21.04.2014, 08.00 Uhr

Pikante Felsen: Fantasie in Tuff

Von news.de-Redakteur Daniel Forstner

Bei Göreme in Kappadokien liegt das Love Valley (deutsch: Liebestal). Ein Blick auf die seltsam anmutenden Gesteinsformationen erklärt den Namen. Das Tal wirkt wie eine Sammlung gigantischer Liebesspielzeuge. Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: Weltweit beflügeln so einige natürliche Felsformationen die Fantasie von Reisenden.

Warum dieses Tal bei Göreme in Kappadokien «Love Valley» heißt, ist leicht zu erraten.

Warum dieses Tal bei Göreme in Kappadokien «Love Valley» heißt, ist leicht zu erraten. Bild: wolfgangbeyer_CC BY-SA 3.0, Göreme Love Valley

Tal der (multiplen) Liebe

Seinen Ursprung hat das Tal in gewaltigen Vulkanausbrüchen, bei denen der Boden vor 20 Millionen Jahren meterhoch mit Staub und Asche bedeckt wurde. Daraus bildete sich Tuffstein, der seit Jahrmillionen von Wind und Wetter ausgewaschen wird. Nur dort, wo der weiche Tuffstein durch eine härtere Gesteinsschicht geschützt ist, bleiben sogenannte Feenkamine stehen – bis zu 30 Meter hohe Säulen. Doch auch sie erodieren, werden immer schmaler und brechen eines Tages zusammen. Dieser Prozess dauert allerdings Jahrtausende, für Urlauber besteht keine Gefahr.

Rund um die türkische Touristenattraktion gibt es noch weitere sehenswerte Täler. Fünf Kilometer nördlich liegt das Dorf Çavuşin, von dem aus Wanderwege ins Rosental (Güllüdere) und ins Rote Tal (Kızıl Çukur) führen. Die Täler wurden nach ihren rosafarbenen bzw. roten Felsformationen benannt. Etwas weiter entfernt von Göreme befindet sich Uçhisar. Der Ort bietet sich als Ausgangspunkt für eine Wanderung durch das Taubental (Güverçin Vadisi) an. Dessen Bewohner schlagen Taubenhäuser in die Felswände, locken Tauben an und sammeln den Vogelmist als Dünger für ihre Felder.

Skurrile Felsformationen im «Colorado von Rustrel»

Skurrile Felsformationen im «Colorado von Rustrel» Bild: Patrick Gaudin CC-BY, Le Colorado provençal de Rustrel 051

Schrumplig, aber schön in Frankreich

Die weitläufige und imposante Gegend um das südfranzösische Rustrel ist bekannt für ihre Ockerfelsen, von denen manche in jahrtausendelanger Erosion zu steil aufragenden Phallussymbolen geformt wurden. Geologen nennen diese Gegend «Colorado von Rustrel». Die Verbindung zum Grand Canyon im Bundesstaat Colorado in den USA ist naheliegend. Die Steinbrüche von Rustrel, die vor allem durch ihre Farbintensität beeindrucken, ähneln tatsächlich dem Grand Canyon. Bei Wanderungen durch die weit verzweigten Täler erlebt man die vielfältigen Ockertöne in einer unglaublichen Intensität.

Besonders sehenswert sind die Skulpturen am Le chemin des fées (deutsch: Weg der Feen), die wie Nadeln in den Himmel ragen. Spektakulär gestalten sich ebenfalls die Mines de Bruoux bei der Stadt Gargas. In diesem ehemaligen Bergwerk werden Führungen durch ein Höhlenlabyrinth mit 15 Meter hohen Galerien angeboten.

Felsige Ode an die Weiblichkeit: Die Dois Irmão auf der brasilianischen Insel Fernando de Noronha.

Felsige Ode an die Weiblichkeit: Die Dois Irmão auf der brasilianischen Insel Fernando de Noronha. Bild: Fernando de Noronha

Brasilianische Brüste in Stein

Brasilien leidet nicht unter einem Mangel an attraktiven Frauen. Deshalb begnügt sich das Land nicht mit Phallussymbolen in Gesteinslandschaften, sondern präsentiert zwei steinerne Frauenbrüste. Die beiden fast identischen Felserhebungen liegen auf der Insel Fernando de Noronha, an einem der weitesten Strände der Insel, dem Praia da Cacimba do Padre. Die Dois Irmãos (deutsch: zwei Brüder) sind ein Wahrzeichen der Insel und sollen der Sage nach die Brüste einer unzüchtigen Frau darstellen, die versteinert im Meer liegt.

Insel und Strand sind ein Surfparadies und Austragungsort nationaler und internationaler Surfmeisterschaften. Nicht ohne Grund wird der Praia da Cacimba do Padre als das brasilianische Hawaii beschrieben. Am bequemsten bewegt man sich hier mit dem Strand-Buggy, da die Infrastruktur noch etwas ursprünglich ausfällt. Die Insel Fernando de Noronha liegt ungefähr eine Flugstunde vom brasilianischen Festland entfernt an der Atlantikküste. Dieser Lage verdankt das Eiland neben einer allgemeinen auch eine tierische Exklusivität. Zahlreiche Haie, Wasserschildkröten und Delfine ziehen friedlich ihre Bahnen. Haiangriffe auf Menschen sind bisher nicht dokumentiert. Es wird vermutet, dass das natürliche Nahrungsangebot für die Haie reichlich genug ausfällt.

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