02.06.2021, 16.26 Uhr

Großes Städteranking: Welche deutschen Metropolen am lebenswertesten sind

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Städteranking 2020: Die zehn besten Städte Deutschlands

Hier gibt es Wohlstand, Bildung und Wohnraum auf höchstem Niveau: Diese 10 deutschen Städte haben im Niveau-Ranking mit insgesamt 87 Einzelindikatoren unter 71 Konkurrenten am besten abgeschnitten:

1. München

Eine starke Wirtschaft, eine niedrige Arbeitslosigkeit und auffallend gute Quoten in puncto Sicherheit machen München zum Sieger des deutschen Städterankings. Wo andere Kommunen im Durchschnitt 10.461 Straftaten pro 100.000 Einwohner zählen, gibt es in der bayerischen Landeshauptstadt gerade einmal 5836 Fälle. Dazu kommt ein hohes Durchschnittseinkommen der Stadtbevölkerung, deren Arbeitnehmer im Deutschlandvergleich durch eine überdurchschnittlich hohe Qualifikation punkten. Auch die Anzahl an weiblichen Beschäftigten liegt hier bundesweit im Spitzenbereich. Münchner Berufstätige können sich außerdem über die maximale Anzahl von 13 Feiertagen pro Jahr freuen. Schließlich heben auch die Kauf- und Mietpreise auf dem urbanen Immobilienmarkt München an die Spitze des bundesdeutschen Niveaurankings.

2. Ingolstadt

Sicheres Wohnen und Arbeiten steht in der oberbayerischen Metropole im Fokus. Bei der Arbeitslosenquote unterbietet Ingolstadt sogar das top-platzierte München, zusätzlich entwickelte sich der Wohnungsneubau in der Donaustadt besonders dynamisch. Der Pendlerzustrom der Stadt steigt ebenfalls kontinuierlich an, was sie als starken regionalen Wirtschaftsstandort ausweist.

3. Stuttgart

In der schwäbischen Metropole floriert der Immobilienmarkt, was sich auch in den Mietpreisen widerspiegelt. Dennoch bescheinigt ihr das Städteranking einen guten Erschwinglichkeits-Index – Einwohner geben prozentual im Vergleich zu anderen Top-Städten weniger ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Mit Bosch, Daimler und Porsche sind in Stuttgart drei der beliebtesten Arbeitgeber des Ingenieursbereichs ansässig. Der Standort profitiert allgemein von seinem hohen Akademiker-Anteil. Zusätzlich schenkt das Klima Lebensqualität: Die Stuttgarter dürfen über 100 Sonnenstunden mehr pro Jahr genießen als der Durchschnittsdeutsche.

4. Erlangen

In der fränkischen Großstadt leben noch weniger Hartz-4-Empfänger als in München. Was die Sicherheit anbelangt, folgt Erlangen der bayerischen Landeshauptstadt mit seiner niedrigen Kriminalitätsquote auf Rang 2. Darüber hinaus wächst der lokale Wohnungsbau stark und auch der Sektor wissensintensiver Dienstleistungen. Er umfasst unter anderem Kommunikations- und Informationstechnologie, Finanzdienstleister, Versicherungen, Unternehmensberatungen, Gesundheitsdienste, Wirtschaftsprüfung, Werbung und Marktforschung.

5. Frankfurt am Main

„Mainhattan" ist vielen Touristen eine Reise wert – deshalb belegt Frankfurt bei den Gästeübernachtungen pro Einwohner Rang 1 im deutschen Städteranking. Ein weiterer Pluspunkt der hessischen Metropole: Hier ist die Bevölkerung jung, der Anteil an 18- bis 59-Jährigen im Vergleich zu den über 60-Jährigen besonders groß. Die Kriminalitätsstatistik liegt mit rund 12.000 Delikten pro 100.000 Einwohnern zwar über dem Durchschnitt der Top-Städte, jedoch zeigt der Dynamik-Index eine steigende Aufklärungsquote.

6. Wolfsburg

Niedersachsens Autostadt profitiert wirtschaftlich von VW als größtem Arbeitgeber. Im Ergebnis erreicht sie im Deutschlandvergleich das höchste BIP pro Einwohner und den höchsten Pendlersaldo. Auch die Produktivität wuchs hier in den vergangenen Jahren besonders dynamisch.

7. Ulm

Eine starke Wirtschaft braucht keine Großstadtdimensionen – das zeigt sich in Ulm. Durch ihren starken Mittelstand profitiert die baden-württembergische Universitätsstadt und belegt im bundesweiten Gewerbesteuer-Ranking sogar Rang 1. Hier leben vergleichsweise wenige ALG-II-Empfänger und der Anteil an wissensintensiven Dienstleistungen wächst dynamisch.

8. Regensburg

Die Unistadt bietet allen Altersklassen eine Perspektive: Hier ist der Anteil der jungen Bevölkerung (18- bis 59-Jährige) im Vergleich zu den Senioren besonders hoch, gleichzeitig profitieren ältere Arbeitnehmer von der höchsten Beschäftigungsquote im Bundesdurchschnitt. Das mehrt auch den Wohlstand der Regensburger: Ihre private Überschuldungsquote ist die zweitniedrigste im Städteranking.

9. Hamburg

Die Millionenstadt gilt als Wirtschaftsmacht und Tourismusmagnet des Nordens. Hamburg registriert im bundesweiten Vergleich die zweitmeisten Gewerbeanmeldungen und belegt auch bei den Neugründungen von Unternehmen Rang 4. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zeigt sich auch in der Steuerleistung der Einwohner: Mit 1.584 Euro zahlt ein Hamburger mehr als die Einwohner der Ranking-Konkurrenz im Durchschnitt (1.450 Euro). Dass Fischmarkt, Elbphilharmonie und Reeperbahn zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands zählen, zeigt die dynamische Entwicklung der Gästeübernachtungen.

10. Darmstadt

Die hessische Großstadt belegt bundesweit Rang 3 im Erschwinglichkeits-Index – hier müssen Einwohner vergleichsweise wenig ihres Einkommens für ihre Wohnkosten ausgeben. Zusätzlich wächst hier der Akademiker-Anteil unter den Beschäftigten, während die Rate von Schulabgängern ohne Abschluss die drittniedrigste in Deutschland ist. Mit dieser Positiv-Entwicklung schafft Darmstadt 2020 erstmals den Sprung in die Top 10 Deutschlands bester Städte.

Unterrankings zeigen weitere innovative Städte

Das Niveau-Ranking bildet den Ist-Zustand einer Region ab und konzentriert sich auf wirtschaftliche Faktoren. Doch welche Städte zeigten in jüngster Vergangenheit die größte Entwicklung und welche haben die besten Zukunftsperspektiven? Das beleuchten entsprechende Teil-Rankings:

A) Unterranking Dynamik

Dass in München der höchste Wohlstand der Bundesrepublik herrscht und in Stuttgart potente Arbeitgeber sitzen, gilt seit Jahrzehnten als unerschütterliche Tatsache. Doch die folgenden Städte zeichnen sich durch eine besonders dynamische Entwicklung in gewissen Teilbereichen aus:

  • Berlin: Hier explodiert der Immobilienmarkt geradezu. Im WiWo Dynamikranking belegt die Hauptstadt Rang 1 bei den Mietpreisen und ist gleichzeitig die Stadt, in der Mietwohnungen am schnellsten vermarktet werden können. Für Investoren im Immobilienbereich bieten sich hier also die besten Perspektiven. Doch auch das Arbeitsangebot für Hochqualifizierte hat sich jüngst besonders gut entwickelt: Der Akademiker-Anteil unter den Beschäftigten hat in Berlin den zweitgrößten Zuwachs im Deutschlandvergleich.
  • Heilbronn: Auch hier zeigt sich die dynamische Entwicklung vornehmlich auf dem Immobilienmarkt. Die Mietpreise in Heilbronn verzeichnen im Bundesdurchschnitt den zweitgrößten Zuwachs, die Kaufpreise immerhin den viertgrößten.
  • Lübeck: Die norddeutsche Marzipanstadt entwickelt sich in jüngster Zeit zum Touristenmagnet und Familienwohnort. Hier stieg die Anzahl der Gästeübernachtungen besonders stark, genauso wie die Anzahl der Betreuungsplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren.
  • Leipzig: Immobilen- und Arbeitsmarkt verzeichnen hier gleichzeitig eine überdurchschnittlich gute Entwicklung. Während die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in Leipzig deutschlandweit den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr aufweisen, sank auch die Anzahl von ALG-II-Empfängern in diesem Zeitraum am zweitstärksten.
  • Nürnberg: Die bayerische Lebkuchenstadt gilt als solides Arbeitsumfeld und attraktives Reiseziel. Besonders dynamisch stiegen hier seit dem Vorjahr die Beschäftigungsquote unter älteren Arbeitnehmern und die Anzahl der Gästeübernachtungen.

B) Unterranking Nachhaltigkeit

Welche deutsche Stadt ist besonders fit für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte? Gerade der Aspekt der Nachhaltigkeit wird immer wichtiger und erhält dementsprechend auch einen größeren Einfluss bei entsprechenden Rankings. Das WiWo-Nachhaltigkeitsranking kommt zu den folgenden Ergebnissen:

  • Regensburg liegt bundesweit an der Spitze. Hier gibt es beispielsweise die höchste Anzahl an Elektro-Ladesäulen pro 100.000 Einwohner.
  • Ingolstadt punktet in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit der größten installierten Solarleistung pro 1000 Einwohner.
  • Heidelberg belegt mit seiner Universität bundesweit Rang 2 der Wissensinstitute. Auch die Zahl der Firmengründungen im Bereich der wissens- und technologieintensiven Dienstleistungen ist hier am zweithöchsten.
  • In Wolfsburg liegt der Anteil an Forschenden unter den Beschäftigten bundesweit am höchsten. Bei der Anzahl der Patent-Anmeldungen belegt die Autostadt im Ranking immerhin Platz 3.
  • Bildung heißt Zukunft: In Erlangen verlassen die wenigsten Schüler im Bundesgebiet die Schule ohne Schulabschluss. Ein Erfolg, der für den Arbeitsmarkt der Zukunft entscheidend sein könnte.
  • München liegt nicht nur aktuell auf wirtschaftlichem Top-Niveau, sondern sichert sich diese Stellung wahrscheinlich auch in der Zukunft: Die beiden Universitäten der Stadt (LMU und TU) zählen deutschlandweit zu den besten, gleichzeitig registriert man in der bayerischen Hauptstadt immerhin die drittmeisten Unternehmensgründungen der Bundesrepublik.
  • Potsdam führt den grünen Arbeitsmarkt an: Nirgendwo sonst in Deutschland arbeitet ein so hoher Anteil der Beschäftigten in Umweltberufen.
  • Ulm sichert sich mit der zweitgrößten Solarleistung und dem dritten Platz bei nachhaltig beheiztem Wohnraum eine Stellung unter den nachhaltigsten Städten Deutschlands.
  • Stuttgart belegt in Sachen Ökologie nur Rang 63 von 71. Dennoch scheint die Stadt besonders zukunftsfähig: Immerhin werden hier bundesweit die meisten Patente angemeldet und sie zählt den dritthöchsten Anteil von Forschern unter den Beschäftigten.

Was sollte eine Stadt den Menschen heute bieten?

Das Städteranking beleuchtet in erster Linie die wirtschaftlichen Faktoren – doch es entscheiden noch weitere Merkmale darüber, ob eine Stadt als Lebensraum attraktiv wird. Das sind die wichtigsten:

Arbeitsmarkt

Welche Region bietet mir die beste Jobperspektive? Diese Frage stellen sich jährlich über eine halbe Million Hochschulabsolventen in Deutschland. Nach dem Studium schnell eine gut bezahlte Beschäftigung zu finden, ist besonders wichtig für junge Menschen, die einen hohen Kredit für ihre Ausbildung aufgenommen haben. Je nach Fachrichtung finden sich für Absolventen gute Perspektiven in unterschiedlichen Regionen: So existieren in Freiburg, Ulm, Potsdam und Jena zahlreiche Forschungsinstitute auf dem Feld der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die meisten Unternehmen im Bereich Industrie 4.0 findet man hingegen in München, Frankfurt, Darmstadt und Düsseldorf. Kultur- und Geisteswissenschaftler haben in Mainz, Pforzheim und München gute Chancen auf einen Job – hier ist der Anteil an Beschäftigten im Kreativbereich besonders hoch.

Bezahlbarer Wohnraum

Der florierende Immobilienmarkt hievt München auf Rang 1 der deutschen Top-Städte. Doch birgt er auch seine Schattenseiten: Eine immense Nachfrage und eine Durchschnittskaltmiete von 17,57 Euro pro Quadratmeter machen es vielen Menschen unmöglich, in der bayerischen Landeshauptstadt eine Wohnung für sich und ihre Familie zu finden.

Weit günstiger lebt es sich hingegen in vielen ostdeutschen Städten aber auch im Ruhrgebiet. Konkret: In Magdeburg liegt die durchschnittliche Kaltmiete bei 5,60 Euro pro Quadratmeter, in Gelsenkirchen bei 5,21 Euro. In Bremerhaven und Chemnitz lässt sich Wohnraum durchschnittlich für 5,00 Euro pro Quadratmeter mieten.

Gute Verkehrskonzepte

Hier stehen zwei Faktoren im Mittelpunkt: Einerseits müssen Mobilitätskonzepte heutzutage umweltfreundlich und nachhaltig sein, andererseits müssen sie den Bewohnern einer Stadt sichere Verkehrswege und eine schnell getaktete Anbindung per ÖPNV bieten. Beurteilt werden die großen deutschen Städte in dieser Hinsicht z.B. im Greenpeace-Mobilitätsranking.

Es bezieht die Anzahl der Car-Sharing- und Bike-Sharing-Plätze genauso mit ein wie die Beschilderung der Radrouten, die barrierefreien Haltestellen, die Konzepte für einen CO2-freien Verkehr und die jährliche Unfallstatistik. Sieger im Ranking wurde Berlin, gefolgt von München und Köln. Hier zeigt sich, dass die Metropolen durchaus die Notwendigkeit ausgewogener Verkehrskonzepte verstehen.

Familienfreundlichkeit

Der Arbeitsmarkt, der Freizeitwert, die Mietpreise – all diese Faktoren spielen auch für Familien eine große Rolle. Darüber hinaus stellen die Betreuungsmöglichkeiten für junge Eltern ein essenzielles Merkmal familienfreundlicher Städte dar. Hier ist die Versorgung in den ostdeutschen Bundesländern am besten: In Rostock werden beispielsweise über 60 Prozent eines Jahrganges der Kinder unter drei Jahren in einer KiTa betreut, in Magdeburg sind es immerhin noch 56,7 Prozent und in Jena 56 Prozent.

Schlecht für berufstätige Eltern sieht es hingegen in Duisburg aus – hier bestehen nur für 16,8 Prozent der unter 3-jährigen Betreuungsmöglichkeiten. Der Grund für die Kapazitäten im Osten: Traditionell gingen in der ehemaligen DDR mehr Frauen einem Beruf nach, sodass sich die Betreuungs-Infrastruktur früh entwickelt und gut erhalten hat. Bei den 3- bis 6-Jährigen hat der Westen aufgeholt: In Freiburg existieren für diese Altersgruppe mehr KiTa-Plätze als Anwärter. Auch Münster, Potsdam und Dresden können laut Statistik beinahe alle Kinder im Alter von drei bis sechs mit Betreuungsplätzen versorgen.

Bildung

Wo die Qualität der Schulbildung am höchsten ist, lässt sich statistisch nicht leicht bewerten. Als Indikatoren für das Bildungsniveau einer Region ziehen Fachleute deshalb die Quote von Schulabgängern ohne Schulabschluss und den Anteil an Abiturienten heran. Heidelberg und Mainz schneiden hier besonders gut ab: Während hier nur 3,1 Prozent eines Jahrganges ohne Hauptschulabschluss aus der Schule ausscheiden, schaffen 55 Prozent ihr Abitur.

Der Anteil an Abiturienten ist in Hamburg (52,8 Prozent), Münster (52,9 Prozent), Jena (55 Prozent) und Potsdam (59 Prozent) noch größer. Schlecht sieht es in Bezug auf den Bildungsstand der Schulabgänger hingegen in Salzgitter aus: Hier verlassen 12,3 Prozent ohne Abschluss die Schule und nur 19,2 Prozent bestehen ihr Abitur. Viele Schulabbrecher gibt es auch in Leipzig (11,2 Prozent), Halle (!2,5 Prozent) und Ludwigshafen am Rhein (13,3 Prozent).

Attraktive Innenstädte

In Zeiten von Online-Handel und digitaler Globalisierung haben es Deutschlands Innenstädte als Wirtschaftsstandort besonders schwer. Das Schwächeln der inhabergeführten Geschäfte und die schwindende Kundenfrequenz wirken sich mancherorts negativ auf die Attraktivität aus. Dabei sollte die Innenstadt den Einwohnern und Besuchern eine Kombination aus Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten bieten, die sich bequem und sicher besuchen lassen. Top-Städte erreichen dieses Erlebnis, indem sie unterschiedliche Mobilitätsformen in die Fußgängerzonen integrieren und eine Wohlfühlatmosphäre durch öffentliche Sitzmöbel, Begrünung und Sauberkeit schaffen. Dabei schneiden die Millionenstädte nicht unbedingt am besten ab: Im Ranking Deutschlands attraktivster Innenstädte siegen Leipzig (Kategorie > 500.000 Einwohner), Erfurt (Kategorie > 200.000 Einwohner), Stralsund (Kategorie > 50.000 Einwohner) und Wismar (Kategorie Kleinstädte).

Sicherheit

Sicher fühlen sich die Bewohner einer Stadt, wenn die Anzahl der Verbrechen relativ gering ausfällt und eine professionelle Polizeiarbeit zu einer hohen Aufklärungsquote führt. In einem solchen Umfeld hat man keine Angst, am Abend allein unterwegs zu sein oder seine Wohnung im Urlaub unbeaufsichtigt zu lassen. Einer der deutschlandweiten Spitzenreiter in puncto Sicherheit ist z.B. Fürth: Hier werden pro 100.000 Einwohner jährlich 4.221 Delikte begangen, von denen die Polizei beinahe 70 Prozent aufklärt. Erlangen (5.403 Delikte) und Mühlheim an der Ruhr (5.615 Delikte) überzeugen ebenfalls als sicheres Lebensumfeld. Ganz anders sieht es in der Bundeshauptstadt aus: Berlin zählt jährlich 13.583 Straftaten pro 100.000 Einwohner, wobei die Polizei davon nur 42,8 Prozent klären kann und damit im Bundesdurchschnitt die niedrigste Quote erzielt.

Gesundheit

Nicht nur während der Pandemie von großer Bedeutung: Die Verfügbarkeit von Haus- und Fachärzten sowie die Kapazitäten von Krankenhausbetten für eine Region. Hier bestehen innerhalb der Bundesrepublik große Unterschiede. Während im Süden Deutschlands die medizinische Versorgung sehr dicht ist, liegen die 10 deutschen Städte mit der kleinsten Ärzte-Quote allesamt im Ruhrgebiet. Konkret: In Würzburg kommen 345 Ärzte auf 100.000 Einwohner, in Freiburg sogar 394 und Heidelberg führt das Ranking mit 396 Medizinern an. Demgegenüber stehen Hamm, Duisburg und Gelsenkirchen mit weniger als 150 Ärzten auf 100.000 Einwohner.

Klimaschutz

Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden, doch bisher haben nur wenige Kommunen große Schritte dorthin gemacht. Als einzige deutsche Städte befinden sich aktuell Berlin und Heidelberg auf der internationalen Liste der 105 Klimaschutz-Vorreiter. Heidelberg wird hier ausgezeichnet, weil es den Stadtverkehr verstärkt auf innovative Antriebsarten umstellte, umweltfreundliche Mobilitätsformen fördert und die Bedingungen für den Radverkehr verbessert. Gleichzeitig engagiert sich die Stadt bei der Gebäudesanierung. Große Ambitionen im Bereich Klimaschutz hegt auch Gießen: Die hessische Universitätsstadt will bereits im Jahr 2035 vollständig klimaneutral sein.

Fazit: Die Lebensqualität in Städten hängt von vielen Faktoren ab

Welche Stadt bietet mir den besten Lebensraum? Diese Frage sollte sich jeder Wohnortwechsler ganz persönlich beantworten. Dabei lassen sich auch Faktoren wie Wohnkosten oder Möglichkeiten in Bezug auf den Arbeitsmarkt mit einkalkulieren. Denn die Konzentration auf Wirtschaftsstärke, Klimaschutz, Familienfreundlichkeit oder Freizeitwert sind regional durchaus unterschiedlich verteilt und bieten damit beste Voraussetzungen für individuelle Lebensmodelle.

lic/news.de