25.02.2017, 14.31 Uhr

Skispringen 2017 aus Lahti: Triumph für Deutschland! Mixed-Team holt WM-Gold

Andreas Wellinger will bei der WM nach einer Medaille greifen.

Andreas Wellinger will bei der WM nach einer Medaille greifen. Bild: dpa

Die Bundestrainer Werner Schuster und Andreas Bauer umarmten sich nach der Demonstration deutscher Skisprung-Stärke, ihr überragendes Gold-Quartett klatschte sich herzlich ab: Souverän verteidigten Carina Vogt, Svenja Würth, Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger den Weltmeister-Titel im Mixed-Wettbewerb und sorgten damit für das vierte Gold der deutschen WM-Mannschaft sowie die achte Medaille von Lahti. Damit hat das DSV-Team bereits bei Halbzeit der Titelkämpfe so viel Edelmetall wie vor zwei Jahren am Ende der Weltmeisterschaften in Schweden.

Viertes Gold für deutsche WM-Mannschaft beim SKispringen in Lahti

Was am Sonntagabend auf der Normalschanze von Lahti passierte, war außergewöhnlich. Die vier deutschen Springer schafften in allen acht Sprüngen Bestweiten ihrer Gruppen. Am Ende hatte die Mannschaft sagenhafte 36,3 Punkte Vorsprung vor dem mit Silber dekorierten österreichischen Team um Einzelweltmeister Stefan Kraft.

"Es war ein unglaublicher Abend", sagte Damen-Trainer Andreas Bauer. Sein Kollege Werner Schuster hatte nicht mit so einer Demonstration gerechnet. "Mir war klar, dass es sehr eng werden könnte. Aber alle vier haben eine Top-Leistung geboten", betonte der Coach.

Carina Vogt ist Doppelweltmeisterin - und heimst Trainerlob ein

Vogt krönte sich wie vor zwei Jahren in Falun zur Doppelweltmeisterin und hat nun vier Titel neben dem Olympiasieg gewonnen. "Es ist cool, dass ich das so runtergebracht habe", sagte die Degenfelderin und bekam höchstes Lob von Schuster: "Ich bin total beeindruckt von ihr. Ich habe schon einige Wettkämpfe von ihr gesehen, aber dieser war der Beste, einfach weltmeisterlich."

Mit ihren Flügen schaffte sie die Grundlage für den nie in Gefahr geratenen Erfolg. Und die anderen zogen nach. Würths weite Flüge gaben auch den Männern Motivation. Als Wellinger als letzter Springer auf dem Balken saß, feierten die anderen bereits. "Für ihn ist es ein gutes Training für die Großschanze. Auch da muss er Verantwortung tragen", betonte Schuster.

Wellinger und Eisenbichler machen ohne Freund den WM-Sieg perfekt

Ohne den wegen eines Kreuzbandrisses fehlenden Frontmann Severin Freund hatten Wellinger und Eisenbichler den deutschen Skispringern bereits am Samstag auf der Normalschanze das erste Doppel-Podium seit 1999 beschert, als Martin Schmitt und Sven Hannawald auf der Großschanze Gold und Silber holten. "Ich freue mich riesig. Die Jungs haben das super gemacht. Das ist ein fantastischer Tag und eine Riesengeschichte, hier mit zwei Medaillen rauszugehen", sagte Schuster. "Man hat gesehen: Das deutsche Skispringen funktioniert."

Wellingers Leistung überraschte niemanden, hatte der Team-Olympiasieger seit Mitte Januar doch achtmal auf dem Weltcup-Podium gestanden. Zum ersten deutschen WM-Titel auf dem kleinen Bakken seit 1989, als Jens Weißflog an gleicher Stätte triumphierte, fehlten dem 21-Jährigen nur 2,1 Punkte. "Das ist hammergeil", sagte Wellinger nach Sprüngen auf 96,5 und 100 Meter über sein erstes WM-Edelmetall. "Die Medaille bekommt einen besonderen Platz", kündigte er an.

Ähnlich war die Stimmungslage bei Eisenbichler, der in seiner Karriere zuvor erst einmal auf dem Podium gestanden hatte. "Es ist schon extrem: Mein zweiter Podestplatz überhaupt ist gleich eine WM-Medaille", stellte der 25-Jährige fest. Nach seinem ersten Versuch auf 95 Meter hatte er sich als Halbzeit-Sechster kaum noch Chancen auf Edelmetall ausgerechnet. "Ich hatte schon mit dem Wettbewerb abgeschlossen", berichtete Eisenbichler. Doch dann flog er auf die Tagesbestweite von 100,5 Metern - und noch an drei Rivalen vorbei. "Dieser Erfolg bedeutet mir extrem viel", sagte der Bayer.

Nordische Ski-WM 2017: Team-Skispringen heute live im TV sehen

Am Sonntag sehen Sie den Mixed-Team-Wettbewerb der Skispringer. Der erste Durchgang läuft im ZDF ab 16.35 Uhr und bei Eurosport um 16.15 Uhr, der zweite Durchgang folgt im Anschluss gegen 17.35 Uhr. Alle TV Sender im Livestream mit Magine TV - jetzt kostenlos.

Skisprung-WM 2017: Die Springen der Nordischen Ski-WM heute im Live-Stream und Ticker

Sie können die Springen der Nordischen Ski-WM auch parallel zur TV-Ausstrahlung online und mobil im Live-Stream sehen. Nutzen Sie dazu die ZDF-Mediathek, den Eurosport-Player oder die Angebote der Live-Stream-Portale Zattoo und Magine TV, die das komplette Programm von ZDF und Eurosport streamen. Falls Sie auf bewegte Bilder der Skisprung-WM 2017 verzichten können, finden Sie unter "zdf.sport.de" und bei "eurosport.de" einen Live-Ticker zu den jeweiligen Wettkämpfen.

Skispringen-Ergebnisse der Nordischen Ski-WM in Lahti

Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler haben den deutschen Skispringern die ersten beiden Medaillen bei den nordischen Weltmeisterschaften in Lahti beschert. Beim Springen von der Normalschanze mussten die beiden Bayern lediglich dem Österreicher Stefan Kraft den Vortritt lassen, der dank eines hervorragenden ersten Durchgangs mit Weiten von 99,5 und 98 Metern knapp gewann. Wellinger verteidigte mit Sprüngen auf 96,5 und 100 Meter seinen zweiten Platz nach dem ersten Durchgang, Eisenbichler katapultierte sich am Samstag nach Platz sechs im ersten Versuch mit der Tagesbestweite von 100,5 Metern auf das Podest.

"Schon beim Absprung habe ich im Finale gemerkt: Der Sprung wird geil. Die beiden Sprünge sind mir brutal gut gelungen", sagte Wellinger, der in seinem erst zweiten WM-Springen erstmals eine Medaille gewann. Als sein Ergebnis feststand, lag er sich mit Eisenbichler in den Armen. "Ich hatte nach dem ersten Durchgang schon mit dem Wettbewerb abgeschlossen. Ich wollte nur noch einmal das machen, was ich kann. Es ist schon extrem: Mein zweiter Podestplatz überhaupt ist gleich eine WM-Medaille", sagte Eisenbichler und suchte danach nach Worten.

Bundestrainer Werner Schuster kam aus dem Jubeln nicht heraus. "Das ist ein Riesenerfolg. Ich bin so dankbar. Man hat gesehen, das deutsche Skispringen funktioniert", sagte der Österreicher. Von Wellinger hatte er nach den Vorleistungen eine Medaille erhofft. Eisenbichler dagegen überraschte den Coach: "Er hat unglaublich die Nerven bewahrt", lobte Schuster.

Nach dem ersten Durchgang hatte Schuster noch einige Fehler bei Wellinger entdeckt. "Die Sitzposition war etwas zu weit hinten, und auch so gab es einige kleine technische Reserven", meinte der Coach, der mit seinen vier Athleten sehr zufrieden war. "Sie sind bei teils komplizierten Windbedingungen sauber gesprungen." Richard Freitag verteidigte im Finale seinen neunten Platz, Stephan Leyhe fiel vom elften noch auf den 13. Rang zurück.

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rut/news.de/dpa
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