10.07.2015, 13.01 Uhr

MotoGP 2015: Alex Márquez träumt vom Duell gegen Bruder Marc Márquez

Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist, Sachsenring

Alex Márquez fährt 2015 seine Rookie-Saison in der Moto2. Als Moto3-Weltmeister aus dem Vorjahr fiel es dem 19-Jährigen Spanier schwer, seinen Fahrstil dem neuen Bike anzupassen. Dennoch hat er für die nächste Saison bereits den Moto2-Titel angepeilt, um seinem Traum ein Stückchen näher zu kommen - mit seinem Bruder Marc Márquez in der MotoGP fahren.

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Alex Márquez vor dem Sachsenring-Rennen der MotoGP 2015: "Ich hatte einige Probleme"

Der Sachsenring ist eine sehr spezielle Strecke im Vergleich zu den anderen Strecken der Saison - relativ kurz, eng und kurvig. Kommt das dir und deinem Bike entgegen?

Alex Márquez: In der Moto3 hatte ich hier ein paar Probleme. Ich mag die schnellen und lang gezogenen Strecken lieber. Aber als Fahrer musst du auch mit einer Strecke wie hier arbeiten können. Für mich ist es eine gute Gelegenheit, zu beweisen, dass ich mich auf einer Strecke, die ich nicht so mag, steigern kann.

Du bist hier zum ersten Mal auf einem Moto2-Bike. Nach deinem Weltmeistertitel in der Moto3: Wie beurteilst du deine bisherige Saison in der neuen Klasse?

Alex Márquez: In den ersten Rennen hatte ich einige Probleme. Aber zuletzt konnte ich mich immer mehr steigern. Wir müssen uns natürlich weiter verbessern. Aber wir wissen jetzt, wo die Probleme zu Beginn der Saison herkamen und haben daran gearbeitet. Wir können jetzt auf unser Basis-Setting aufbauen und es von Strecke zu Strecke anpassen. Ich muss jetzt nicht mehr so viel über das Bike nachdenken, sondern kann mich ganz auf meinen Fahrstil und die Strecke konzentrieren.

Alex Márquez fährt in der Moto2 für das Estrella Galicia Team von Marc VDS.

Alex Márquez fährt in der Moto2 für das Estrella Galicia Team von Marc VDS. Bild: dpa

Eine Frage des Stils: Alex Márquez über den Wechsel zur Moto2

Was ist denn der größte Unterschied zwischen Moto3 und Moto2 aus deiner Sicht?

Alex Márquez: Die größte Veränderung aus meiner Sicht ist das Gewicht. Darauf musst du deinen Fahrstil einstellen, speziell in den Kurven. Auch der Speed unterscheidet sich deutlich zwischen Moto3 und Moto2, wenn du in eine Kurve fährst. Aber für mich war das Gewicht das größere Problem. Es ist schwierig, seine Fahrweise darauf anzupassen, wenn man aus der Moto3 kommt. Man muss sehr viel umstellen.

Trotz der Probleme bist du irgendwie immer gut gelaunt. Woher nimmst du diese positive Energie?

Alex Márquez: Das ist einfach meine Mentalität. In den Momenten, in denen man Probleme hat, versuche ich, das Positive zu sehen. Das ist auch wichtig für die Menschen, mit denen du arbeitest. Wenn du die ganze Zeit niedergeschlagen und traurig bist, überträgt sich das sonst auch irgendwann auf die Mechaniker und Techniker. Deshalb ist diese positive Grundeinstellung so wichtig.

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Bruder Marc Márquez für Alex kein Idol, aber eine wichtige Referenz

Nach deinem eigenen Rennen schaust du dir immer das MotoGP-Rennen in der Box deines Bruders Marc Márquez an. Wie wäre es, gegen ihn in derselben Klasse zu fahren?

Alex Márquez: Daran will ich gar nicht denken! (lacht) MotoGP ist noch weit weg für mich. Ich muss mich in der Moto2 erst einmal verbessern und werde versuchen, dort den Weltmeistertitel zu gewinnen - wie in der Moto3. Aber es ist natürlich schon mein Traum, in der MotoGP mit meinen Bruder fahren und mit ihm um vordere Plätze zu kämpfen. Doch bis dahin ist es noch ein hartes Stück Arbeit.

Gibt es neben deinem Bruder jemanden in der MotoGP, zu dem du aufschaust, ein Idol vielleicht?

Alex Márquez: Als ich jünger war, war mein großes Vorbild immer Dani Pedrosa. Mein Bruder ist nicht wirklich mein Idol, er ist einfach mein Bruder. Aber er ist wie eine Referenz für mich. Ich trainiere oft mit ihm und kenne seinen Weg in die MotoGP. Ich sehe, welche Fortschritte er macht, und möchte ihm gerne folgen. Das ist natürlich schwierig, weil er so gut ist und auf einem hohen Niveau fährt. Aber ich versuche es.

Moto2-Titel im Visier: Alex Márquez will 2016 voll angreifen

Nach dem Sachsenring gibt es eine kleine Sommerpause. Ist es denn wirklich eine Pause oder geht das Arbeiten weiter?

Alex Márquez: Man hat ungefähr eine Woche Zeit, sich wirklich zu entspannen und zum Beispiel mit Freunden am Swimmingpool abzuhängen. Das ist auch wichtig für den Kopf und die Mentalität - einfach mal durchzuatmen und ein wenig Ruhe zu finden. Danach bist du umso motivierter, wieder Rennen zu fahren. Aber du trainierst natürlich auch weiter im Sommer. Urlaub gibt's also effektiv nur eine Woche.

Die Saison ist noch lang. Nach dem Sachsenring sind noch acht Rennen zu fahren. Was erhoffst du dir für die zweite Saisonhälfte?

Alex Márquez: Das ist Ziel, das ich mir setzte, ist, das ein oder andere Podium einzufahren. Ich will das Level der Topfahrer erreichen, um im nächsten Jahr um den Weltmeistertitel oder zumindest die Top 3 mitkämpfen zu können. Aber mein Traum ist es, den Moto2-Titel zu gewinnen. Letztes Jahr hat das in der Moto3 geklappt. Darauf arbeite ich hin. Nichts ist unmöglich. Deshalb heißt es jetzt erstmal, aufzuschließen und im nächsten Jahr anzugreifen.

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zij/news.de
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