15.04.2017, 09.47 Uhr

Anschlag auf Mannschaftsbus: Zweifel an neuem Bekennerschreiben nach BVB-Anschlag

Noch haben die Ermittler nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus keine konkrete Spur.

Noch haben die Ermittler nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus keine konkrete Spur. Bild: dpa

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund vom Dienstag ist ein drittes angebliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Mail mit rechtsextremistischem Duktus ging am Donnerstagabend beim Berliner "Tagesspiegel" ein. Das Schreiben wird nun von der Bundesanwaltschaft (GBA) in Karlsruhe auf seine Echtheit überprüft. GBA-Sprecherin Frauke Köhler bestätigte am späten Freitagabend, ihre Behörde habe das Schreiben von der Zeitung erhalten. Eine Bewertung wollte sie nicht abgeben.

Zündeten Rechtsextreme die BVB-Bombe?

Der anonyme Verfasser bezieht sich laut "Tagesspiegel" auf Adolf Hitler, hetzt gegen "Multi Kulti" und droht mit einem weiteren Angriff. Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen wird ausdrücklich die Asyl- und Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert. Am 22. April werde "buntes Blut fließen". Die Drohung zielt nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen vermutlich auf die zu erwartenden linken Demonstranten gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden AfD-Bundesparteitag.

Der "Tagesspiegel" zitierte Sicherheitskreise mit den Worten, es müsse alles ernst genommen werden, "da wir keine Spur zum Täter von Dortmund haben". Die neue Bekennermail könne mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein". Nach dpa-Informationen wird die Skepsis in den Sicherheitsbehörden auch mit dem Verweis begründet, es sei ungewöhnlich, dass ein Attentäter einen Anschlag ankündige und sich so der Entdeckung aussetze. Zudem handele es sich um einen anderen Duktus als bei den am Tatort gefundenen Schreiben.

Mehrere Bekennerschreiben am Tatort

Direkt nach dem Anschlag waren am Tatort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden. Es wird aber bezweifelt, dass diese Schreiben tatsächlich von Islamisten stammen. Ermittelt wird auch in Richtung von Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußballfans und Allgemein-Kriminellen. Bei einem dritten angeblichen Bekennerschreiben, in dem ein linksextremistischer Hintergrund behauptet wurde, bestehen nach GBA-Einschätzung erhebliche Zweifel an der Echtheit.

Neues Bekennerschreiben nach BVB-Anschlag: Zweifel an Tatbeteiligung

In den Sicherheitsbehörden gibt es Zweifel, dass der oder die Verfasser des jüngsten Bekennerschreibens tatsächlich mit dem Sprengstoffanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus zu tun haben. Für eine abschließende Bewertung sei es allerdings noch zu früh, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Sicherheitskreisen. Selbst wenn die entsprechende Mail mit rechtsextremistischem Inhalt aber von einem Trittbrettfahrer stamme, werde sie ernst genommen, da ein rechtsextremer Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden könne.

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