleich die Belohnung für den Gladbacher, der mit klugen Laufwegen zu gefallen wusste.

Im zweiten Durchgang ließ der Druck der Südamerikaner nach, entsprechend kehrte mehr Ordnung ins deutsche Spiel ein. Die Chilenen waren zwar weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, ein Freistoß von Sanchez (48.) und ein Kopfball des unermütlich kämpfenden Vidal (59.) stellten aber keine große Gefahr dar. Auf der Gegenseite war das deutsche Offensivspiel nicht zwingend genug, zu selten kam die DFB-Auswahl in Tornähe. Ein Schuss von Stindl stellte da noch die Ausnahme dar (73.).

 

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gea/sam/news.de/dpa
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