11.08.2015, 11.47 Uhr

DFB Pokal: Nach Attacke auf Schiri: Leipzig will Wiederholung, Osna-Fans hetzen immer noch

Von news.de-Volontärin Ines Fedder

Schiedsrichter Martin Petersen krümmt sich und unterbricht das Spiel, nachdem er von einem Gegenstand am Kopf getroffen wurde.

Schiedsrichter Martin Petersen krümmt sich und unterbricht das Spiel, nachdem er von einem Gegenstand am Kopf getroffen wurde. Bild: Friso Gentsch/dpa

Der Pokal-Abend für Aufgrund eines Feuerzeugs, welches als Wurfgeschoss diente und den Schiri am Kopf traf, brach der Unparteiische die Partie in der 70. Minute ab. Ein Trauerspiel für die Osnabrücker Fans, da ihre Mannschaft bisher mit 1:0 in Führung lag. Der Verursacher kam ausgerechnet aus den eigenen Reihen.

Die Fans machten via Facebook ihren Unmut Luft: "Wie dämlich muss man denn sein, seiner eigenen Mannschaft die Krönung einer Topleistung mit dieser bescheuerten Aktion zu zerstören!", ist nur einer der Kommentare der wütenden Anhängerschaft. Doch der Zorn hat scheinbar ein neues Ventil gefunden. Es wird nun nicht mehr gegen die eigene Anhängerschaft gewettert, sondern über den Gegner. Denn der zeigte sich nach der skandalumwobenden Partie überaus großzügig, was vielen so gar nicht passte.

Nach Spielabbruch beim Pokal-Spiel in Osnabrück: RB Leipzig bietet Wiederholung an

So bot RB Leipzig noch vor der endgültigen Entscheidung des Deutschen Fußballbundes an, die Partie zu wiederholen. Und das, obwohl Trainer Ralf Rangnick noch einmal betonte, dass es während des kompletten Spiels zu Fan-Attacken kam. "Das ganze Spiel über flogen Feuerzeuge, Getränke und andere Wurfgegenstände auf unsere Spieler sowie auf unsere Auswechselspieler, die sich warmliefen. Es war demnach definitiv nicht nur ein Einzeltäter, dessen Handeln später zu dem für alle Seiten bedauerlichen Spielabbruch führte."

Die RB-Fans gratulieren ihrem Verein zu dieser Entscheidung, sehen darin eine überaus faire Aktion. "Sehr fair von RB Leipzig das anzubieten, trauriges Verhalten der sogenannten Traditionsvereine", kommentiert einer der Fans via Facebook. Doch ausgerechnet die Anhängerschaft des VFL Osnabrück sieht nur eine weitere Möglichkeit von RB Leipzig, sich zu profilieren.

Feuerzeug-Wurf beim Pokal-Spiel: Osnabrücker Fans wittern eine Verschwörung

Sogar Verschwörungstheorien sind bereits im Umlauf. Die Leipziger hätten einen Mann ihrerseits in den Osnabrücker Fan-Block geschleust. "Ich glaube nicht das es ein Osnabrück war. Die haben geführt und da ist doch sowas unlogisch zu machen. Überhaupt sowas zu tun ist einfach Geschmacklos. Das war bestimmt einer von Leipzig. So mit haben sie doch aus einer Niederlage ein Sieg gemacht", so einer der Osnabrücker Fans. Und die spöttischen Kommentare nehmen und nehmen einfach kein Ende.

RB Leipzig hätte die Wiederholung des Pokal-Spiels nur angeboten, weil ohnehin fest stehe, dass die Partie für den Verein gewertet werde. "Einige tun hier so als würde RB Leipzig aus Großzügigkeit anbieten das Spiel zu wiederholen. Dabei haben sie doch im Gegensatz zu anderen Mannschaften nun wirklich nichts zu verlieren! Jedoch durch den zugegeben cleveren PR Trick können sie sich als faire Sportsleute in den Medien verkaufen." Das Angebot sei eine Farce, um das Image zu verbessern. Zum Glück sind nicht alle dieser Meinung. Auch unter den Osnabrücker Fans sehen viele das Angebot von Ralf Rangnick als echt fair an. Hätte ein anderer Verein sich so großzügig gezeigt, wäre mit Sicherheit niemand auf die Idee gekommen, es wäre eine Marketing-Idee.

Traditionsvereine hetzen immer wieder gegen RB Leipzig

Die Anfeindungen gegen RB Leipzig haben in diesem Spiel sicherlich ihren Höhepunkt gefunden. Als Retorten-Verein beschimpft, hetzen immer wieder Fans sogenannter "Traditionsvereine" gegen den Klub, der im vergangenen Jahr bei Heimspielen von Auswärtsfans weitestgehend gemieden wurde. In einem sind sich seit gestern wenigstens einige der Osnabrücker Fans jedoch einig. Mann kann von RB Leipzig halten was man will, aber diese Geste hat nichts mit guter Publicity zu tun.

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ife/news.de