16.12.2019, 15.39 Uhr

Gewürze: TV-Koch Alex Wahi: So peppen Sie Ihr Weihnachtsmenü auf

Alex Wahi ist Koch aus Leidenschaft

Alex Wahi ist Koch aus Leidenschaft Bild: © Copyright 2017 - Alex Wahi/spot on news

Der TV-Koch Alex Wahi ist bekannt für seine unkonventionellen und kreativen Rezepte. 2007 gründete er gemeinsam mit seinem Vater die Kochschule Maharani als erste und einzige indische Kochschule in Deutschland. Im gleichnamigen Restaurant in Hamm interpretiert er die indische Küche neu. Seit 2014 steht er regelmäßig für die TV-Sendung "Abenteuer Leben" vor der Kamera. Pünktlich zur Weihnachtszeit verrät er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news seine Tipps für das perfekte Weihnachtsmenü und gibt Klassikern wie dem allseits beliebten Entenbraten neuen Pfiff.

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Sie begeistern sowohl im Fernsehen als auch in Ihrem Restaurant mit Ihrer euroindischen Küche. Was ist das Besondere an Ihrer Küche?

Alex Wahi: Viel Geschmack durch aromareiche Gewürze ohne allzu viel Schärfe. Wichtig ist es, aus den Grundzutaten ein Maximum an Eigengeschmack herauszukitzeln. Außerdem bringe ich eine "Leichtigkeit" in meine Gerichte, damit es Spaß macht, diese nachzukochen und zu erleben. Mit Leichtigkeit meine ich unter anderem auch, dass ich gerne nach dem Minimal-Maximal-Prinzip koche - minimaler Aufwand bei maximalem Ergebnis. Essen und Trinken hat viel mit Emotionen zu tun, daher ist es wichtig, dass nicht nur das Ergebnis stimmt, sondern auch der Weg dahin.

Würstchen mit Kartoffelsalat oder Entenbraten: Viele Deutsche setzen in Sachen Weihnachtsessen auf Tradition. Wie lassen sich diese typischen Gerichte aufpeppen?

Wahi: Zunächst sollte man bei den Zutaten auf Qualität und nicht am Tag des Jahres auf "große" Experimente setzen. Die Welt wächst immer mehr zusammen, so auch die Länderküchen. Schmeckt nicht, gibt es bei mir nicht. Man darf ruhig über den Tellerrand hinausschauen und einen kleinen "Aha-Oho-Effekt" durch etwas Abwandlung des Rezepts hervorrufen. Ein kleiner Tipp als Denkanstoß wäre zum Beispiel, das Würstchen mit Kartoffelsalat in einem Hotdogbrot zu servieren! Warum nicht? Oder den Grill herauszuholen, um der Ente ein wenig Raucharoma zu geben. Man sieht hier auch eindeutig: Mit wenig Aufwand, aber mit etwas Pfiff und Kreativität, kann man durchaus punkten.

Welche exotischen Alternativen haben Sie für das Weihnachtsmenü?

Wahi: Tauschen Sie einige Komponenten gerne einfach aus. Ersetzen Sie zum Beispiel einen Teil der Kartoffeln durch Süßkartoffeln. Machen Sie für Rotkohl oder Wirsing ein knuspriges Topping aus gerösteten Cashewkernen, denen Sie beim Rösten etwas Curry beimischen. So etwas lässt sich gut vorbereiten.

"Keep it short and simple" ist Ihr Prinzip beim Kochen. Welches Menü bekommen auch Koch-Laien ohne Probleme hin?

Wahi: Für die Vorspeise: Räucherlachsscheiben mit Meerrettichfrischkäse bestreichen, aufrollen und mit Dill garnieren. Toast in Butter goldbraun anbraten, in die Butter etwas Safran und Kardamom geben. In Dreiecke schneiden und mit dem Lachs dekorieren.

Für die Hauptspeise: Entenbrust auf der Hautseite einritzen und auch zuerst bei mittlerer Temperatur auf dieser Seite anbraten. Frische Ananas dazugeben und ebenfalls auf beiden Seiten braun anbraten. Als Beilage Süßkartoffel-Pommes im Backofen nach Vorschrift garen und für die Exoten mit etwas Trüffel garnieren.

Für das Dessert: Einen Apfel, der beim Garen nicht so schnell zerfällt (z.B. Braeburn) in kleine Würfelchen schneiden, mit Ahornsirup und Butter in einer Pfanne kurz anbräunen und noch heiß über das Lieblingseis geben. Spektakulärer wird es, wenn das Apfelragout mit Calvados oder Orangenlikör angereichert und entflammt wird.

Gesundes Essen schmeckt nicht und ist viel zu teuer: Sie engagieren sich leidenschaftlich gegen dieses Vorurteil. Woher kommt diese Mauer in den Köpfen?

Wahi: Traditionen halten sich hartnäckig. Unsere Großmütter hatten früher als Frischgemüse nur Kohl und Wurzelgemüse. Heute steht uns Frischware aus aller Welt zur Verfügung. Außerdem machen wir Menschen uns das Leben gerne sehr einfach: "Habe ich schon immer so gemacht", höre ich bei mir in den Kochkursen sehr oft. Mit ein paar kleinen Tricks und Tipps kann man Menschen spielend leicht für Neues und Gesundes begeistern. Das muss nicht teuer sein und der Aufwand hält sich auch in Grenzen. Viele Menschen stehen vor dem Fast-Food-Laden ihres Vertrauens oft länger, als frische Zutaten selbst zuzubereiten. Die beste Investition auf dieser Erde ist in seinen eigenen Körper und Geist, denn davon haben wir nur einen bekommen. Wenn Menschen wieder dafür begeistert werden, "coole" Erfahrungen in der Küche zu machen und ein wundervolles Ergebnis auf dem Teller zu schaffen, dann können auch einfache Zutaten dazu führen, den Körper und Geist gesund und fit zu halten.

spot on news
Themen: Butter, Küche
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