19.05.2014, 11.29 Uhr

Fußball-Buch: Warum die Fans des FC Bayern München keine echten Fans sind

Bayern München als «Missionarsstellung unter den Bundesliga-Vereinen»

Die Bayern-Gegner schreiben sich in dem Buch ihre Empörung, ihren gekränkten Stolz und viele bittere Niederlagen von der Seele, mit viel Witz, Emotionalität und (für alle Nicht-Bayern-Fans) sehr wohltuender Boshaftigkeit. Dirk Udelhoven hat beispielsweise erkannt: «Die Bayern sind der Verein für Leute, die immer auf Nummer sicher gehen, kein Risiko eingehen und niemals anecken wollen - Bayern München ist quasi die Missionarsstellung unter den Bundesliga-Vereinen.»

In diesem Zitat steckt der Kern des Buchs. Denn gebetsmühlenartig wird von den Autoren der Vorwurf geäußert, der FC Bayern München habe keine echten Fans. Der Verein hat sich in der gerade abgelaufenen Bundesliga-Saison bereits nach 27 von 34 Spieltagen die Meisterschale gesichert, dazu den DFB-Pokal gewonnen, im Jahr davor das Triple geholt. Bei einer derart zuverlässigen Erfolgsbilanz könne man den Kern des Fußballs gar nicht erfassen, das Auf und Ab, das Hoffen und Bangen, den unverhofften Höhenflug und den Abstiegskampf in einer Saison, in der man auf die Champions League spekuliert hatte.

Nicht der Verein, auch seine Fans kriegen ihr Fett weg

«Bayern ist wie ein Würfel mit fünf Sechsen und einer Fünf. Bayern wird immer gewinnen, und wenn einmal nicht, dann bald umso mehr. Meine Güte, Bayern-Fans, sterbt ihr nicht an Langeweile?», fragt sich Martin Berke passend dazu in seinem Beitrag. Der Vorwurf, die Bayern-Fans (gelegentlich werden sie hier nur in Anführungszeichen so bezeichnet), hätten keine Ahnung von der wahren Tiefe des Fußballs, sie hätten niemals das Leiden erfahren, das unverzichtbare Bedingung für das Auskosten eines Triumphs sei, kommt so oft vor, dass die Fans aller anderen Vereine in diesem Buch fast wie der Bundesverband eingetragener Masochisten e.V. erscheinen.

Langeweile und Berechenbarkeit: So macht Fußball keinen Spaß

Dass dieser Aspekt so sehr betont wird, erlaubt noch eine andere wichtige Erkenntnis: Es belegt, dass Neid beim Hass auf den FC Bayern (keine Sorge: die allermeisten Beiträge kommen trotz dieses starken Wortes halbwegs versöhnlich daher) nicht die dominierende Rolle spielt. Es geht auch nicht um die Romantik eines ewigen David gegen Goliath, die eben nur funktioniert, wenn David zumindest gelegentlich den Sieg davon trägt. Es geht all diesen kritischen Autoren und allen engagierten Fans schlicht darum, den Effekt zu vermeiden, der das Gegenteil von Fußball ist, und den der FC Bayern verkörpert: Berechenbarkeit.

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Herausgeber: Martin Brinkmann
Titel: «111 Gründe, Bayern München zu hassen»
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Umfang: 312 Seiten
Preis: 9,95 Euro

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zij/news.de
Seiten: 12
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